Regentonne

Fische in der Regentonne: Wie überwintern sie richtig?

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Die Haltung von Fischen in Regentonnen ist umstritten. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile dieser Praxis und zeigt, unter welchen Bedingungen eine artgerechte Haltung möglich ist.

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Fische in der Regentonne fressen Mückenlarven

Argumente gegen die Fischhaltung in Regentonnen

Die Form einer Regentonne mit ihrer geringen Wasseroberfläche und dem tiefen, schmalen Behälter wird von vielen als ungeeignet für die Fischhaltung angesehen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

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Eingeschränkter Gasaustausch

Die kleine Oberfläche der Regentonne führt zu einem eingeschränkten Gasaustausch zwischen Wasser und Luft. Dies kann im Sommer zu Sauerstoffmangel führen, besonders bei hohen Temperaturen und starkem Fischbesatz. Dies wird oft als Tierquälerei betrachtet und als Argument gegen die Haltung von Fischen in Regentonnen angeführt.

Begrenztes Platzangebot

Regentonnen bieten Fischen nur wenig Raum zum Schwimmen und Bewegen. Dies kann zu Stress und Aggressionen führen, insbesondere wenn mehrere Fische in einer Tonne gehalten werden.

Temperaturschwankungen

Das Wasser in Regentonnen ist anfällig für Temperaturschwankungen, da es direkt der Sonneneinstrahlung und den Außentemperaturen ausgesetzt ist. Fische, die an stabile Temperaturen gewöhnt sind, können unter diesen Schwankungen leiden.

Wasserqualität

Das Regenwasser in Regentonnen ist oft von niedriger Qualität, da es Schadstoffe aus der Luft und dem Tonnendach aufnimmt. Ein niedriger pH-Wert und andere Schwermetalle können die Gesundheit der Fische beeinträchtigen und erfordern ständige Kontrollen und Korrekturen.

Mangelnde Strukturierung

Regentonnen bieten in der Regel keine natürliche Strukturierung wie Pflanzen, Steine oder Höhlen, die für das Wohlbefinden vieler Fischarten wichtig sind. Fehlt es an diesen Strukturen, kann das Wohlbefinden und die natürliche Verhaltensweise der Fische beeinträchtigt werden.

Argumente für die Fischhaltung in Regentonnen

Trotz der genannten Bedenken gibt es auch Stimmen, die die Haltung von Fischen in Regentonnen unter bestimmten Bedingungen für vertretbar halten.

Saisonale Nutzung

Während der Sommermonate können Regentonnen als vorübergehende Behausung für Fische dienen. Diese Methode bietet den Fischen mehr Platz und Abwechslung im Vergleich zu einem Aquarium.

Natürliche Futterquellen

Das natürliche Nahrungsangebot in Regentonnen, wie Mückenlarven und andere Insekten, bietet für einige Fischarten eine willkommene Abwechslung zur üblichen Aquariennahrung. Fische tragen außerdem zur Reduktion von Mückenlarven bei und fördern so eine mückenfreie Umgebung.

Kosten und Aufwand

Regentonnen sind im Vergleich zu Aquarien kostengünstig und einfach zu handhaben. Diese Aspekte machen sie besonders attraktiv für kurzfristige oder saisonale Fischhaltungen.

Bedingungen für eine artgerechte Haltung

Sollte die Entscheidung für die Haltung von Fischen in einer Regentonne fallen, sind einige wichtige Punkte zu beachten, um den Fischen ein möglichst artgerechtes Umfeld zu bieten:

Fischart

Die richtige Wahl der Fischart ist entscheidend. Es sollten nur Arten gewählt werden, die mit den spezifischen Bedingungen einer Regentonne zurechtkommen. Arten wie Goldfische, Modderlieschen oder kleine Makropoden sind hier zu empfehlen.

Besatzdichte

Die Anzahl der Fische muss an das Volumen der Regentonne angepasst sein, um Stress und Sauerstoffmangel zu vermeiden. Beispielsweise sollten in einer 200-Liter-Tonne maximal drei bis vier kleine Fische gehalten werden.

Sauerstoffversorgung

Eine ausreichende Sauerstoffversorgung ist essentiell. Dies kann durch den Einsatz einer Sauerstoffpumpe oder eines Wasserspiels erreicht werden. Bei niedrigen Temperaturen im Winter kann ein Durchlüfterstein eingesetzt werden.

Beschattung

Die Regentonne sollte im Halbschatten aufgestellt werden, um eine Überhitzung des Wassers zu vermeiden. Ideal ist ein Standort, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist.

Strukturierung

Die Tonne sollte mit Pflanzen, Steinen oder anderen Elementen strukturiert werden, um den Fischen Versteckmöglichkeiten und ein abwechslungsreiches Umfeld zu bieten. Hier bieten sich außerdem schwimmende Wasserpflanzen an, die zusätzlich Schatten spenden.

Überwinterung

Einige Fischarten, wie bestimmte Makropoden und Sonnenbarsche, können auch im Winter in der Regentonne bleiben, wenn geeignete Maßnahmen getroffen werden. Die Regentonne muss mit Styrodur oder speziellen Folien abgedeckt werden, um das Wasser vor dem Einfrieren zu schützen. Ein Durchlüfterstein kann helfen, die Wasseroberfläche eisfrei zu halten.

Schutz vor Fressfeinden

Regentonnen sollten mit einem Netz oder Gitter abgedeckt werden, um die Fische vor Fressfeinden wie Vögeln oder Katzen zu schützen. Ein engmaschiges Netz verhindert auch das Eindringen von Laub und anderen Verunreinigungen.

Bilder: Blue_Deep / Shutterstock