Säulenkaktus

Säulenkaktus kürzen: Wann, wie und warum es nötig ist

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Säulenkakteen faszinieren mit ihrem majestätischen Wuchs, doch manchmal ist ein Rückschnitt notwendig. Dieser Artikel erläutert die Gründe und Methoden für das Kürzen von Säulenkakteen, um ihre Gesundheit und ein attraktives Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Säulenkaktus schneiden
Der Säulenkaktus kann mehrere Meter hoch werden

Gründe für den Rückschnitt eines Säulenkaktus

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Säulenkaktus einen Rückschnitt benötigt:

  • Wachstumsregulierung: Gerade in Innenräumen können Säulenkakteen eine beachtliche Größe erreichen. Ein Rückschnitt hilft, die Pflanze in einer handhabbaren Größe zu halten und verhindert, dass sie zu viel Platz beansprucht oder sogar an die Decke stößt.
  • Gesundheit fördern: Ältere Säulenkakteen können mit der Zeit an Vitalität verlieren. Durch einen Rückschnitt regen Sie neues Wachstum an, was der Pflanze ein attraktiveres Erscheinungsbild verleiht und ihre allgemeine Gesundheit verbessert.
  • Vermehrung: Die beim Kürzen abgetrennten Stecklinge bieten eine einfache Möglichkeit, neue Pflanzen zu ziehen und Ihren Kakteenbestand zu erweitern.

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Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt

Damit sich Ihr Säulenkaktus gut vom Rückschnitt erholen kann, ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts entscheidend. Am besten führen Sie diese Pflegemaßnahme zwischen März und Juli durch. In dieser Zeit befinden sich die Pflanzen in ihrer aktiven Wachstumsphase und können die entstandenen Schnittwunden effektiv und schnell verschließen. Vermeiden Sie einen Rückschnitt außerhalb dieses Zeitfensters, insbesondere während der winterlichen Ruhephase, da die Pflanzen dann nur eingeschränkt regenerationsfähig sind.

Benötigtes Werkzeug

Um einen Säulenkaktus erfolgreich zu kürzen, benötigen Sie einige spezielle Werkzeuge:

  • Scharfes Messer oder Skalpell: Ideal zum Schneiden weicher, fleischiger Pflanzenteile.
  • Sägemesser oder Baumsäge: Empfohlen für ältere, verholzte Säulen oder große Exemplare.
  • Desinfektionsmittel (z.B. Alkohol oder Spiritus): Zur Reinigung und Desinfektion der Schneidewerkzeuge, um eine Infektion der Pflanze zu vermeiden.
  • Holzkohlepulver: Dient zum Bestäuben der Schnittstelle und beugt Krankheitserregern vor.
  • Flüssiger Wundverschluss: Für die Nachbehandlung der Schnittstelle, um eine schnelle Heilung zu fördern.
  • Feste Handschuhe: Zum Schutz der Hände vor Verletzungen durch Stacheln.
  • Zeitungspapier: Kann zusätzlich als Schutz vor den Stacheln genutzt werden.

Durchführung des Rückschnitts

1. Vorbereitung: Stellen Sie sicher, dass alle notwendigen Werkzeuge sauber und desinfiziert sind. Tragen Sie festes Schuhwerk und schützen Sie Ihre Hände mit dicken Handschuhen.

2. Schnittführung:

  • Verzweigte Säulen: Kürzen Sie den Haupttrieb auf die Hälfte der Länge der obersten Seitentriebe. Entfernen Sie Verzweigungen direkt am Ausgangspunkt vom Stamm.
  • Unverzweigte Säulen: Führen Sie den Schnitt oberhalb eines gesunden Teils aus, möglichst an einer dünneren Stelle des Stammes oder zwischen zwei Triebgliedern. Die verbleibende Säule sollte ausreichend Länge haben, um neue Seitentriebe zu fördern.
  • Gliederkakteen: Schneiden Sie direkt an der schmalsten Stelle des Austriebs, um eine kleine Schnittfläche zu hinterlassen, was die Verletzung minimiert.
  • Allgemein: Verwenden Sie für alle Schnitte ein scharfes, desinfiziertes Schneidewerkzeug. Führen Sie bei allen Kakteentypen einen möglichst geraden und sauberen Schnitt aus, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verringern. Bei Kakteen, die im Freien gepflegt werden, ist ein leicht schräger Schnitt vorteilhaft, damit Wasser besser ablaufen kann.

3. Desinfektion: Reinigen Sie alle Werkzeuge nach dem Schnitt sorgfältig, besonders nach dem Kontakt mit kranken Pflanzenteilen.

4. Nachbehandlung: Verwenden Sie Holzkohlepulver auf der Schnittwunde, um eine Infektion zu verhindern. Nach dem vollständigen Abtrocknen der Schnittstelle tragen Sie einen flüssigen Wundverschluss auf, um die Heilung zu unterstützen.

Besondere Hinweise

  • Schnitttiefe: Vermeiden Sie ein zu tiefes Abschneiden, um die Regeneration der Pflanze durch vorhandene, austriebsfähige Knospen nicht zu gefährden. Diese befinden sich häufig an den austriebsaktiven Stellen, aus denen auch Dornen oder ähnliche Strukturen wachsen.
  • Faulstellen: Bei Anzeichen von Fäulnis am Pflanzenkörper ist es wichtig, das betroffene Gewebe bis in den gesunden Bereich hinein zu entfernen. Desinfizieren Sie das Schneidewerkzeug zwischen den Schnitten gründlich, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern.
  • Umgang mit Euphorbien: Bei Euphorbien, die beim Schnitt einen milchigen Saft absondern, ist besondere Vorsicht geboten. Der Kontakt dieses Saftes mit Haut und Augen kann irritierende bis schädliche Reaktionen hervorrufen. Tragen Sie während des Schnitts Handschuhe und reinigen Sie die Hände anschließend sorgfältig.
Bilder: photosthai / Shutterstock