Gerbera

Gerbera pflanzen: Tipps für Standort, Pflanzzeit & Pflege

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Gerbera, auch bekannt als Transvaal-Gänseblümchen, begeistern mit farbenfrohen Blüten und langer Blütezeit. Dieser umfassende Ratgeber bietet wertvolle Einblicke in die Pflege, Vermehrung und Überwinterung von Gerbera, um ihre Schönheit im Garten oder als Zimmerpflanze zu genießen.

Gerbera pflanzen

Standort und Substrat

Damit Ihre Gerbera-Pflanzen prächtig gedeihen und Sie mit einer reichen Blüte erfreuen, sollten Sie die Wahl des Standortes und des Substrats sorgfältig abwägen.

Standort

  • Im Garten oder auf dem Balkon: Wählen Sie einen hellen und sonnigen Standort, der Ihre Gerbera vor der intensiven Mittagssonne schützt. Ideal ist ein Platz, der mindestens drei Sonnenstunden am Tag bietet, jedoch gleichzeitig Schatten in der Mittagshitze spendet.
  • Als Zimmerpflanze: Auch hier ist ein heller Standort ohne direkte Mittagssonne optimal. Eine Fensterbank bietet sich beispielsweise an. Während der Überwinterung sollten die Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius liegen. Sowohl im Sommer als auch im Winter ist Zugluft zu vermeiden.

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Substrat

Ein geeignetes Substrat ist für das Wohlbefinden der Gerbera von großer Bedeutung.

  • Allgemein: Verwenden Sie ein humus- und nährstoffreiches, gut durchlässiges Substrat. Hier eignet sich eine Mischung aus Blumenerde und Sand oder eine spezielle Einheitserde. Wer Staunässe vermeiden möchte, greift zu torffreien Varianten oder arbeitet Tongranulat ein, um die Wasserspeicherfähigkeit zu reduzieren.
  • Topfkulturen: Um die Wasserableitung zu verbessern und Staunässe vorzubeugen, ist eine Drainageschicht aus Kies am Topfboden empfehlenswert. Zusätzlich können Sie Sand in das Substrat einarbeiten. Achten Sie darauf, dass der Topf über Abflusslöcher verfügt, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Gießen und Düngen

Die richtige Bewässerung und Nährstoffversorgung sind entscheidend für die Gesundheit und Blütenfülle Ihrer Gerbera-Pflanzen.

Gießen

  • Regelmäßigkeit: Halten Sie das Substrat konstant feucht, vermeiden Sie jedoch Staunässe. Überprüfen Sie die Feuchtigkeit regelmäßig und lassen Sie die Oberfläche zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
  • Vermeidung von Staunässe: Staunässe kann zu Wurzelfäule führen. Achten Sie auf eine gute Drainage und kontrollieren Sie den Untersetzer regelmäßig, um sicherzustellen, dass sich kein Wasser darin sammelt.
  • Luftfeuchtigkeit: Gerade in den warmen Monaten profitieren Gerbera von einer erhöhten Luftfeuchtigkeit. Besprühen Sie die Blätter gelegentlich mit kalkfreiem Wasser, vorzugsweise in den frühen Morgenstunden oder am Abend, um Verbrennungen durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden.

Düngen

  • Blütezeit: Während der Hauptblütezeit von Mai bis September empfiehlt sich eine wöchentliche Düngung mit einem speziellen Flüssigdünger, der dem Gießwasser beigemischt wird. Dies fördert die Blütenbildung und ein gesundes Blattwachstum.
  • Ruhephase: Ab Oktober, wenn die Pflanze sich auf die Ruhephase vorbereitet, stellen Sie die Düngung ein. So respektieren Sie die natürlichen Rhythmen der Pflanze und vermeiden eine Überversorgung mit Nährstoffen.
  • Gesundes Wachstum: Entfernen Sie verblühte Pflanzenteile regelmäßig. Dies trägt nicht nur zur Ästhetik bei, sondern fördert auch die Bildung neuer Blüten, da die Pflanze ihre Energie in neues Wachstum statt in die Samenproduktion investiert.

Überwintern

Die Überwinterung von Gerbera erfordert besondere Aufmerksamkeit, da nicht alle Sorten frosttolerant sind.

Für Gerbera im Topf empfiehlt sich ein heller, frostfreier Raum mit Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius. Wichtig ist, dass die Pflanzen eine Ruhephase einlegen können, ohne vollständig auszutrocknen. Gießen Sie etwa alle 14 Tage, um das Substrat leicht feucht zu halten. So gewährleisten Sie, dass Ihre Gerbera im Frühjahr wieder mit voller Energie austreiben kann.

Einige Züchtungen, insbesondere die Gerbera Garvinea, sind robuster gegenüber Kälte und können bis zu einem gewissen Grad auch im Freien überwintern. Hierbei sind folgende Punkte zu beachten:

  1. Schützen Sie die Pflanzen mit einer Schicht aus Stroh oder Vlies vor Frost.
  2. Entfernen Sie vertrocknete Blätter und Blütenstände erst im Frühjahr, da sie einen natürlichen Frostschutz bieten.
  3. Eine Mulchschicht schützt zusätzlich vor Kälte und isoliert den Boden um die Pflanzen herum.

Sowohl im Haus als auch im Freien sollten die Pflanzen während der Ruhephase nicht gedüngt werden, um die Regeneration zu fördern und die Gerbera optimal auf die nächste Saison vorzubereiten.

Sortenvielfalt

Die Gerbera besticht durch eine beeindruckende Sortenvielfalt, die für jeden Geschmack und Einsatzzweck die passende Pflanze bietet. Entdecken Sie die Vielfalt in Größe, Farbe und Form:

  • Mini-Gerbera (Germini): Mit ihren zierlichen Blüten, die einen Durchmesser von 6 bis 8 Zentimetern erreichen, eignen sich Mini-Gerbera hervorragend für kleine Arrangements. Beliebte Sorten wie ‘Albino’ und ‘Emani’ zeigen die Variationsbreite dieser Gruppe.
  • Standard-Gerbera: Die Klassiker unter den Gerbera mit einem Blütendurchmesser von etwa 13 Zentimetern sind die Stars in jedem Blumenstrauß. Sorten wie ‘Pearl’ und ‘Orange Spider’ bestechen durch ihre leuchtende Farbenpracht.
  • Riesen-Gerbera: Für einen großen Auftritt sorgen diese Sorten mit Blütengrößen bis zu 15 Zentimetern. Langstielige Varianten wie ‘Spark Pink’ und ‘Aventura’ eignen sich hervorragend für eindrucksvolle Blumensträuße.
  • Garvinea: Die robusten Vertreter der Gerbera-Familie zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Wetterfestigkeit aus. Sorten wie ‘Sunny’ und ‘Sweet Surprise’ sind kälteresistenter und können sogar im Freiland kultiviert werden.
  • Gerpomini: Die gefüllten Blüten der Gerbera Pomponi, beispielsweise ‘Blackpearl’, verleihen jedem Arrangement eine besondere Note.
  • Gerspider: Sorten mit ausgefransten Blüten, wie die ‘Orange Spider’, sorgen mit ihrem wilden und dynamischen Erscheinungsbild für einen besonderen Blickfang.

Vermehrung

Die Vermehrung von Gerbera kann auf drei verschiedene Weisen erfolgen, die je nach Jahreszeit variieren:

  • Aussaat: Verwenden Sie für die Aussaat im Spätherbst oder Vorfrühling frisches Saatgut, da die Keimfähigkeit von Gerbera-Samen schnell nachlässt. Legen Sie die Samen auf die Oberfläche feuchter Anzuchterde, ohne sie mit Erde zu bedecken, da es sich um Lichtkeimer handelt. Innerhalb von zwei Wochen beginnen die Samen zu keimen. Sobald die jungen Pflanzen groß genug sind, können Sie sie in separate Töpfe pikieren.
  • Stecklinge: Im Sommer eignet sich die Vermehrung durch Stecklinge. Schneiden Sie hierfür 5 bis 8 cm lange Triebe, entfernen Sie die Blätter und stellen Sie die Stecklinge in ein Glas mit wenig Wasser. Nachdem sich Wurzeln gebildet haben, pflanzen Sie die Stecklinge in Anzuchterde und stellen Sie sie an einen warmen und hellen Standort. Um ein feuchtes Klima zu schaffen, können Sie die jungen Pflanzen mit einer transparenten Haube abdecken, bis sie fest in der Erde verwurzelt sind.
  • Wurzelteilung: Ältere Pflanzen können im späten Winter durch Teilung des Wurzelballens vermehrt werden. Setzen Sie die geteilten Pflanzen in ausreichend feuchte Anzuchterde und halten Sie sie bis zur festen Verwurzelung bei warmen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit.

Krankheiten und Schädlinge

Verschiedene Faktoren können die Gesundheit der Gerbera beeinträchtigen. Ein ungünstiger Standort oder Fehler bei der Pflege begünstigen Krankheiten und den Befall durch Schädlinge.

Gerberafäule: Faulende Pflanzenteile und eine Verfärbung der Blätter von fahlgrün bis graubraun sind charakteristisch für diese Krankheit. Ursachen sind häufig Staunässe, ein zu kühler Standort oder eine Überdüngung. Befallene Pflanzen müssen meist entsorgt werden.

Mehltau: Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch einen weißlichen oder gräulichen Belag auf den Blättern. Begünstigt wird Mehltau durch zu enge Pflanzung und ein feuchtes, schlecht belüftetes Umfeld.

Schädlinge:

  1. Weiße Fliegen: Sie saugen an den Blättern und können die Pflanze schwächen.
  2. Spinnmilben: Vor allem bei trockener Luft treten Spinnmilben häufig auf. Erkennbar sind sie an feinen Gespinsten und hellen Punkten auf den Blättern.
  3. Weichhautmilben und Thripse: Diese Schädlinge befallen ebenfalls die Gerbera und können bei starkem Befall die Photosynthesefähigkeit der Pflanze einschränken.
  4. Blattläuse: Sie führen zu verkümmerten und deformierten Pflanzenteilen und können Viren übertragen.

Ein frühzeitiges Eingreifen und die richtige Pflege sind entscheidend, um den Gesundheitszustand der Gerbera zu erhalten und zu verbessern.

Schnittblumen

Gerbera sind beliebte Schnittblumen, die mit ihrer langen Haltbarkeit und farblichen Vielfalt begeistern. Beachten Sie die folgenden Pflegetipps, um die Freude an diesen Blumen zu maximieren:

  • Schneiden Sie die Stängel schräg an, um die Wasseraufnahme zu verbessern.
  • Verwenden Sie in der Vase nur eine geringe Wassermenge, die Sie regelmäßig erneuern, um die Lebensdauer der Blumen zu verlängern.
  • Stellen Sie die Vase an einen kühlen und schattigen Ort, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und Zugluft.
  • Schneiden Sie die Stängel regelmäßig neu an, um die Wasseraufnahme zu fördern und die Gerbera länger frisch zu halten.
Bilder: kuarmungadd / iStockphoto