Welche Arten von Kastanien gibt es eigentlich?

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Sorten von Kastanien, grundsätzlich aber zwei völlig verschiedene Arten - die Rosskastanie und die Edelkastanie. Diese beiden sind nicht miteinander verwandt, auch wenn sie sich ähnlich sehen. Sie gehören sogar zu unterschiedlichen Pflanzenfamilien.

kastanienarten
Die Esskastanie gehört nicht zur gleichen Gattung wie die Rosskastanie

Grundsätzlich eignen sich alle Kastanien für eine Pflanzung im eigenen Garten. Sie brauchen jedoch recht viel Platz und einen sonnigen Standort. In der Pflege und den Bodenansprüchen unterscheiden sich die Arten nur unwesentlich. Eine Ausnahme bildet jedoch die Australische Kastanie, die lediglich den Namen mit den anderen Kastanien gemeinsam hat.

Die Rosskastanie

Die Rosskastanie (bot. Aesculus) ist eine Gattung mit etwa zwölf verschiedenen Arten und gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (bot. Sapindaceae). Ihre Früchte sind ungenießbar bis leicht giftig. Der Verzehr sorgt für Magen-Darmprobleme wie Übelkeit, erbrechen und Durchfall. Dafür eignen sie sich hervorragend für herbstliche Basteleien und sogar als Tierfutter. Sehr beliebt sind Rosskastanien auch als Allee- und Parkbäume.

Die Edel- oder Esskastanie

Die Edelkastanie (bot. Castanea sativa) gehört zur Gattung der Kastanien (bot. Castanea) und damit in die Familie der Buchengewächse (bot. Fagaceae). Wie der Name schon vermuten lässt, sind die Früchte essbar. In einer rauen Gegend sind Esskastanien deutlich seltener zu finden als in mildem Klima. Im Mittelalter waren viele Menschen auf dieses heute als Delikatesse geltende Lebensmittel angewiesen um nicht zu verhungern.

Die Marone

Als Marone werden zum einen die Früchte der Esskastanien bezeichnet, vor allem aber auch die Zuchtsorten der Edelkastanie. Die Züchtungen sind zum Beispiel auf Resistenzen gegenüber Schädlingen und Krankheiten, längere Blüte- oder Erntezeit aber auch Lagerfähigkeit der Früchte ausgerichtet. Die Früchte sind meist größer und der Ernteertrag höher. Daher sind sie besonders gut für einen gewerblichen Anbau geeignet.

Die Australische Kastanie

Sie gehört zu den Hülsenfrüchtlern (bot. Fabaceae) und wird gern als Zimmerpflanze gehalten. Sie stammt ursprünglich aus Australien, ist immergrün und wird hierzulande auch unter dem Namen Bohnenbaum gehandelt, was durchaus passend ist. Die Pflanze wächst aus einer nierenähnlichen Bohne, die erst nach längerer Zeit vergeht. Auch wenn sie im Zimmer praktisch nie blüht, ist die Australische Kastanie sehr dekorativ.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rosskastanie: ungenießbare Früchte, dekorativer Baum
  • Esskastanie: schmackhafte, eher kleine, nicht lange lagerfähige Früchte, meist nicht sehr frostverträglich
  • Marone: große schmackhafte Früchte, lange lagerfähig, hoher Ernteertrag, für gewerblichen Anbau besonders gut geeignet
  • Australische Kastanie: Hülsenfrucht, „Bohnenbaum“, sehr dekorative Zimmerpflanze

Tipps

Wenn Sie eine Kastanie pflanzen möchten, dann entscheiden Sie vorher, ob und gegebenenfalls wie Sie die Pflanze beziehungsweise die Früchte nutzen wollen.

Text: Ursula Eggers
Artikelbild: Ivonne Wierink/Shutterstock
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