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Kirschbaum ausgraben: So gelingt es schonend und effektiv

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Das Ausgraben eines Kirschbaums erfordert sorgfältige Planung und Durchführung. Dieser Artikel erläutert die notwendigen Schritte, um einen Kirschbaum effektiv auszugraben, sei es für eine Verpflanzung oder die vollständige Entfernung.

Kirschbaum ausgraben

Ausgraben: Effektive Methode mit einigen Herausforderungen

Das Ausgraben eines Kirschbaums kann eine kräftezehrende Aufgabe sein, insbesondere bei älteren Bäumen mit weitreichenden Wurzelsystemen. Doch trotz des Aufwands bietet diese Methode eine effektive Möglichkeit, sowohl lebende Bäume für eine Verpflanzung vorzubereiten als auch abgestorbene Exemplare vollständig aus Ihrem Garten zu entfernen.

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Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausgraben

  1. Vorbereitung des Arbeitsbereichs: Beginnen Sie, indem Sie den Bereich um den Baumstamm von der obersten Erdschicht befreien. Dies erleichtert das Freilegen und Durchtrennen der Wurzeln. Arbeiten Sie in einem Radius von etwa zwei Dritteln des Kronenumfangs, um Zugang zu den wesentlichen Wurzeln zu erhalten.
  2. Wurzeln durchtrennen: Nach dem Freilegen der Wurzeln können Sie diese vorsichtig durchtrennen. Verwenden Sie für dickere Wurzeln eine Axt oder eine Kettensäge. Achten Sie darauf, die Erde gründlich zu entfernen, um die Sägekette vor Beschädigungen zu schützen. Kleinere und beschädigte Wurzeln können Sie mit einer scharfen Gartenschere sauber abtrennen.
  3. Wurzelteile entfernen: Entfernen Sie die abgetrennten Wurzelstücke. Kleinere Wurzelteile lassen sich in der Regel leicht entfernen, während größere Wurzelballen möglicherweise den Einsatz einer Seilwinde oder eines Baggers erfordern.
  4. Baumstumpf entfernen: Sobald der Wurzelballen vollständig freigelegt und die wesentlichen Wurzeln durchtrennt sind, können Sie den Baumstumpf vorsichtig ausgraben. Auch hier kann bei Bedarf technische Unterstützung, wie beispielsweise eine Seilwinde, hilfreich sein.

Umpflanzen: Den richtigen Zeitpunkt wählen

Der späte Herbst, idealerweise im Oktober, bietet sich als optimaler Zeitpunkt für das Umpflanzen eines Kirschbaums an. In dieser Phase hat der Baum seine Blütezeit abgeschlossen und beginnt, sich auf die Winterruhe vorzubereiten. Die noch vorhandene Bodenfeuchtigkeit im Herbst fördert das Wachstum neuer Feinwurzeln, die sich bis zum Frühjahr festigen und dem Baum einen guten Start am neuen Standort ermöglichen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Umpflanzen

  1. Vorbereitung des neuen Standorts: Heben Sie am vorgesehenen Standort ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen des Kirschbaums. Legen Sie eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton am Boden des Lochs an, um Staunässe zu vermeiden, und bedecken Sie diese mit einer Schicht kompostangereicherter Erde.
  2. Wurzelballen vorbereiten: Ritzen Sie den Wurzelballen an einigen Stellen vorsichtig an, um das Wachstum neuer Wurzeln anzuregen.
  3. Umstechen und Ausgraben: Stechen Sie den Boden um den Kirschbaum kreisförmig um. Der Durchmesser des Kreises sollte etwa drei Viertel des Kronendurchmessers betragen. Beispiel: Bei einem Kronendurchmesser von drei Metern sollte der Kreisdurchmesser etwa 2,25 Meter sein. Graben Sie den Wurzelballen anschließend sorgfältig aus und lösen Sie ihn vollständig aus dem Boden. Sollten dabei Wurzeln beschädigt werden, schneiden Sie diese mit einer scharfen Gartenschere sauber ab.
  4. Wurzelballen schützen: Umwickeln Sie den Wurzelballen für den Transport mit Vlies oder Sackleinen, um ihn vor dem Austrocknen zu schützen.
  5. Einsetzen des Kirschbaums: Setzen Sie den Kirschbaum in das vorbereitete Pflanzloch. Achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle etwa 5 cm über dem Bodenniveau liegt. Füllen Sie das Loch mit einer Mischung aus der ausgehobenen Erde, Kompost und Gesteinsmehl auf und treten Sie die Erde vorsichtig fest.
  6. Baum stabilisieren: Schlagen Sie einen Stützpfahl in die Erde neben dem Baum und befestigen Sie den Baum daran. Dies gibt ihm zusätzliche Stabilität und schützt ihn vor Wind.
  7. Gießen: Bilden Sie einen Gießrand um den Baum, um das Wasser zu halten, und gießen Sie ihn anschließend gründlich.

Ausgraben der Wurzeln: Besondere Vorsicht ist geboten

Das Ausgraben der Wurzeln eines Kirschbaums erfordert aufgrund des komplexen Wurzelsystems eine behutsame und gut geplante Vorgehensweise. Ein methodisches Vorgehen hilft, Schäden an umliegenden Strukturen zu vermeiden und das Risiko zu minimieren, wichtige Wurzeln zu beschädigen.

Werkzeuge und Ausrüstung

Die Wahl der richtigen Werkzeuge erleichtert das Ausgraben und minimiert die Gefahr von Schäden:

  • Spaten: Für das präzise Ausheben rund um den Wurzelballen und das Durchtrennen oberflächlicher Wurzeln.
  • Grabegabel: Zum Lockern der Erde rund um den Wurzelballen, was das Freilegen der Wurzeln erleichtert.
  • Axt oder scharfe Schere: Für das Durchtrennen größerer Wurzeln. Eine saubere Schnittführung ist wichtig, um die Pflanze nicht zusätzlich zu schädigen.
  • Schutzkleidung: Tragen Sie Handschuhe und Schutzbrille, um Verletzungen vorzubeugen. Sicherheitsschuhe schützen die Füße bei der Arbeit mit schweren Werkzeugen.
  • Seilwinde oder mechanische Hilfe: Bei großflächig verzweigten oder tief verwurzelten Exemplaren kann der Einsatz von Maschinen notwendig sein.

Tipps für sicheres und effektives Ausgraben

Um das Wurzelsystem so schonend wie möglich aus dem Boden zu lösen, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Planung und Vorbereitung: Ermitteln Sie die ungefähre Ausdehnung des Wurzelsystems. Kreisförmiges Umstechen des Bodens bei etwa zwei Dritteln des Kronenumfangs hilft, den Hauptwurzelbereich zu erfassen.
  2. Schrittweise Freilegung: Beginnen Sie mit dem Ausheben der Erde um den Baum herum und folgen Sie den Hauptwurzeln. Vermeiden Sie, direkt am Stamm zu graben.
  3. Durchtrennen der Wurzeln: Dickere Wurzeln sollten mit einer Axt oder scharfen Schere durchtrennt werden. Achten Sie auf einen sauberen Schnitt, um die Wundheilung der Pflanze zu unterstützen.
  4. Entfernung des Wurzelballens: Heben Sie den Wurzelballen vorsichtig aus dem Boden. Bei großen Exemplaren kann ein Bagger oder eine Seilwinde erforderlich sein.
  5. Entsorgung: Kompostieren Sie die entnommenen Wurzelteile oder nutzen Sie eine geeignete Methode zur Entsorgung.

Mit den richtigen Werkzeugen, einer durchdachten Vorgehensweise und diesen hilfreichen Tipps minimieren Sie das Risiko von Schäden und unterstützen ein erfolgreiches Anwachsen des Baumes am neuen Standort.