Kakteen

Kakteen selber säen: Anleitung für prächtige Pflanzen

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Kakteen faszinieren durch ihre außergewöhnlichen Formen und Farben. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die spannende Welt der Kakteen-Aussaat, von der Auswahl des Saatguts bis zur Pflege der Jungpflanzen.

Kakteen säen
Kakteen können auch ausgesät werden

Die Aussaat Schritt für Schritt

Die beste Zeit für die Kakteen-Aussaat ist im Frühjahr zwischen März und Juni. Diese Zeitspanne bietet ideale Keimbedingungen und fördert ein kräftiges Wachstum der Sämlinge in den warmen Sommermonaten.

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Auswahl des Saatguts

Für Anfänger sind pflegeleichte Kakteenarten am besten geeignet, da sie eine gute Keimfähigkeit zeigen und problemlos wachsen. Besonders empfehlenswert sind Gattungen wie Ferocactus, Frailea, Gymnocalycium, Lobivia, Notocactus und Trichocereus.

Vorbereitung des Saatguts

Das Saatgut sollte vor der Aussaat gereinigt und desinfiziert werden. Legen Sie die Samen für mehrere Stunden in eine dreiprozentige Wasserstoffperoxid- oder eine rosafarbene Kaliumpermanganat-Lösung. Lassen Sie die Samen danach gründlich trocknen.

Auswahl des Aussaatgefäßes

Verwenden Sie flache Schalen, Kunststoffbecher oder spezielle Anzucht-Gewächshäuser. Wichtig ist, dass die Gefäße über Wasserabzugslöcher verfügen, um Staunässe zu vermeiden. Reinigen Sie die Gefäße gründlich mit einem Desinfektionsmittel, um Pilzbefall vorzubeugen.

Vorbereitung des Substrats

Das ideale Substrat für die Anzucht von Kakteen ist gut durchlässig und keimfrei. Eine Mischung aus Weißtorf und Sand im Verhältnis 1:1 eignet sich hervorragend. Um die Luftdurchlässigkeit zu erhöhen, können Ziegelmehl, Zeolith oder Blähton beigemischt werden. Sterilisieren Sie das Substrat in der Mikrowelle, indem Sie es feucht etwa zehn Minuten erhitzen.

Aussaat

Befüllen Sie die Aussaatgefäße etwa zwei bis drei Zentimeter hoch mit dem vorbereiteten Substrat und befeuchten Sie es leicht. Die Kakteensamen werden gleichmäßig auf der Substratoberfläche verteilt und leicht angedrückt, da Kakteen Lichtkeimer sind und nicht mit Erde bedeckt werden sollten.

Keimung

Decken Sie das Aussaatgefäß mit einer Glasscheibe, einem transparenten Plastikdeckel oder Vlies ab, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten und das Substrat vor dem Austrocknen zu schützen. Stellen Sie das Gefäß an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die Keimtemperaturen sollten zwischen 20 und 30 Grad Celsius liegen. Die Keimdauer kann je nach Kakteenart und Umgebungsbedingungen von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen variieren.

Pflege der Sämlinge

Beginnen die Samen zu keimen, lüften Sie das Aussaatgefäß regelmäßig, um die Sämlinge langsam an Frischluft zu gewöhnen. Sobald die Sämlinge stabil genug sind, kann die Abdeckung vollständig entfernt werden. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, jedoch vermeiden Sie Staunässe. Gießen Sie von unten, indem Sie das Gefäß in ein Wasserbad stellen. Nach der Bildung eines kleinen Pflanzenkörpers und den ersten Dornen kann die Substratoberfläche gelegentlich abtrocknen. Beginnen Sie nach etwa sechs bis zehn Wochen mit der Düngung, anfänglich mit halber Konzentration eines speziellen Sukkulentendüngers. Zur Vorbeugung gegen Pilzbefall, besprühen oder gießen Sie die Sämlinge regelmäßig mit einer Schachtelhalm-Extrakt-Lösung.

Pikieren

Nach etwa sechs bis zwölf Monaten benötigen die Sämlinge mehr Platz und sollten pikiert, also in einzelne Töpfe umgepflanzt werden. Verwenden Sie ein gut durchlässiges Substrat und achten Sie darauf, die empfindlichen Wurzeln nicht zu beschädigen. Um die Wurzelbildung zu fördern, können die Jungpflanzen nach dem Pikieren mit einer Baldrian-Extrakt-Lösung besprüht werden.

Bilder: v_rachai / iStockphoto