Eine Radikalkur für die Hecke: Wie stark darf geschnitten werden?

Wächst Ihnen die grüne Umfriedung Ihres Grundstücks regelrecht über den Kopf, nimmt sie nicht nur viel Raum ein, sie stört unter Umständen auch durch ungewollten Schattenwurf. Dann ist ein radikaler Rückschnitt erforderlich, der jedoch mit Bedacht erfolgen sollte, damit die Pflanzen gesund wieder austreiben.

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Eine Hecke darf nur im sehr spät oder sehr zeitig im Jahr radikal zurückgeschnitten werden

Wie stark kann geschnitten werden?

Ist die Hecke ausufernd gewachsen und in die Jahre gekommen, sorgt eine Radikalkur dafür, dass sie wieder schön und gleichmäßig dicht wächst. Bei fast allen Heckenpflanzen ist die Sorge unbegründet, dass die Pflanzen in Folge dieser Maßnahme eingehen könnten. In der Regel schließt sich die Hecke schneller, als der Gartenfreund vermuten mag.

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Insbesondere wenn die Büsche von innen heraus verkahlt sind, lohnt ein starker Rückschnitt, da die Sträucher viele Neutriebe bilden. Nach einigen Monaten präsentiert sich die Umfriedung fast wie frisch gesetzt. Zu groß gewordene Pflanzen können Sie um circa die Hälfte oder sogar auf ein Drittel einkürzen.

Wie wird geschnitten?

Kürzen Sie die Hecke radikal, geht es für eine Weile kaum ohne optische Kompromisse. Der Grund: Fast immer präsentieren sich nur die äußeren, jungen Äste saftig grün. Sobald Sie einige Zentimeter abschneiden, fehlen Blätter oder Nadeln.

Schneiden Sie dennoch beherzt bis ins alte Holz. Dadurch wird die Pflanze dazu angeregt, die schlafenden Augen zu aktivieren. Hieraus bilden sich zahlreiche neue Triebe und viel Blattmasse.

Wichtig ist es, dass Sie zu einer Zeit zurückschneiden, in der das alte Holz genügend Reservestoffe für den kräftigen Neuaustrieb hat. Bevorzugt sollten Sie deshalb im Spätwinter, kurz bevor die Wachstumsperiode beginnt, zur Heckenschere (20,70€ bei Amazon*) greifen.

Vorgehensweise

  • Geschnitten werden sollte an einem frostfreien Tag, an dem die Temperatur mindestens fünf Grad beträgt.
  • Beschneiden Sie zunächst die Krone in der geplanten Höhe. Hier ist es sinnvoll, mit einer Spannleine zu arbeiten. So wird die Oberkante schön gerade.
  • Dann geht es an die Seiten der Hecke. Ideal ist eine leichte Trapezform, bei der die Schulter schmäler ausfällt als die Basis. Durch diesen Schnitt bekommen alle Triebe ausreichend Licht.
  • Alternativ können Sie die Umfriedung rechtwinklig schneiden, was allerdings Lichteinbußen im unteren Teil zur Folge hat.
  • Kürzen Sie die Sträucher keinesfalls nur oben, da durch diesen Rückschnitt das Wachstum ausschließlich im oberen Bereich angeregt wird. Dadurch wird der Wuchs unregelmäßig, da unten kaum frische Triebe nachwachsen.

Tipps

Vom 1. März bis zum 30. September erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz keine starken Heckenschnitte. Oberflächliche Ausbesserungsarbeiten, die durch den radikalen Rückschnitt nahezu unvermeidbar sind, dürfen Sie hingegen auch während der Sommermonate vornehmen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Tanita_St/Shutterstock

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