Grüne Raupen an Pflanzen – Arten und Futterpflanzen

Sie kommen vom Frühjahr bis in den Herbst vor und hinterlassen deutliche Fraßspuren: grüne Raupen sind keine gern gesehenen Gäste im Garten. Doch aus den Lebewesen entwickeln sich die verschiedensten Arten. Sie alle haben ein mehr oder weniger begrenztes Nahrungsspektrum.

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Die Raupe des Schwalbenschwanzes ist unverkennbar

Das Wichtigste in Kürze

  • Folgende Falterarten haben grüne Raupen: Weißlinge, Schwärmer, Frostspanner, Edelfalter und Ritterfalter.
  • Viele grüne Raupen schaden Kulturpflanzen und Bäumen wie der Buchsbaumzünsler, der Kohlweißling oder der Frostspanner.
  • Schutznetze können den Gemüsegarten oder Büsche und Bäume vor hungrigen grünen Raupen bewahren.

Grüne Raupen bestimmen

Die Natur macht es dem Hobbygärtner nicht gerade leicht, wenn am Salat plötzlich grüne Raupen fressen. Es kann sich sowohl um die Raupen von Tag- und Nachtfaltern, als auch um die Larven von Hautflüglern wie Blattwespen handeln. Die Körperfärbung ist variabel. Es gibt gelb-grüne bis schwarz-grüne Exemplare und manche strahlen in einem giftigen Neongrün. Unter den Schmetterlingsraupen finden sich Mini-Exemplare von wenigen Millimetern (wie die Raupe des Schillerfalters) oder große Larven, die bis zu 8 cm lang (wie die Raupe des Abendpfauenauges) werden können.

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Typische Bestimmungsmerkmale:

  • Kopf: wie der Körper oder anders gefärbt
  • Behaarung: dicht behaarte Raupen mit langen oder kurzen Haaren oder unbehaart
  • Zeichnung: mit Punkten oder Streifen
  • Auswüchse: Stachel oder Höcker
  • Beinpaare: Schmetterlinge mit fünf bis acht Beinpaaren
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Weißlinge

Raupen aus der Familie der Weißlinge sind durch ihre Grün- und Braunfärbung gut getarnt. Dennoch sind auffällige Zeichnungen in Warnfarben erkennbar, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Einige Arten ernähren sich von giftigen Pflanzen und übernehmen die toxischen Inhaltsstoffe, sodass die Raupen auch für Fressfeinde giftig sind. Weißlingsraupen haben voll entwickelte Beinpaare am Bauch. Sie sind kurz oder lang behaart, wobei die Behaarung bei manchen Arten erst in späteren Raupenstadien entwickelt wird.

Großer und Kleiner Kohlweißling – Raupen im Vergleich

Die Raupen des Großen Kohlweißlings sind anfangs hellgelb gefärbt und besitzen einen braunen Kopf. Sie häuten sich vier Mal und werden zunehmend dunkler. Ältere Raupen haben einen gelblich gefärbten Körper mit schwarzen Punkten, die unterschiedlich groß und in Reihen angeordnet sind. Ihr Kopf verfärbt sich schwarz und der Körper wird zunehmend behaart, während jüngere Stadien ohne Haare erscheinen.

Dagegen sind die Raupen des Kleinen Kohlweißlings matt hellgrün gefärbt mit gelben Streifen an den Seiten und auf dem Rücken, was typisch für die Art ist. Anders als der Große Kohlweißling durchläuft diese Art während ihrer Raupenentwicklung keine deutliche Veränderung. Alle Stadien sind mit weißen Haaren besetzt und die Färbung bleibt weitestgehend gleich.

Darstellung der Raupen von Großem und Kleinem Kohlweißling

Schwärmer

Raupen mit einem Stachel am Hinterteil sehen bedrohlich aus. Bei diesem Auswuchs handelt es sich um das sogenannte Analhorn, welches als typisches Bestimmungsmerkmal von Schwärmern gilt. Es sitzt auf dem achten Segment des Hinterleibs und kann bei machen Arten im letzten Stadium stark zu einer knopfförmigen Erhebung zurückgebildet sein.

  Hauptfärbung des Dorns abweichende Dornfärbung Besonderheit
Lindenschwärmer mit blauem Stachel lilafarbener Schimmer dreieckige Kopfkapsel
Windenschwärmer mit rotem Stachel teilweise orangefarbene Nuancen Raupen bis 12 cm lang
Ligusterschwärmer mit schwarzem Stachel an der Basis hellgelb gefärbt mit lila-weißen Streifen am den Seiten
Kiefernschwärmer Stachel dunkel und am Ende gespalten später rötlich mit orangen Kopf

Hintergrund

Schwärmer und ihr Analhorn

Das Analhorn hat keine bestimmte Funktion. Es soll die Raupen vor Fressfeinden schützen, denn ein solcher Stachel wirkt bedrohlich auf Vögel und andere Insektenfresser. Er täuscht vor, dass die Raupe giftig ist. Für Mensch oder Haustier geht allerdings keine Gefahr von den beeindruckenden Raupen aus.

Die bunten Farben der Stachel in Kombination mit der punkt- und linienförmigen Zeichnung vieler Raupen intensivieren die Bedrohlichkeit. Auch wenn sich der Dorn im späteren Raupenstadium zurückbildet, so behält der Auswuchs aus weiterhin seine Abschreckfunktion. Als knopfförmige Erhebung wirkt der Dorn wie eine Art Auge.

Frostspanner

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Die Fortbewegung des Frostspanners ist ein Foto wert


Die Raupen dieser Nachtfalter haben eine eigentümliche Fortbewegungsart, welche typisch für alle Arten aus der Familie der Spanner ist. Sie unterscheiden sich von anderen Schmetterlingsarten, die vier Bauchfußpaare besitzen, durch ein Bauchfußpaar. Zusätzlich besitzen Spanner drei Brustbeinpaare und die sogenannten Nachschieber. Zur Fortbewegung klammern sie sich mit ihren Brustbeinen an einem Ast fest und ziehen den Hinterleib bis zur Brust heran. Dadurch wölbt sich der Körper omegaförmig nach oben. Die Raupe drückt sich mit Hilfe ihrer Nachschieber und dem Bauchfußpaar nach vorne.

Typische Färbung der Raupen:

  • an Umgebung angepasst
  • einige Arten imitieren kleine Ästchen
  • Kleiner Frostspanner: hellgrün mit weißen Streifen an den Seiten und dunklen Linien auf dem Rücken
  • Großer Frostspanner: rotbraun mit hellen Flecken

Nahrungsspektrum

Die Raupen des Großen und Kleinen Frostspanners ernähren sich im Frühjahr von jungen Trieben, Blättern und Blütenknospen. Sie befallen Obstgehölze und machen keinen Halt vor Wild- oder Ziersträuchern. Bei einem starken Befall kommt es zum Kahlfraß, sodass nur die Blattrippen und Kotkrümel am Baum zurückbleiben. Sobald die Nahrung aufgebraucht ist, suchen sich die Larven andere Nahrungsquellen. Daher sind im Frühjahr grüne Raupen am Faden zu beobachten, die sich mit dem Wind zu anderen Bäumen treiben lassen.

Edelfalter

Unter den Edelfalter gibt es Raupen mit Haaren oder Dornen, die bedrohlich und faszinierend zugleich aussehen. Die Dornen sind einfach oder verästelt. Ihre Körperzeichnung ist sehr variabel. Die Raupen können mit schwarzen Streifen oder mit hellen und dunklen Linien in verschiedenen Färbungen versehen sein. Einige Arten leben gesellig an ihren Futterpflanzen.

So sehen typische Raupen aus:

  • Kleiner Fuchs: schwarz mit zwei unterbrochenen, gelben Seitenlinien, gelbe und schwarze Stacheln
  • Monarchfalter: Bandmuster aus weißen, schwarzen und gelben Querstreifen
  • Distelfalter: hellgelb bis grünbraun, dunkles Muster
  • Waldbrettspiel: gelblich-grün, dunkelgrüner und weiß gerandeter Rückenstreif, seitlich helle und dunkle Linien

Ritterfalter

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Die Raupe des Ritterfalters sind grün oder auch gelblich gefärbt

Typisch für die Raupen von Ritterfaltern ist die grell gefärbte Nackengabel, die zwischen Kopf und Körper sitzt. Bei Gefahr kann diese ausgestülpt werden, sodass Fressfeinde abgeschreckt werden. Dazu werden Kopf und die vorderen Segmente des Körper nach unten gezogen. Die Nackengabel verströmt einen unangenehmen Geruch.

Schwalbenschwänze gehören zur Familie der Ritterfalter. Ihre Raupen sind anfangs schwarz gefärbt und mit orange-roten Punkten versehen. Typisch ist der weiße Sattelfleck, der an Vogelkot erinnern soll. Ältere Raupen sind grün gefärbt und tragen schwarze Querstreifen mit orangeroten oder gelben Punkten. Vereinzelt kommen sie in Gärten vor, wenn dort Dill, Möhren oder Fenchel angebaut werden.

Raupen anderer Insekten

Einige Larven weiterer Insekten können leicht mit Schmetterlingsraupen verwechselt werden. Es gibt grün gefärbte Blattwespenraupen mit schwarzem Kopf oder gelben, braunen und schwarzen Streifen sowie mit braunen bis schwarzen Punkten. Die meisten dieser Raupen sind allerdings nicht schädlich für die Pflanzen. Sie können anhand ihrer Beinpaare identifiziert werden. Zusätzlich zu den drei Brustbeinpaaren entwickeln diese Larven bis zu vier zusätzliche Bauchfußpaare und ein Beinpaar am Körperende, das als Nachschieber bezeichnet wird.

Nicht immer handelt es sich bei grünen Raupen um die Larven von Schmetterlingen.

Wann können grüne Raupen auftreten?

In welchen Monaten die Raupen aktiv sind, hängt stark von den Witterungsbedingungen ab. Bei milden Temperaturen kann sich der Aktivitätszeitraum ausbreiten. Teilweise können die Raupen verschiedener Falterarten ganzjährig beobachtet werden. Viele Salatfresser sind eingeschränkter zu beobachten. Ihr Auftreten konzentriert sich auf die Sommermonate, denn dann wachsen die meisten Futterpflanzen.

  Hauptmonat Färbung Erkennungsmerkmale Nahrung
Achateule März – Oktober (- Dezember) grün bis gelbbraun Rücken mit weißem Strich, unterbrochen Brennnessel, Brombeere, Küchenkräuter, Salat
Gammaeule März – Oktober (- Dezember) grün, gelblich oder bläulich Schwarzzeichnung am Kopf Brennnessel, Löwenzahn, Küchenkräuter, Salat
Kleiner Frostspanner April – Juni grün weiße Längslinien Laubgehölze
Pyramiden-Eule Mai – Juni blaugrün Höcker auf dem Hinterleib Eiche, Pappel, Weide
Kleiner Kohlweißling August – Oktober hell- bis mattgrün gelbliche Seiten- und Rückenstreifen, weiße Pigmente Kohl- und Gemüsearten, Kapuzinerkresse, Raps

Grüne Raupen bekämpfen?

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Der Buchsbaumzünsler kann zur Plage werden und ganze Bäume kahl fressen

Ob Bekämpfungsmaßnahmen notwendig sind, kann erst nach der genauen Artbestimmung festgestellt werden. Die wenigsten Arten sind schädlich für die Pflanzen im Garten und müssen daher nicht bekämpft werden. Die Raupen des Großen und Kleinen Frostspanners oder des Buchsbaumzünslers sind in der Lage, komplette Pflanzenbestände kahl zu fressen. Bei einem geringen Befall können Sie die Raupen einfach absammeln. Kontrollieren Sie Ihre Zierpflanzen regelmäßig, um bei Bedarf weitere Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten.

Zierpflanzen

Die grünen Raupen des Buchsbaumzünsler sind schwarz gepunktet. Sie fressen Blätter und Rinde des Buchsbaums, bis dieser vollständig kahl ist. Da die Zierpflanze Schaden davontragen kann, sollten die Raupen frühzeitig bekämpft werden.

Die hell- bis dunkelgrün gefärbten Raupen des Heckenwicklers mit braunem Kopf fressen wie die Raupen der Frostspanner an Rosen. Raupen mit orangen Kopf stammen von Blattwespen.

Ist Ihr Flieder von grünen Raupen befallen, kann es sich um den Ligusterschwärmer handeln. Auf Geranien siedeln sich die dicht behaarten Raupen des Pelargonien-Bläulings an. Diese sind gelb bis grün gefärbt und tragen auf dem Rücken eine bis zwei rosafarbene Längslinien.

Gemüse und Obst

An Kohlrabi, Blumenkohl oder Brokkoli kommen verschiedene Schmetterlingsraupen vor. Neben den Raupen der häufigen Kohlweißlinge können auch grüne, braune oder dunkelbraune Raupen von Kohl- und Gemüseeule an den Pflanzen fressen. Viel unscheinbarer ist die grünliche bis gelbe Larve der Kohlmotte, die es auf Kohlköpfe abgesehen hat. Gegen die Schädlinge hilft das Abdecken der Pflanzen mit Kulturschutznetzen, damit die erwachsenen Falter an der Eiablage gehindert werden.

Weitere Raupen im Nutzgarten:

  • Erdbeeren: Achateule, Zünsler oder Blattwespenlarven
  • Paprika: Eulenfalter wie die Gemüseeule
  • Salat: Gammaeule, Frostspanner

Tipps

Um einen Befall frühzeitig zu erkennen, sollten Sie die Erde nach Kotkrümeln und angefressenen Blättern absuchen. Meist zeigen sich die Raupen nicht auf den ersten Blick.

Bäume und Sträucher

An Obstgehölzen wie Apfelbaum und Kirschbaum sind im Sommer häufig grüne Raupen tätig, die sich später zu Frostspannern weiter entwickeln. Diese Nachtfalter befallen außerdem Sträucher wie Johannisbeere und Stachelbeere. Allerdings können diese Obstgehölze auch von den Raupen der Stachelbeerblattwespe aufgesucht werden. Egal ob Frostspanner oder Blattwespe – die Raupen können die Gehölze vollständig kahl fressen und sollten frühzeitig vernichtet werden.

Ganz anders ist es beim Birkenspinner. Die Art verschwindet zunehmend, da ihre natürlichen Lebensräume verloren gehen. Daher befindet sie sich mittlerweile auf der Vorwarnliste. Die blassgrünen Raupen sind fein schwarz gepunktet und ernähren sich von den Blättern verschiedener Birkengewächse. Sie kommen nicht nur an Birken sondern auch an Schwarzerle, Hasel oder Winterlinde vor.

Küchenkräuter

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Die Raupe des Eulenfalters hat unser Gemüse zum Fressen gern

Eulenfalter haben ein breites Nahrungsspektrum. Die Arten machen sich über nahezu alle krautigen Pflanzen her. Gamma- und Achateule sind zwei dieser Arten, die auch an Basilikum, Minze und Petersilie auftreten können. Meist sind die gut getarnten Raupen schwer zu entdecken. Ein guter Hinweis auf einen Raupenbefall sind kleine Kotkügelchen auf der Erde.

Tipps

Da Sie die Küchenkräuter noch essen möchten, sollten Sie nicht zu Schmierseife, Tabak und Co. greifen. Stecken Sie stattdessen eine Knoblauchzehe in die Erde.

Häufig gestellte Fragen

Sind grüne Raupen mit Stachel am Hinterteil giftig?

Bei den Stacheln, die Kiefern-, Linden- oder Ligusterschwärmer am Hinterleib entwickeln, handelt es sich um das sogenannte Analhorn. Dieses dient dazu, Fressfeinde abzuschrecken. Im Laufe der Entwicklung kann sich der Auswuchs bei einigen Arten zurückbilden, sodass eine augenförmige Erhebung zurückbleibt. Für den Menschen geht keine Gefahr von diesem Dorn aus.

Wie kann ich grüne Raupen natürlich bekämpfen?

Schutznetze sind die einfachste Lösung, um einen Befall durch Raupen vorzubeugen. Diese hindern die Falter an der Eiablage. Wenn Ihre Pflanzen leicht befallen sind, können Sie die Raupen einfach absammeln. Lassen Sie die gefangenen Tiere im Wald frei, sodass sie sich dort alternative Nahrungspflanzen suchen können.

Zeigt sich ein stärkeres Befallsbild, können Sie robuste Pflanzen und Sträucher mit einem Wasserstrahl abspritzen. Sammeln Sie herabgefallene Larven anschließend vom Boden. Raupen lassen sich von Düften leiten. Stark riechende Pflanzen wie Knoblauch verwirren die Insektenlarven. Mischkulturen beugen daher einen Raupenbefall vor.

Wie erkenne ich einen Befall durch grüne Raupen frühzeitig?

Egal ob kleine, dicke, große oder lange Raupen – sie alle hinterlassen Fraßspuren in den Blättern. Untersuchen Sie Ihre Pflanzen gründlich und vergessen Sie nicht, Blattunterseiten und Zweige zu kontrollieren. Viele Raupen sind an ihre Umgebung angepasst und daher meist nicht auf den ersten Blick sichtbar. Kotkrümel sind ein guter Wegweiser. Sie sind als dunkle Punkte an der Pflanze erkennbar.

Wann und wo treten grüne Raupen auf?

Die gefräßigen Larven können von März bis Oktober im Garten auftreten, wobei ihr Aktivitätszeitraum wetterabhängig ist. Bei kalten und verregneten Frühlingsperioden legen die Schmetterlinge ihre Eier erst im Sommer auf die Nahrungspflanzen. Zögert sich der Winter hinaus, können bis in den Dezember Nachkommen produziert werden. Nahezu alle Pflanzen werden in der Natur von Raupen befallen. Viele Arten haben sich spezialisiert, während andere Schmetterlingsraupen an verschiedenen Zier- und Nutzpflanzen vorkommen.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: Tyler Fox/Shutterstock, Ox Karol/Shutterstock, Protasov AN/Shutterstock, FCerez/Shutterstock, Tomasz Klejdysz/Shutterstock

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