Kakteen schneiden – Wie geht das?

Wenn der majestätische Säulenkaktus mit der Decke kollidiert oder ein Arm des Schlangenkaktus beschädigt ist, behebt ein Rückschnitt das Problem. Diese Anleitung erklärt, wie Sie einen Kaktus fachgerecht kürzen mit Tipps zum Schneidwerkzeug und der richtigen Nachbehandlung von Schnittwunden.

Kakteen kürzen
Kakteen können gekürzt werden
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Vorbereitungsarbeiten für einen erfolgreichen Schnitt

Damit ein Kaktus mit seinen sukkulenten, fleischigen Trieben und Blättern einen Rückschnitt schadlos übersteht, schenken Sie der Qualität des Schneidwerkzeugs Ihre besondere Aufmerksamkeit. Fernerhin treffen Sie bitte mit den folgenden Vorbereitungsarbeiten entsprechende Vorkehrungen, damit Sie nicht Opfer der stacheligen Pflanzen-Bewehrung werden:

  • Zum Kürzen fleischiger Pflanzenteile ein Skalpell oder frisch geschärftes Messer bereitlegen
  • Für den Schnitt verholzter Triebe ein Sägemesser verwenden
  • Jede Klinge mit Spiritus desinfizieren
  • Stabile Handschuhe aus Leder oder Nitril anlegen
  • Für die Wundbehandlung Holzkohleasche im Gartencenter erwerben

Da mit dicken Handschuhen die Fingerfertigkeit beeinträchtigt wird, empfehlen wir für die Fixierung der Triebe alternativ eine Grill- oder Küchenzange.

So kürzen Sie einen Kaktus fachgerecht

Die beste Zeit, um Kakteen zu kürzen, ist während der Monate März bis Juli. Mit der folgenden Schnittführung werden eventuelle Schäden behoben, die Größe reguliert und zugleich ein erneuter Austrieb sichergestellt:

  • Einen zu lang oder zu groß geratenen Kaktus an der schmalsten Stelle kürzen
  • Den Schnitt leicht schräg ansetzen, damit Pflanzensaft ungehindert ablaufen kann
  • Unverzweigte Säulen-Kakteen idealerweise bis zum Triebende des Stamms zurückschneiden
  • Kranke, faulige Stellen wegschneiden bis ins helle, unverfärbte Gewebe

Die Schnittwunden bestäuben Sie anschließend mit dem Holzkohlepulver, um den Saftfluss zu minimieren und die Stelle zu desinfizieren. Sofern Sie kranke Pflanzenteile kürzen, wischen Sie bitte nach jedem Schnitt die Klinge mit einem Alkohol-getränkten Tuch ab.

Die ideale Schnitt-Tiefe sollte so bemessen sein, dass mindestens 1 bis 2 schlafende Augen am Trieb oder Stamm verweilen. Wo Dornen oder Blätter gedeihen, befinden sich in der Regel auch austriebsfähige Knospen, ohne die ein weiteres Wachstum nicht möglich ist.

Tipps

Kakteen sind nicht giftig, sodass Sie im Rahmen der Pflege keine Befürchtungen hegen müssen. Die Verletzungsgefahr durch die häufig sehr spitzen und kräftigen Dornen ist hingegen nicht zu unterschätzen. So beschenken uns Opuntien mit essbaren Früchten und traktieren uns zugleich mit Stacheln, die auf der Haut schmerzhafte Verletzungen und Entzündungen verursachen.

Text: Paula Jansen
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