Hecken einfach abtöten – geht das?

Die Entfernung von Hecken ist mit viel Aufwand verbunden und häufig auch recht kostenintensiv. Die Sträucher müssen zunächst zurückgeschnitten, mühsam ausgegraben und im Anschluss entsorgt werden. Deshalb wünschen sich manche Gartenbesitzer, eine unkomplizierte Lösung.

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Man kann eine Hecke abtöten, indem man sie radikal runterschneidet und dann abdeckt

Gesetzeslage beachten

Werfen Sie vor der Beseitigung, egal ob Sie die Hecke mechanisch oder durch Chemie entfernen möchten, unbedingt einen Blick in das Bundesnaturschutzgesetz:

  • Vom 1. März bis 30. September sind radikale Rodungsarbeiten nicht erlaubt.
  • Bei Zuwiderhandlung drohen empfindliche Strafen.

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Umweltfreundliche Vernichtungsmittel

Sofern möglich, sollten Sie auf diese zurückgreifen. Der Vorteil: Mild wirksam schonen sie die Gewächse und Tiere in der Umgebung. Bewährt hat es sich beispielsweise, die Hecke radikal zurückzuschneiden und die verbleibenden Pflanzenteile mit einer dichten Folie abzudecken. Langfristig entzieht dies den Pflanzen die Lebensgrundlage, da die Photosynthese unterbunden wird.

Je nach Art der Heckenpflanzen können Sie versuchen, starkwüchsige Kletterpflanzen anzusiedeln. Durch ihren ausufernden Wuchs und den hohen Nährstoffbedarf bewirken sie, dass die Sträucher langsam eingehen.

Allerdings bleibt der grüne Sichtschutz bei dieser Methode noch eine geraume Zeit stehen. Stört Sie in erster Linie das eintönige Grün oder im Bodenbereich kahl gewordenen Büsche, so sorgen Kletterkünstler wie Clematis oder Geißblatt für eine ansprechende Optik.

Wirksam aber weniger umweltfreundlich: Die chemische Keule

Aus ökologischen Gründen sollten diese Mittel nur im Notfall zum Einsatz kommen. Im Gartenfachhandel erhalten Sie verschiedene chemische Präparate zur Abtötung von Hecken, die fast immer Glyphosat enthalten. Diese sollten nur in den Herbst- und Wintermonaten angewandt werden, da die Pflanzensäfte dann nicht steigen.

Allerdings dauert es geraume Zeit, bis der gesamte Sichtschutz abgetötet ist. Nachteil: Ist das Gebüsch komplett eingegangen, können Sie an der gleichen Stelle zunächst keine anderen Pflanzen ansiedeln, da die chemischen Mittel den Wuchs weiterhin hemmen.

Vorgehensweise:

  • Hecke oberirdisch stark einkürzen.
  • Präparat nach Packungsanleitung anmischen.
  • Schutzkleidung tragen und die Pflanzenvernichtungsmittel sehr umsichtig ausbringen.
  • In holzige Stümpfe einige Löcher bohren und das Mittel hier hineingießen.
  • Nach dem Absterben alle Pflanzenteile entfernen.

Tipp

Die Wurzeln der Heckenpflanzen können fest und tief mit dem Erdreich verwachsen sein. Das Ausgraben ist dann ausgesprochen schwierig. Wickeln Sie ein stabiles Seil oder eine Kette um den Stumpf, können Sie den Wurzelstock mit einem Wagenheber heraushebeln.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Hanna Lepisto/Shutterstock

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