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Goldfische im Gartenteich: Artgerechte Haltung & Tipps

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Goldfische im Gartenteich erfreuen mit ihrer Farbenpracht. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der artgerechten Haltung, von der optimalen Teichgröße über die Wasserqualität bis zur Auswahl geeigneter Fischarten.

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Goldfische sollten nicht zu viel gefüttert werden

Teichgröße und Tiefe: Genügend Platz für die Goldfische

Für die artgerechte Haltung von Goldfischen im Gartenteich sind sowohl die Größe als auch die Tiefe des Teiches von entscheidender Bedeutung. Goldfische benötigen ausreichend Raum, um sich frei bewegen zu können und einen stabilen Lebensraum zu haben.

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Teichgröße

Ein optimaler Teich sollte für jeden Goldfisch mindestens 0,8 Kubikmeter (800 Liter) Wasser bereitstellen. Für eine Gruppe von fünf Goldfischen bedeutet dies ein Mindestvolumen von 4.000 Litern. Idealerweise sollte die Wasserfläche Ihres Teiches 15 bis 20 Quadratmeter betragen.

Teichtiefe

Der Teich sollte mindestens 1,2 Meter tief sein, um ein vollständiges Durchfrieren in kalten Wintermonaten zu verhindern. Ideal sind jedoch Tiefen von bis zu 1,5 Metern. Unterschiedliche Tiefenzonen schaffen Rückzugsmöglichkeiten und Laichplätze. Eine größere Teichtiefe fördert Temperaturstabilität und bietet Schutz vor Fressfeinden wie Katzen oder Fischreihern.

Ein gut geplanter und angelegter Gartenteich trägt maßgeblich zum Wohlbefinden Ihrer Goldfische bei und erleichtert auch die Pflege und Überwinterung der Tiere.

Standort und Gestaltung: Der ideale Platz für den Goldfischteich

Ein gut gewählter Standort ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihrer Goldfische. Der Teich sollte sowohl sonnige als auch schattige Bereiche bieten. Ideal ist es, wenn etwa ein Drittel der Wasseroberfläche beschattet wird. Dies verhindert eine übermäßige Aufheizung des Wassers im Sommer und reduziert das Algenwachstum.

Standortanforderungen

Sorgen Sie dafür, dass der Teich genügend Sonnenlicht erhält, da dies für das Pflanzenwachstum und das Wohlbefinden der Fische wichtig ist. Ein ausgewogener Mix aus Licht und Schatten bewahrt die Wasserqualität. Zudem sollte der Teich an einer ebenen Stelle im Garten platziert werden, um eine gleichmäßige Wasserverteilung zu gewährleisten.

Gestaltungselemente

Bepflanzen Sie den Teich mit einer Vielzahl von Wasserpflanzen. Geeignete Unterwasserpflanzen sind beispielsweise Krebsschere, Hornkraut und Tausendblatt. Schwimmpflanzen wie Froschbiss und Sumpfpflanzen wie Schwanenblume sind ebenfalls empfehlenswert. Vermeiden Sie reinen Sand- oder Kiesboden und nutzen Sie eine Mischung aus Bodensubstrat und Pflanzen.

Neben Pflanzen können auch dekorative Steine, Wurzeln oder andere natürliche Dekorationen den Fischen zusätzliche Versteckmöglichkeiten bieten. Achten Sie darauf, den Teich durch Pflanzen oder Netze vor natürlichen Feinden wie Katzen und Fischreihern zu schützen.

Indem Sie diese Standort- und Gestaltungstipps befolgen, schaffen Sie eine harmonische und naturnahe Umgebung für Ihre Goldfische.

Wasserqualität und Filterung: Sauberes Wasser für gesunde Fische

Für das Wohlbefinden Ihrer Goldfische ist sauberes, gut durchlüftetes Wasser essenziell. In kleineren Teichen oder bei höherem Fischbesatz ist der Einsatz eines Filtersystems unverzichtbar.

Filterung und Wasserzirkulation

Filtersysteme sind der Schlüssel zur Erhaltung klaren und schadstofffreien Wassers. Teichfilter entfernen sowohl mechanische Verunreinigungen als auch chemische Schadstoffe. Besonders effektiv sind Filtersysteme, die UV-Licht verwenden, um Keime und Schwebealgen abzutöten. Überprüfen Sie regelmäßig die Filterleistung und reinigen Sie die Filtermedien, um eine optimale Funktionsweise sicherzustellen. Wählen Sie eine Filteranlage, die der Größe Ihres Teichs und dem Fischbesatz gerecht wird.

Sauerstoffzufuhr

Eine ausreichende Sauerstoffzufuhr ist für das Überleben Ihrer Goldfische unerlässlich. Wasserspiele, Springbrunnen und kleine Bachläufe sorgen für eine angenehme Optik und erhöhen den Sauerstoffgehalt im Wasser. Spezielle Teichbelüfter können kontinuierlich Sauerstoff ins Wasser einbringen.

Abfallmanagement und Algenkontrolle

Um die Nährstoffbelastung im Wasser gering zu halten und das Algenwachstum zu kontrollieren, sollten Sie regelmäßig abgestorbene Pflanzenreste und Laub aus dem Teich entfernen. Nutzen Sie Schlammsauger, um abgesetzten Schlamm vom Teichboden zu entfernen, und kontrollieren Sie die Teichpflanzen auf abgestorbene Teile. Teichskimmer helfen dabei, an der Oberfläche schwimmende Verunreinigungen wie Laub und Insekten zu entfernen.

Überwachung der Wasserqualität

Kontrollieren Sie regelmäßig die Wasserqualität und achten Sie besonders auf den Sauerstoffgehalt, den pH-Wert und die Gesamthärte. Reagieren Sie auf Veränderungen wie Fische, die an der Wasseroberfläche „nach Luft schnappen“, sofort, um mögliche Sauerstoffdefizite zu beheben.

Durch diese Maßnahmen gewährleisten Sie, dass Ihre Goldfische in einem gesunden und stabilen Umfeld leben.

Ernährung der Goldfische: Abwechslungsreiche Kost für die Allesfresser

Goldfische sind Allesfresser, die in einem naturnahen Teich eine Vielzahl an Nahrungsquellen finden. Pflanzenteile, Algen und kleine Wasserinsekten gehören zu ihrem natürlichen Futter. In einem gut bepflanzten Teich mit geringerem Fischbesatz können die Tiere ihren Nahrungsbedarf weitgehend selbst decken. Bei höherem Fischbesatz oder weniger Bepflanzung ist zusätzliches Füttern notwendig.

Für eine ausgewogene Ernährung sollten Sie auf eine abwechslungsreiche Mischung aus verschiedenen Futtersorten achten. Handelsübliches Trockenfutter, wie Flocken oder Pellets, bildet dabei die Basis. Wechseln Sie zwischen pflanzlichem und tierischem Trockenfutter, um eine ausgewogene Nährstoffzufuhr zu gewährleisten. Zusätzlich können Sie Frost- und Lebendfutter wie Würmer, Mückenlarven, Artemia oder Wasserflöhe verfüttern.

Beim Füttern ist es wichtig, Überfütterung zu vermeiden. Geben Sie das Futter in kleinen Portionen und beobachten Sie die Fische. Innerhalb von zwei bis drei Minuten sollte das Futter vollständig gefressen sein. Entfernen Sie überschüssiges Futter, da es das Wasser belasten könnte.

Mit einer ausgewogenen und kontrollierten Fütterung tragen Sie maßgeblich zur Gesundheit und Zufriedenheit Ihrer Goldfische bei.

Vergesellschaftung: Friedliche Mitbewohner für den Goldfischteich

Goldfische sind von Natur aus gesellig und sollten in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten werden. Sie harmonieren gut mit anderen friedlichen Teichfischen, die ähnliche Umweltbedingungen benötigen. Besonders geeignet sind kleinere Arten wie Bitterlinge und Elritzen. Auch Moderlieschen und Goldorfen können in Betracht gezogen werden.

Wichtige Aspekte der Vergesellschaftung

Halten Sie pro Kubikmeter Wasser nicht mehr als zwei Goldfische, um Überpopulation und das biologische Gleichgewicht im Teich zu wahren. Alle im Teich gehaltenen Fischarten sollten ähnliche Anforderungen an die Wassertemperatur haben. Sorgen Sie für ausreichend Platz und Rückzugsmöglichkeiten, sodass sich die Fische nicht ins Gehege kommen.

Empfohlene Teichfischarten

Folgende Fischarten sind besonders gut zur Vergesellschaftung mit Goldfischen geeignet:

  • Bitterlinge
  • Elritzen
  • Moderlieschen
  • Goldorfen

Eine sorgfältig geplante Teichgestaltung trägt maßgeblich zum Wohlbefinden aller Teichbewohner bei. Vermeiden Sie Überpopulation und achten Sie auf eine ausgewogene Bepflanzung und Strukturierung des Teiches. Nutzen Sie verschiedene Tiefenzonen und bieten Sie ausreichend Versteckmöglichkeiten durch Pflanzen und Dekorationen.

Durch eine gut durchdachte Vergesellschaftung schaffen Sie eine harmonische Umgebung für Ihre Goldfische und deren Mitbewohner.

Überwinterung: Schutz vor Frost und Kälte

Goldfische können problemlos im Gartenteich überwintern, sofern einige wichtige Voraussetzungen erfüllt sind.

Vorbereitung des Teichs

Bereiten Sie den Teich optimal auf den Winter vor, indem Sie abgefallenes Laub, kleine Äste und abgestorbene Pflanzenteile entfernen. Eine dünne Schicht Bodenschlamm kann als Rückzugsort für die Fische dienen.

Eisbildung verhindern

Die Teichoberfläche sollte nicht vollständig zufrieren, damit ausreichend Sauerstoff ins Wasser gelangt. Verwenden Sie Eisfreihalter, um einen Bereich der Teichoberfläche eisfrei zu halten. Tauchen Sie eventuelle Eisdecken am Rand mit heißem Wasser behutsam auf.

Überwinterung im Haus

Wenn Ihr Teich zu flach ist, holen Sie die Goldfische für den Winter ins Haus. Nutzen Sie hierfür große Gefäße und stellen Sie diese in einem kühlen, aber frostfreien Raum auf. Halten Sie die Wassertemperatur bei etwa acht Grad Celsius und stellen Sie die Fütterung ein. Überprüfen Sie das Verhalten der Fische regelmäßig.

Indem Sie diese Maßnahmen berücksichtigen, sichern Sie das Wohlbefinden Ihrer Goldfische und stellen sicher, dass sie den Winter gesund und stressfrei überstehen.

Zuchtformen: Nicht alle Goldfische sind für den Teich geeignet

Goldfische gibt es in über 100 unterschiedlichen Zuchtformen. Allerdings sind nicht alle Zuchtformen für die Haltung im Gartenteich geeignet.

Geeignete Zuchtformen für den Teich

Für Gartenteiche eignen sich besonders robuste Goldfischarten, die auch Temperaturschwankungen und winterliche Kälte gut verkraften:

  • Shubunkin
  • Kometenschweif
  • „Normale“ beflosste Goldfische

Diese Varianten sind winterhart und weniger anfällig für Schwankungen der Wasserqualität.

Ungeeignete Zuchtformen für den Teich

Einige Zuchtformen sind nicht für die Haltung im Teich geeignet, entweder wegen ihrer körperlichen Beschaffenheit oder ihrer Temperaturanforderungen:

  • Schleierschwänze: Diese Fische haben lange, elegante Flossen und sind empfindlicher gegenüber niedrigen Temperaturen.
  • Teleskopfische: Ihre auffälligen Augen sind anfällig für Verletzungen und Krankheiten.
  • Himmelsgucker: Diese Goldfische haben nach oben gerichtete Augen, was ihre Sicht und Beweglichkeit beeinträchtigen kann.
  • Rotkäppchen: Diese Fische werden wegen ihrer Kopfwucherungen und höheren Temperaturempfindlichkeit vorzugsweise in warmen Aquarien gehalten.
  • Perlschupper: Ihre spezielle Schuppenstruktur stammt aus einer gezielt herbeigeführten Erkrankung in der Jugend, was ethische Bedenken aufwirft.

Einige dieser extreme Zuchtformen gelten als Qualzuchten und dürfen in Deutschland nach geltendem Tierschutzrecht nicht mehr verkauft werden.

Achten Sie bei der Auswahl von Goldfischen für Ihren Gartenteich auf robuste und widerstandsfähige Arten, um langfristig gesunde und glückliche Fische zu gewährleisten.

Bilder: B Norris / Shutterstock