Zierlauch: Pflanzen und pflegen (Allium)

Wer das Wort "Lauch" hört, denkt zunächst an das schmackhafte und gesunde Gemüse, welches besonders in den Wintermonaten auf den Tisch kommt und viele Gerichte bereichert. Eng verwandt mit diesem sind die verschiedenen Zierlauch-Arten, die wegen ihrer großen, meist kräftig violetten Blütenbällen in vielen Blumenrabatten zu finden sind. Wie Sie diese pflanzen, pflegen und mit anderen Gewächsen geschickt kombinieren, erfahren Sie in folgendem Artikel.

zierlauch
Zierlauch ist eine schöne Bereicherung für den Garten

Herkunft und Verbreitung

Allium-Gewächse sind auf der ganzen Welt zu Hause, wobei die weitaus meisten Arten auf der Nordhalbkugel der Erde zu finden sind. In Deutschland sind nur wenige Arten heimisch, wozu beispielsweise der wild in Misch- und Buchenwäldern wachsende Bärlauch (Allium ursinum) gehört. Zierlauch dagegen stammt ursprünglich aus Zentralasien, wo seine Wildformen in den weiten Steppen sowie auch in den Gebirgen wachsen. Die ersten Pflanzen kamen mit den Kreuzfahrern nach Europa und fanden alsbald Eingang in den Gärten der Klöster, später auch in den Bauerngärten. Bei den rund 35 im Handel erhältlichen Arten handelt es sich mehrheitlich um speziell gezüchtete Hybride. Doch auch Arten wie der Iran-Lauch (Allium aflatunense) und der Sternkugel-Lauch (Allium christophii) erfreuen sich großer Beliebtheit.

Verwendung

Zu den Zierlauch-Arten gehören übrigens auch die meist als reine Nutzpflanzen kultivierten Speisezwiebeln (Allium cepa) sowie Knoblauch (Allium sativum), Porree (Allium ampeloprasum bzw. porrum) und Schnittlauch (Allium schoenoprasum). Alle zusammen zählen zu der großen, rund 950 verschiedene Arten umfassende Familie der Allium-Gewächse. Im Gegensatz zu den Nutzpflanzen findet Zierlauch wegen seiner auffälligen Blütenpracht ausschließlich als reine Rabattenpflanze Anwendung, auch wenn er ebenfalls essbar ist.

Aussehen und Wuchs

Bei Zierlauch handelt es sich um so genannte Zwiebelblumen, die, je nach Art und Sorte, Wuchshöhen bis zu 150 Zentimetern erreichen. Manche Arten wie beispielsweise der Blauzungen-Lauch (Allium nevskianum) bleibt mit durchschnittlich 12 bis 15 Zentimetern Höhe jedoch deutlich kleiner. Die stattlichste Höhe erreicht der beliebte Riesen-Lauch (Allium giganteum).

Wie alle Zwiebelblumen treibt auch der Zierlauch im Frühjahr aus den Zwiebeln aus. Die oberirdischen Pflanzenteile – das Laub sowie die Blütenschäfte – sterben jedoch nach der Blüte sowie der Samenreife ab, während die Zwiebel als unterirdisches Speicherorgan in der Erde überwintert und im folgenden Frühjahr erneut austreibt. Die Vegetationsperiode dauert in der Regel etwa drei bis vier Monate.

Blätter

Aus der Zwiebel entsprießt in der Regel ein langer, unbeblätterter Blütenschaft sowie lange, schmale und zumeist ungestielte Laubblätter. Der Blütenschaft ist zudem von einem Hüllblatt umgeben, dass den Stängel während des Austriebs schützen soll. Allerdings trocknet es schnell ein je größer und kräftiger der Schaft wird.

Blüte und Blütezeit

Die meisten Zierlauch-Arten blühen zwischen Mai und Juni, wobei im Handel auch später blühende Sorten erhältlich sind. Die großen Blütendolden haben typischerweise eine Kugelform, in der viele kleine Einzelblüten zu auffälligen Blütenständen mit Durchmessern von bis zu 25 Zentimetern zusammengefasst sind. Die weitaus meisten Zierlauch-Sorten blühen in Violett-Tönen, manche Züchtungen fallen jedoch durch Blüten in Weiß, Rosa, Rot, Gelb oder sogar Blau auf.

Des Weiteren finden Zierlauch-Blüten Verwendung in frischen Blumensträußen sowie auch in Trockensträußen, die über viele Monate hinweg haltbar sind.

Früchte

Aufgrund des hohen Nektargehalts ist Zierlauch eine beliebte Futterpflanze für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Diese befruchten die Blüten, woraufhin sich Kapselfrüchte ausbilden. Diese enthalten winzige, kugelige, schwarze Samen.

Ist Zierlauch giftig?

Zwar wird der Zierlauch ausschließlich als Zierpflanze im Blumengarten gepflanzt, ist aber genau wie seine Verwandten ungiftig und sogar vielseitig in der Küche verwendbar. Sowohl die Zwiebeln als auch die Blätter und sogar die Blüten lassen sich in Salaten, Eintöpfen oder zum Würzen einsetzen, wobei der Geschmack dieser Pflanze natürlich nicht so intensiv und wohlschmeckend ist wie der von Speisezwiebeln und herkömmlichem Lauch – schließlich setzen die Züchter ihre Schwerpunkte mehr auf die Schönheit der Blumen und weniger auf das Aroma. Sehr hübsch sehen die zarten Blüten übrigens als essbare Dekoration auf Salaten und anderen Gerichten aus.

Lediglich Hunde dürfen Lauch – ebenso wie andere Allium-Arten übrigens – nicht fressen, da diese für die Vierbeiner in höheren Dosen giftig sind. Die Inhaltsstoffe der Pflanze, die in konzentrierter Form vor allem in den Zwiebeln vorkommt, können die roten Blutkörperchen der Vierbeiner zersetzen. Übrigens meiden viele andere Tiere, darunter Nager wie Kaninchen und Meerschweinchen, instinktiv Zwiebelgewächse.
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Welcher Standort ist geeignet?

Fast alle Zierlauch-Arten brauchen einen vollsonnigen und trockenen Standort. Schließlich stammen die Wildformen aus den trockenen Steppen- und steinigen Gebirgsregionen Asiens, wo sie an häufig sehr exponierten und kargen Plätzen gedeihen.
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Boden

Allium-Arten gedeihen oft an Gartenstandorten, an denen andere Blumen sich schwer tun. Der Boden sollte gut durchlässig, trocken, humos und möglichst locker sein. Nässe bzw. übermäßige Feuchtigkeit verträgt der Zierlauch nicht, hier fault er schnell und geht ein. Pflanzen Sie die Zwiebeln an Standorten, an denen sich auch Tulpen wohlfühlen. Schwere, lehmige Untergründe sind dagegen nicht geeignet.

Zierlauch richtig pflanzen

Pflanzen Sie die Allium-Zwiebeln an einen geeigneten Standort, wobei der Boden zuvor entsprechend gelockert und gegebenenfalls verbessert werden sollte. Lehmige Erde beispielsweise kann mit grobem Sand und Kompost aufgewertet werden, so dass Regenwasser besser abfließt. Das Pflanzloch ist etwa dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist. Achten Sie darauf, das Ende mit den Wurzelansätzen nach unten zu pflanzen. Markieren Sie die Pflanzstellen mit einem Stab oder ähnlichem, um die Zwiebeln bei eventuellen Bodenarbeiten nicht zu beschädigen.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Ideal ist eine frühe Pflanzung der Zwiebeln zwischen September und November, wobei diese möglichst noch vor dem ersten Frost einwurzeln sollte. Ausnahme sind lediglich früh austreibende Zierlauch-Sorten wie etwa ‘Purple Sensation’, bei denen ein früher Pflanztermin zugleich einen sehr frühen Austrieb nach sich ziehen würde – mit der Gefahr, dass dieser aufgrund von (späten) Frösten erfriert.
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Der richtige Pflanzabstand

Der Pflanzabstand variiert zwischen den Arten und Sorten des Zierlauchs, hängt im Wesentlichen von der jeweiligen Wuchshöhe und -breite ab. Die rund einen Meter hoch werdende Sorte ‘Globemaster’ etwa sollte mit Abständen von rund 20 Zentimetern ins Beet gesetzt werden. Pro Quadratmeter können Sie also Gruppen von 24 bis 26 Pflanzen einplanen. Der Riesen-Zierlauch braucht sogar bis zu 40 Zentimeter Platz pro Pflanze (10 bis maximal 20 Pflanzen pro Quadratmeter), während der zwar niedrige, aber recht breite Blauzungen-Lauch ebenfalls einen Abstand von 20 bis 25 Zentimetern einfordert.

Aussaat

Zierlauch lässt sich aber auch sehr gut über Samen vermehren, die Sie aus den reifen Samenkapseln gewinnen oder auch im Handel kaufen können. Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat sind die Monate März bis April, denn der Kaltkeimer benötigt eine Phase mit Temperaturen von weniger als zehn Grad Celsius. Der Kältereiz bricht die Keimhemmung sobald die Temperaturen anschließend steigen. Bringen Sie das Saatgut direkt ins gut vorbereitete Beet aus, wobei Sie der Pflanzerde Kompost untermischen. Legen Sie je zwei Samen in ein etwa einen Zentimeter tiefes Pflanzloch und bedecken Sie diese nur locker mit Erde. Später wird bei Bedarf pikiert, damit die Pflanzen nicht zu eng stehen.
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Vorziehen

Natürlich lässt sich Zierlauch auch auf der heimischen Fensterbank vorziehen, allerdings ist dieses Vorhaben aus gleich mehreren Gründen unnötig. Zum Einen wachsen die Pflanzen, einmal gekeimt, sehr schnell und gelangen ebenso schnell zur Blüte. Zum Anderen ist es schwierig, die Samen in der Wohnung keimen zu lassen. Dazu müssten Sie

  • die im Herbst geernteten Samen über den Winter feucht und warm lagern
  • dabei regelmäßig lüften und auf Schimmel kontrollieren
  • ab Dezember / Januar für acht Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren
  • und erst ab März in Aussaattöpfe aussäen

Einfacher wird es, wenn Sie die Samen gleich nach der sommerlichen Ernte direkt im Beet ausbringen, wo sie dann im nächsten Frühjahr keimen und wachsen können. Dabei brauchen Sie das Saatgut nicht einmal selbst zu ernten: Zierlauch neigt stark zur Selbstaussaat sofern die Standort- und Wachstumsbedingungen stimmen.

Zierlauch gießen

Zierlauch braucht keine zusätzlichen Wassergaben, da die aus Trockengebieten stammenden Pflanzen keine übermäßige Feuchtigkeit vertragen. Doch auch wenn die Pflanzen nur wenig Wasser brauchen, dürfen sie dennoch nicht austrocknen.

Zierlauch richtig düngen

Für eine schöne Blüte sind stattdessen Düngergaben unerlässlich. Humus bzw. Kompost eignet sich sehr gut, der direkt bei der Pflanzung mit ins Pflanzloch gegeben wird. Im Frühjahr erfolgt eine weitere Düngung mit Kompost oder selbst angesetzter Pflanzenjauche, wobei eine Mischung aus Brennnessel- und Beinwelljauche besonders gut geeignet ist.

Zierlauch richtig schneiden

Schneiden Sie vertrockneten und verblühten Zierlauch auf keinen Fall zu früh, da die in den oberirdischen Pflanzenteilen noch enthaltenen Nährstoffe von der Zwiebel aufgenommen und für den Austrieb im kommenden Jahr benötigt werden. Schneiden Sie daher die Blätter erst dann ab, wenn diese vollständig vertrocknet sind. Die Blütenstände können Sie sogar noch länger stehen lassen, da diese auch in verblühtem Zustand noch ansprechend aussehen. Ob Sie die Samenstände stehen lassen oder entfernen, bleibt dagegen Ihre Entscheidung: Soll der Zierlauch auf keinen Fall aussamen, ist das Abschneiden sinnvoll.
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Zierlauch vermehren

Zierlauch lässt sich sehr einfach selbst vermehren. Dafür können Sie die Samen verwenden – oder die Tochterzwiebeln, die jede Zwiebel ausbildet. Diese auch als Brutzwiebeln bezeichneten Ableger entwickeln sich direkt an der Mutterzwiebel und können im Herbst leicht von dieser gelöst und separat eingepflanzt werden. Dazu schneiden Sie die oberirdischen Pflanzenteile bodennah ab und graben die Lauchzwiebeln vorsichtig sowie ohne diese zu beschädigen aus. Für die Vermehrung geeignet sind Brutzwiebeln dann, wenn sie dick, prall und weiß sind.
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Winterhart

Nicht alle Zierlauch-Arten sind winterhart, weshalb die Überwinterung unterschiedlich erfolgt. Frostharte Sorten schneiden Sie im Herbst lediglich herunter und bedecken Sie Pflanzstelle mit Reisig, nicht winterharte Zwiebeln dagegen müssen ausgegraben und kühl sowie dunkel überwintert werden. Die wenigen frostempfindlichen Arten lassen sich oft leichter in einem Topf kultivieren, den Sie im Herbst einfach in den kühlen Keller stellen und im Frühjahr wieder ausräumen.
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Schädlinge

Wie alle Allium-Arten wird auch Zierlauch oft von der Großen Zwiebelfliege (Merodon equestris) befallen. Neben dieser gibt es noch zwei weitere Fliegenarten, Eumerus tuberculatus und Eumerus strigatus, die wie die Große Zwiebelfliege ihre Eier an der Zwiebel ablegen. Nach dem Schlupf der Maden dient die Zwiebel dieser zur Ernährung, wird zerfressen und fault schließlich. Beugen Sie einer Verbreitung vor, indem Sie faulige Lauchzwiebeln niemals auf den Kompost werfen. Ist an einem Standort bereits ein Befall aufgetreten, pflanzen Sie neue Zwiebeln keinesfalls am gleicher Stelle an.

Da die Fliegen keine Möhren mögen, lassen sie sich gut durch das regelmäßige Gießen mit einem Möhrenkraut-Sud fernhalten. Das Prinzip ist aus dem Nutzgarten bereits bekannt, indem Speisezwiebeln stets zusammen mit Möhren kultiviert werden sollen.

Des Weiteren lässt sich auch der Dickmaulrüssler die Zwiebeln gerne schmecken, während Blattläuse und Schnecken sich eher an den oberirdischen Pflanzenteilen gütlich tun.

Zierlauch blüht nicht, was tun?

Insbesondere die großen Zierlauch-Arten neigen bereits nach wenigen Jahren an Blühfaulheit. Dahinter steckt oft ein Nährstoffmangel, der sich durch eine regelmäßige Düngung beheben lässt. Wenn aber auch das nicht hilft, kommen andere Ursachen in Frage. Trockenheit im Frühjahr, Schädlingsbefall, Nässe und damit einhergehend faulende Zwiebeln sind mögliche Gründe für die ausbleibende Blüte.

Manchmal hilft ein Standortwechsel, bei dem Sie die Zwiebeln im Herbst ausgraben und an einer neuen, womöglich besser geeigneten Stelle im Garten wieder einpflanzen. Vermischen Sie den Aushub dafür gut mit Kompost und Hornspänen, um einen erneuten Austrieb im kommenden Frühjahr anzuregen.

Tipps

Versorgen Sie den Zierlauch regelmäßig mit zerstoßenen Eierschalen, blüht er umso schöner.

Arten und Sorten

Weltweit gibt es etwa 900 verschiedene Arten des Zierlauchs mit zahlreichen Sorten. Die schönsten für den heimischen Garten haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengestellt.

  • Purpur-Kugellauch ‘Purple Sensation’ (Allium aflatunense): bis zu 90 Zentimeter hoch, Blütenbälle bis zu zehn Zentimeter im Durchmesser
  • Goldlauch ‘Jeannine’ (Allium moly): leuchtend goldgelbe, flache Blütenstände, bis 35 Zentimeter hoch, für schattige Standorte
  • Granat-Kugellauch (Allium atropurpureum): weinrote Blütenfarbe, Wuchshöhe bis 80 Zentimeter
  • Blauer Zierlauch (Allium caeruleum): sehr frühe Blütezeit ab März, enzianblaue Blütenfarbe
  • Sternkugel-Lauch (Allium christophii): Wuchshöhe bis 40 Zentimeter, amethystfarbene, bis 25 Zentimeter große Blüten
  • Weißer Blauzungen-Lauch ‘Ivory Queen’ Allium (karataviens). Wuchshöhe bis 25 Zentimeter, weiße, bis 15 Zentimeter große Blütenbälle
  • Riesen-Lauch ‘Ambassador’ (Allium giganteum): Wuchshöhe bis 200 Zentimeter, purpurviolette Blütenbälle
  • Riesen-Lauch ‘Globemaster’ (Allium giganteum): Wuchshöhe bis 200 Zentimeter, purpurviolette Blütenbälle
  • Weißer Riesen-Lauch ‘Mount Everest’ (Allium giganteum): Wuchshöhe bis 120 Zentimeter, grünweiße Blütenbälle
  • Zwerg-Zierlauch (Allium oreophilum): Wuchshöhe bis 15 Zentimeter, teppichartiger Wuchs, karminrosa Blüten
  • Rosenlauch (Allium ostrowskianum): Wuchshöhe bis 25 Zentimeter, große, karminrosa Blütenbälle
  • Fliederlauch (Allium pulchellum): späte Blütezeit zwischen Juli und August, Wuchshöhe bis 40 Zentimeter, zahlreiche fliederfarbene Blüten
  • Bärlauch (Allium ursinum): auch Wilder Knoblauch, für schattige Standorte, Wuchshöhe bis 30 Zentimeter, weiße Blüten
Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Syda Productions/Shutterstock

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