Pflanzensteckbrief: Die echte Kamille

Seit Jahrtausenden wird die Kamille wegen ihrer heilenden Wirkung geschätzt. Die Ägypter verehrten sie als Blume des Sonnengotts, bei den Germanen zählte sie sogar zu den neun heiligen Pflanzen. Bis heute kommt keine Kräuterapotheke ohne diese Heilpflanze, die sich auch im heimischen Garten problemlos kultivieren lässt, aus.

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In Deutschland lässt sich die Echte Kamille auch wild finden

Pflanzensteckbrief:

  • Botanischer Name: Matricaria recutita, Matricaria chamomilla
  • Weitere Namen: Feldkamille, Hermel, Garmille, Mägdeblume, Kummerblume
  • Ordnung: Asternartige (Asterales)
  • Gattung: Kamillen
  • Familie: Korbblütler
  • Wuchshöhe: 15 – 50 Zentimeter
  • Wuchsform: Einjährig Horstbildend, locker, buschig
  • Hauptblütezeit: Mai bis Juli
  • Blattfarbe: Saftig grün
  • Blattform: Doppelt oder dreifach gefiedert
  • Blütenfarbe: Weiß, gelb
  • Blütenform: Blütenkörbchen

Herkunft

Ursprünglich war die Kamille in Südeuropa, dem Mittelmeerraum und Kleinasien beheimatet und kommt heute in ganz Europa vor. Wildwachsend kann man das Heilkraut vor allem auf Brachflächen sowie an Acker- und Wegrändern finden.

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Pflanzung und Pflege:

Die Kamille bevorzugt einen sonnigen, warmen und eher trockenen Platz. Das Substrat sollte tiefgründig sein. Wichtig ist, dass das Wasser gut ablaufen kann, da die Pflanze empfindlich auf Staunässe reagiert.

Die Heilpflanze können Sie aus im Fachhandel erhältlichem Saatgut problemlos selbst heranziehen. Säen Sie diese ab April in Reihen aus. Da die Kamille ein Lichtkeimer ist, werden die Samen nur leicht angedrückt, aber nicht mit Erde bedeckt. Sobald sich das dritte Blattpaar zeigt, vereinzeln Sie die Pflänzchen auf 20 Zentimeter.

Vermehrung:

Lassen Sie im Herbst einige Blütenköpfchen stehen und abfallen, samt sich die Kamille selbst aus. Im nächsten Frühjahr erscheinen ohne weiteres Zutun in unmittelbarer Nähe der Mutterpflanze neue Pflanzen.

Kamille ernten

Pflücken Sie die Blüten, bevorzugt in den Morgenstunden, bevor Sie ganz geöffnet sind. Zu diesem Zeitpunkt enthalten sie die höchste Menge an wertvollen, ätherischen Ölen.

Nach der Ernte werden die Blüten an einem luftigen Ort auf einem ausgebreiteten Tuch getrocknet. Lagern Sie das Heilkraut in dunklen, gut verschließbaren Gefäßen, damit Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Krankheiten und Schädlinge:

Trotzdem die Kamille recht robust ist, ist sie anfällig für Echten und Falschen Mehltau. In feuchten Jahren droht zudem der Befall mit Pilzkrankheiten.

Kamille wird auch im Hausgarten gelegentlich vom Kamillenglattkäfer oder dem Kamillenstängelrüssler heimgesucht. Um die Tierchen von den Pflanzen fernzuhalten können Sie die Heilpflanze mit Netzen oder einem Pflanzenvlies abdecken.

Die heilende Wirkung

Die Kamille wird wegen ihrer entzündungshemmenden, antibakteriellen, krampflösenden und beruhigenden Eigenschaften geschätzt. Sie kommt bei:

  • Beschwerden des Magen-Darm-Trakts,
  • Entzündungen der Haut und Schleimhaut,
  • Erkältungen,
  • Sonnenbrand,
  • Menstruationsbeschwerden

zum Einsatz.

In der Regel wird ein Sud angesetzt. Geben Sie hierfür etwa drei Teelöffel der Blüten in eine Tasse und übergießen Sie diese mit heißem Wasser. Zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.

Tipps

Die echte Kamille wird häufig mit der Gattung der Hundskamille (Anthemis) verwechselt. Ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal ist der Geruch, denn die Hundskamille verströmt ein strenges, scharfes Aroma, das den feinen Duft der echten Kamille in nichts ähnelt.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Zeljko Radojko/Shutterstock

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