Gurken

Gurkenanbau im Gewächshaus: So bereitest du es optimal vor

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Der Anbau von Gurken im Gewächshaus bietet viele Vorteile und ermöglicht eine reiche Ernte. Dieser Artikel führt Sie durch die wesentlichen Schritte für den erfolgreichen Gurkenanbau im Gewächshaus, von der Sortenauswahl über die Pflege bis hin zur Ernte.

Gewächshausgurken
Im Gewächshaus können Gurken bis zu vier Mal im Jahr geerntet werden

Auswahl der richtigen Gurkensorten

Die Wahl der passenden Gurkensorte für Ihr Gewächshaus legt den Grundstein für eine erfolgreiche Ernte. Schlangengurken mit ihren langen, schlanken Früchten eignen sich besonders gut für das geschützte Klima unter Glas. Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Sorte auch auf Resistenzen gegenüber häufigen Gurkenkrankheiten wie Mehltau, um Ihre Pflanzen von vornherein zu stärken.

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Hier finden Sie drei Gurkentypen, die sich hervorragend für den Anbau im Gewächshaus eignen:

  • Parthenokarpe Sorten: Diese Gurken bilden Früchte ganz ohne Bestäubung aus, was sie ideal für Gewächshäuser macht, in denen Bestäuberinsekten rar sind. Zu den beliebten parthenokarpen Sorten zählen ‚Helena‘ und die ‚Fitness‘ F1-Hybride, die beide für ihre langen, schlanken und samenlosen Früchte bekannt sind.
  • Freilandsorten: Auch einige Freilandsorten gedeihen aufgrund ihrer Robustheit und Anpassungsfähigkeit im Gewächshaus. Die Sorte ‚Tanja‘ beispielsweise bringt sowohl im Freiland als auch unter Glas frühe Ernten hervor.
  • Veredelte Gurken: Veredelte Gurken, deren Edelreis auf eine kräftige Unterlage gepfropft wurde, zeichnen sich durch eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und widrigen Bedingungen aus. Diese Vitalität macht sie zu einer empfehlenswerten Option für Gewächshäuser, insbesondere wenn Sie mit Bodenkrankheiten zu kämpfen haben.

Aussaat und Pflanzung

Gurken lassen sich entweder direkt im Gewächshaus aussäen oder als vorgezogene Jungpflanzen einsetzen.

  • Aussaat: Wenn Sie Gurken aussäen möchten, ist Anfang März der richtige Zeitpunkt für die Vorkultur im Haus. Ab Anfang April können Sie die Samen auch direkt im Gewächshaus ausbringen. Setzen Sie die Samen etwa 2-3 cm tief in humusreiche, feuchte Erde und achten Sie auf eine konstante Bodentemperatur von mindestens 20 °C für eine optimale Keimung. Halten Sie die Erde stets feucht, um die Keimlinge beim Wachsen zu unterstützen.
  • Jungpflanzen: Vorgezogene Jungpflanzen sind nach etwa 8 bis 10 Wochen bereit für das Gewächshaus, sobald sie eine Höhe von über 20 cm erreicht haben. Achten Sie darauf, dass die Temperatur im Gewächshaus auch nachts nicht unter 12 °C fällt, um Kälteschäden an den jungen Pflanzen zu vermeiden. Setzen Sie die Jungpflanzen in einem Abstand von 50 cm, um ihnen ausreichend Platz für ihr Wachstum zu bieten. Reichern Sie den Boden vor dem Auspflanzen mit reifem Kompost oder einem organischen Volldünger an, um die jungen Pflanzen optimal zu versorgen.

Optimale Bedingungen für das Wachstum

Gurkenpflanzen gedeihen prächtig, wenn Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen.

  • Licht: Gurken benötigen ausreichend Licht, vertragen jedoch keine intensive Mittagssonne. Sorgen Sie daher für eine ausgewogene Belichtung und schützen Sie Ihre Pflanzen an heißen Tagen mit einem leichten Schattiergewebe vor Sonnenbrand.
  • Temperatur: Idealerweise liegen die Temperaturen im Gewächshaus konstant zwischen 20 und 25 °C. Achten Sie darauf, dass die Temperaturen auch nachts nicht unter 12 °C fallen, um das Wachstum nicht zu beeinträchtigen.
  • Luftfeuchtigkeit: Eine Luftfeuchtigkeit um die 80 % unterstützt das Wachstum der Gurkenpflanzen optimal. Sorgen Sie gleichzeitig für eine gute Belüftung, um Staunässe und die Entstehung von Pilzkrankheiten zu vermeiden.

Pflege und Rankhilfen

Als Rankgewächse benötigen Gurkenpflanzen eine Rankhilfe, um in die Höhe zu wachsen und eine reiche Ernte hervorzubringen.

  • Rankhilfen: Um den Pflanzen beim Klettern zu helfen, bieten sich verschiedene Rankhilfen an, wie z. B. stabile Schnüre, Netze oder Spaliergerüste. Achten Sie darauf, dass die Rankhilfen fest im Boden verankert oder an der Gewächshauskonstruktion befestigt sind, um das Gewicht der wachsenden Gurken tragen zu können. Auch Bambusstäbe sind eine einfache und effektive Möglichkeit, Ihre Gurkenpflanzen beim Klettern zu unterstützen.
  • Ausgeizen: Bei einigen Gurkensorten ist es ratsam, die Seitentriebe zu entfernen, um das Wachstum der Haupttriebe und die Fruchtbildung zu fördern. Diese Methode lenkt die Energie der Pflanze auf die Entwicklung größerer und gesünderer Früchte. Entfernen Sie die Seitentriebe regelmäßig bis zu einer bestimmten Höhe, wobei genügend Blätter für die Photosynthese erhalten bleiben sollten.

Bewässerung und Düngung

Eine bedarfsgerechte Bewässerung und Düngung sind entscheidend für gesunde Gurkenpflanzen im Gewächshaus.

Bewässerung:

  • Gießen Sie Ihre Gurkenpflanzen regelmäßig mit 2 bis 3 Litern Wasser pro Pflanze, um den Boden gleichmäßig feucht zu halten.
  • Verwenden Sie idealerweise angewärmtes Regenwasser, um Temperaturschwankungen zu vermeiden.
  • Eine regelmäßige Wasserversorgung hilft, die Bildung von Bitterstoffen zu verhindern, die bei Trockenheit entstehen können.
  • Eine Mulchschicht reduziert die Verdunstung und hält den Boden länger feucht.

Düngung:

  • Starten Sie mit einer Grunddüngung aus reifem Kompost oder einem organischen Volldünger bei der Pflanzung.
  • Ab der Blütezeit empfiehlt sich eine wöchentliche Gabe eines organischen Flüssigdüngers, der einfach mit dem Gießwasser ausgebracht wird.
  • Wählen Sie einen Dünger, der kalk-, chlor- und salzarm ist, da Gurken empfindlich auf diese Stoffe reagieren.
  • Eine bedarfsgerechte Düngung unterstützt nicht nur das kräftige Wachstum Ihrer Gurkenpflanzen, sondern auch die Ausbildung zahlreicher Früchte.

Krankheiten und Schädlinge

Obwohl Gurkenpflanzen im Gewächshaus vor vielen Umwelteinflüssen geschützt sind, können sie dennoch von Krankheiten und Schädlingen befallen werden.

Krankheiten:

  • Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Gummistängelkrankheit (Didymella bryoniae) sind Pilzerkrankungen, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit ausbreiten.
  • Gurken-Mehltau und Gurkenmosaikvirus (GMV) befallen Blätter und Früchte.
  • Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum) zeigt sich durch dunkle Flecken auf der Gurkenschale.
  • Fusarium-Welke, Sclerotinia-Welke und Schwarze Wurzelfäule (Phomopsis sclerotioides) führen zu Welkeerscheinungen und Wurzelschäden.

Schädlinge:

  • Gurkenblattläuse und Spinnmilben saugen Pflanzensaft aus den Blättern und können Viren übertragen.
  • Thripse verursachen silbergraue Schadbilder und schwächen die Pflanzen.
  • Minierfliegen hinterlassen Fraßgänge in den Blättern.

Regelmäßige Kontrollen, insbesondere der Blattunterseiten, und die Einhaltung optimaler Wachstumsbedingungen sind entscheidend für die Gesunderhaltung Ihrer Gurkenpflanzen. Die frühzeitige Erkennung eines Befalls ermöglicht den gezielten Einsatz von Nützlingen oder umweltverträglichen Pflanzenschutzmitteln, um Schäden zu minimieren.

Ernte und Lagerung

Bei der Ernte und Lagerung Ihrer Gewächshausgurken sind einige Punkte zu beachten, um die Frische und den Geschmack der Früchte möglichst lange zu bewahren.

  • Erntezeitpunkt: Ernten Sie Ihre Gurken, sobald sie prall, gleichmäßig gefärbt und fest sind. In der Regel sind sie etwa 60-70 Tage nach der Aussaat erntereif. Salatgurken haben das ideale Gewicht mit circa 400 Gramm erreicht. Trennen Sie die Gurken vorsichtig mit einem scharfen Werkzeug von der Pflanze, um weder die Pflanze noch die Frucht zu beschädigen.
  • Erntemethode: Eine kontinuierliche Ernte fördert den Fruchtansatz und verlängert die Ernteperiode. Durch das regelmäßige Pflücken werden die Pflanzen angeregt, neue Blüten und somit Früchte zu bilden. Entfernen Sie überreife Früchte, da diese gelb werden und bitter schmecken können.
  • Lagerung: Lagern Sie Ihre Gurken kühl und feucht, um den Geschmack und die Frische zu erhalten. Die Temperatur sollte nicht unter 12 °C fallen. Gurken lassen sich im Kühlschrank in Plastiktüten aufbewahren, um Feuchtigkeitsverlust zu minimieren. Verzehren Sie die Früchte möglichst innerhalb von 1-2 Wochen. Einlegegurken können für kurze Zeit bei 0 bis 6 °C gelagert werden, falls sie direkt verarbeitet werden sollen.

Mit diesen Tipps zur Ernte und Lagerung können Sie sicherstellen, dass Ihre Gurken lange haltbar und aromatisch bleiben.

Bilder: syaber / iStockphoto