Garten-Hyazinthe: Pflanzen und Pflegen

Nach einer Jahrtausende alten, griechischen Sage sind die farbenprächtig blühenden Hyazinthen aus dem Blut des wunderschönen Jünglings Hyakinthos entstanden, der aus Versehen von dem Gott Apollon getötet wurde. Heute noch fasziniert der Frühjahrsblüher die Menschen, ist seine Pracht doch in zahlreichen leuchtenden Farben zu sehen. Erfreulicherweise sind die Zwiebelblumen unkompliziert zu pflanzen und zu pflegen. Worauf Sie dabei achten sollten, verraten Ihnen die Tipps im folgenden Artikel.

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Hyazinthen sind wunderbar duftende Frühlingsboten

Herkunft und Verbreitung

Bei unseren Garten-Hyazinthen handelt es sich dabei natürlich nicht um die originale Pflanze des Hyakinthos, sondern stattdessen um hybride Züchtungen, die vor allem aus der Wildart Hyacinthus orientalis hervorgegangen sind. Diese stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wächst vor allem in Syrien, in der Türkei sowie im Libanon auf felsigen, kargen Untergründen sowie in bergigen Höhen von bis zu 2000 Metern.

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Bereits im 16. Jahrhundert gelangten erste Pflanzen nach Europa und erfreuten sich hier schnell großer Beliebtheit vor allem in adeligen Kreisen. Durch Züchtung und Selektion entstanden innerhalb von nur 100 Jahren zahlreiche neue Sorten in vielen Farben.

Verwendung

Hyazinthen werden heute schon ab Januar im Handel angeboten, wobei die Blumen dann in speziellen Gläsern oder Pflanzgefäßen vorgetrieben wurden und nach dem Kauf alsbald zu blühen beginnen.

Neben der Topfhaltung pflanzt man die Zwiebeln oft in den Garten, wo Sie durch ihre frühe Blüte mit zu den ersten Frühlingsboten gehören.

Aussehen und Wuchs

Je nach Sorte werden Hyazinthen zwischen 15 und 30 Zentimeter hoch. Wie alle Zwiebelblumen haben sie eine nur kurze Vegetationsperiode, während der bereits ab Februar die ersten Blattspitzen sichtbar werden. Daraus entwickelt sich ein Blattschopf, der wiederum den kräftigen Blütenstängel umschließt. Schon im Juli ist die Pflanze verblüht und bereitet sich auf die Überwinterung vor.

Hyazinthenzwiebeln sind mehrjährig und treiben jedes Jahr aufs Neue aus. Sie bestehen aus einzelnen Schuppen, die der Versorgung mit Nährstoffen dienen und diese speichern. Dabei bildet die Zwiebel von innen heraus immer wieder neue Schuppen aus, während die äußeren die Energie für den Austrieb sowie die Blüte bereitstellen. Damit Sie die Hyazinthenblüte alljährlich bewundern können, müssen die Pflanzen während der Vegetationsperiode mehr Energie einlagern als sie eigentlich zum Blühen benötigen. Nur dann können sich neue Schuppen bilden. Dagegen schrumpft die Zwiebel, wenn die Nährstoff- und Wasserversorgung nicht ausreichend ist.

Blätter

Hyazinthen bilden zwischen vier und sieben bandförmige, grundständige Laubblätter aus, die bis zu 30 Zentimeter lang und zwei Zentimeter breit werden können. Sie strahlen in einem frischen, hellen Grün und umhüllen den etwas später erscheinenden Blütenschaft.

Blüte und Blütezeit

Meist treibt der Blütenschaft zusammen mit den rosettenartig angeordneten Laubblättern aus. Der dicke, fleischige Stiel wird bis zu 30 Zentimeter hoch und trägt eine Vielzahl von glockenartigen Blüten, die zu einer Traube angeordnet sind. In der Regel entwickelt sich aus jeder Zwiebel lediglich ein Blütenstiel, ganz selten können es auch mal zwei sein. Wie viele Einzelblüten an einer Hyazinthe sitzen und wie groß die Traube wird, hängt von der Sorte, der Größe der Zwiebel sowie den Standort- und Pflegebedingungen ab.

Die sehr intensiv duftenden Hyazinthenblüten sind von April bis Mai zu bewundern und weisen ein extrem umfangreiches Farbspektrum auf: Weiße, rote, rosa- und orangefarbene, violette und sogar blaue Schattierungen sind erhältlich. Daneben gibt es zudem gefüllt blühende sowie mehrfarbige Sorten.

Die Einzelblüten bestehen aus je drei Kron- und Kelchblätter, die miteinander verwachsen und zumeist gleich gefärbt sind.

Früchte

Da Hyazinthen nach dem Abblühen zurückgeschnitten werden sollen, um die Reserven der Zwiebel zu schonen, entwickelt die Blume nur selten Früchte.

Falls Sie aber mal einen Blütenschaft übersehen haben, können Sie die darin heranreifenden Samen für die Aussaat verwenden. Hyazinthen sind Bedecktsamer, deren Samen sofort nach dem Zerfallen der reifen Frucht auszusäen sind. Sie dürfen nicht austrocknen, da sie in diesem Fall ihre Keimfähigkeit verlieren.

In der Natur verschleppen Ameisen die Samen, so dass diese in der dunklen und warmen Umgebung eines Ameisenbaus keimen. Bis dahin dauert es allerdings sehr lange, denn der Samen muss erst eine Warmphase während der Sommermonate und anschließend eine kalte Stratifizierung im Winter durchstehen. Erst danach ist die Keimhemmung durchbrochen und der Samen treibt aus. Bis zur ersten Blüte müssen Sie sich jedoch zwischen drei und fünf Jahren gedulden.

Ist Garten hyazinthe giftig?

Hyazinthen enthalten neben Calciumoxalat noch weitere Giftstoffe, die Hautreizungen verursachen können. Wer häufig mit den Zwiebeln und Blumen hantiert, kann an der so genannten Hyazinthenkrätze erkranken. Diese äußert sich durch Rötungen, Pusteln und Juckreiz, kann aber auch zu schweren Entzündungen führen. Zwiebeln und andere Pflanzenteile sollten nicht verzehrt werden, denn sie haben Magen- und Darmbeschwerden bis hin zu Erbrechen und Durchfall zur Folge.

Des Weiteren ist die Pflanze tiergiftig: Katzen, Hunde, Pferde sowie Nager (Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen) und Vögel können durch einen Verzehr von Pflanzen- und Zwiebelschalen mehr oder weniger starke Vergiftungserscheinungen erleiden. Da die Giftstoffe die Schleimhäute reizen, treten typischerweise ein vermehrter Speichelfluss sowie Schluckbeschwerden bis hin zu Krämpfen, Erbrechen und Durchfall auf.

Welcher Standort ist geeignet?

Die Zwiebelblumen bevorzugen einen warmen und sonnigen Standort. Dieser sollte vor Witterungseinflüssen wie Kälte und Regen geschützt sein. Sie können Hyazinthen sowohl im Gartenbeet als auch in Töpfen oder anderen Pflanzgefäßen auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren.

Boden

Hyazinthen mögen einen lockeren, mineralischen oder humusreichen Boden, der jedoch nicht allzu feucht sein darf. Eine gute Drainage ist wichtig, damit die Zwiebeln in der feuchten Umgebung nicht zu faulen beginnen. Hierfür können Sie beispielsweise unter den Zwiebeln eine etwa fünf Zentimeter dicke Schicht aus Sand in den Boden einbringen, die übermäßige Feuchtigkeit schnell versickern lässt.

Topfkultur

Der Frühlingsblüher lässt sich prima in kleinen Töpfen oder in Gruppen gepflanzt auch in größeren Pflanzgefäßen kultivieren, wobei Sie die Pflanzen regelmäßig mit Wasser versorgen müssen. Die Zwiebel darf nicht austrocknen, aber auch nicht zu feucht stehen. Überschüssiges Wasser sollte nicht im Übertopf oder Untersetzer stehen bleiben, sondern wird alsbald nach dem Gießen entfernt. Stehen die Hyazinthenwurzeln zu lange im Wasser, faulen sie und mit ihnen auch der Rest der Pflanze. Als Substrat eignet sich normale, handelsübliche Blumenerde, die Sie mit etwas grobem Sand vermischen können.

Schneiden Sie den verblühten Blütenschaft ab. Die Laubblätter lassen Sie dagegen noch so lange stehen, bis sie sich gelb verfärbt haben und vollständig eingetrocknet sind. Nun stellen Sie die Töpfe mit den Zwiebeln in einen kühlen und dunklen Raum, etwa den Keller, und lassen sie dort bis zum nächsten Frühjahr überwintern.

Kultur im Glas

Schon seit rund 100 Jahren kultiviert man Hyazinthen in speziellen Gläsern mit einem bauchigen Unterteil und einer gewölbten Oberschale. In ein solches Hyazinthenglas füllen Sie lediglich im unteren Teil Wasser ein, Erde ist dagegen nicht notwendig. Die Zwiebel liegt in der oberen Schale und erhält ausreichend Feuchtigkeit, ohne direkt mit dem Nass in Berührung zu kommen. Die Zwiebel im Wasserglas muss etwa zwei bis drei Monate dunkel und kühl gestellt werden, wobei Sie während dieser Zeit täglich frisches Wasser nachfüllen. Erst wenn sich die Blütenstiel und Laubblätter zeigen, stellen Sie das Glas auf die Fensterbank.

Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass die Hyazinthenzwiebel aufgrund der fehlenden Düngung keine Nährstoffe einlagern kann und daher nach der Blüte zusammenfällt und sich nicht mehr verwenden lässt.

Garten hyazinthe richtig pflanzen

Graben Sie zunächst ein Pflanzloch, welches etwa doppelt so tief sein sollte wie die Zwiebel hoch ist. Die Mindesttiefe beträgt jedoch zehn Zentimeter. Geben Sie bei schweren Böden eine Schicht Sand auf den Lochboden, diese dient als Drainage. Vermischen Sie den Aushub mit einer guten Handvoll Kompost und setzen Sie die Zwiebel schließlich ins Loch. Dabei sollte die breite Seite nach unten und die schmalere nach oben zeigen. Füllen Sie die Erde nun ins Pflanzloch und drücken Sie sie leicht an. Markieren Sie die Stelle mit einem Bambusstab oder etwas ähnlichem, damit Sie nicht im Frühjahr aus Versehen etwas anderes darüber pflanzen oder gar den Boden umgraben.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Hyazinthenzwiebeln setzen Sie zwischen Oktober und November an einem milden und trockenen Tag ins Gartenbeet.

Der richtige Pflanzabstand

Zur Nachbarpflanze sollte ein Abstand von mindestens 15 Zentimetern eingehalten werden.

Garten hyazinthe gießen

Frisch in Töpfe gepflanzte Hyazinthen benötigen nur wenig Wasser und sollten daher nicht übermäßig gegossen werden. Erst ab dem Austrieb erhöht sich der Wasserbedarf etwas. Der richtige Zeitpunkt für erneute Wassergaben ist gekommen, wenn das Pflanzsubstrat oberflächlich abgetrocknet ist. Gießen Sie niemals direkt auf die Zwiebel, sondern immer nur rundherum.

In den Garten ausgepflanzte Hyazinthenzwiebeln müssen dagegen gar nicht gewässert werden, da die Erde während des Frühlings in der Regel feucht genug ist.

Garten hyazinthe richtig düngen

Ausgepflanzte Hyazinthen düngen Sie im zeitigen Frühjahr mit etwas Kompost, Topfexemplare werden dagegen möglichst in frisches Substrat umgesetzt.

Garten hyazinthe richtig schneiden

Der fleischige Blütenschaft sollte nach der Blüte entfernt werden, um die Nährstoffreserven der Zwiebel zu schonen. Die Laubblätter hingegen entfernen Sie nicht sofort, sondern warten, bis diese gelb und vertrocknet sind. Die Blumenzwiebel zieht sich die darin enthaltenen Nährstoffe noch heraus, weshalb ein vorzeitiges Wegschneiden ungünstig ist.

Übersommern / Überwintern

Da die Vegetationsphase der Hyazinthe bereits im Juli beendet ist, lassen Sie die Zwiebel nach dem Verblühen einfach in Ruhe. Ausgepflanzte Exemplare können einfach im Boden bleiben und werden im Herbst mit Fichten- und Tannenzweigen oder einer dicken Schicht Laub bedeckt. Diese Schutzschicht muss jedoch ab Februar / März wieder entfernt werden, da die Blumen zeitig im Jahr austreiben. Alternativ graben Sie die Zwiebeln im Sommer aus, bewahren sie kühl, trocken und dunkel auf und setzen sie im Herbst wieder in die Erde. Hyazinthenzwiebeln sind absolut winterhart, so lange sie nicht in einem Topf kultiviert werden.

Garten hyazinthe vermehren

Das sommerliche Herausnehmen der verblühten Hyazinthenzwiebeln hat einen großen Vorteil: Auf diese Weise können Sie die Brutzwiebeln für die Vermehrung abtrennen. Damit diese ausgebildet werden, brauchen die Blumen jedoch gute Standort- und Pflegebedingungen in Form von ausreichend Wasser und einer ausgewogenen Nährstoffversorgung. Sie können die Mutterzwiebeln zur Teilung anregen, indem Sie vor dem herbstlichen Einpflanzen den Zwiebelboden tief kreuzförmig einschneiden.

Die kleinen Brutzwiebeln pflanzen Sie im Herbst separat ein. Die daraus wachsenden Blüten werden zunächst eher klein und spärlich ausfallen, blühen jedoch nach ca. zwei bis drei Jahren ebenso üppig wie die Mutterpflanze. Das Entfernen der Brutzwiebeln ist übrigens nicht nur zu Vermehrungszwecken sinnvoll, sondern hat auch Vorteile für die Mutterzwiebel: Dieser wird durch die Ausbildung der Töchter viele Nährstoffe entzogen.

Wie pflanze ich richtig um?

Das Umpflanzen an einen neuen Standort gelingt ganz leicht: Dazu müssen Sie die Zwiebeln lediglich ausgraben und im Herbst an ihrem neuen Standort wieder einpflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Wie alle Zwiebelblumen sind auch Hyazinthen von in der Erde lebenden Schädlingen wie etwa Wühlmäusen bedroht. Oberirdisch lassen sich vor allem Schnecken und saugende Insekten wie Blattläuse das saftige Laub schmecken.

In puncto Krankheiten treten hauptsächlich pilzliche Infektionen auf, die sich im Frühjahr beim Austrieb zeigen. Sehr häufig tritt der durch den Botrytis-Pilz verursachte Grauschimmel auf, der sich durch braune Flecken an den Stängeln und Blättern bemerkbar macht. Befallene Pflanzen sollten sofort entfernt werden, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Wählen Sie einen nicht zu feuchten und luftigen Standort, um Pilzkrankheiten von vornherein zu vermeiden.

Tipps

Im Garten sollten Sie die schweren Blütentrauben mit einem Holzstab oder ähnlichem stützen, da sie sonst vor allem nach längeren Regenfällen zum Umknicken neigen.

Arten und Sorten

Die über 200 verschiedenen Sorten der Gartenhyazinthen werden vor allem nach ihren Blütenfarben eingeteilt. Es gibt weiße, blaue, violette, rosa- und orangefarbene sowie rote Varianten, wobei die violetten und blauen Schattierungen am häufigsten vorkommen. Sehr beliebt sind dabei die Sorten ‘Blue Jacket’ (blaue Blüten), die weiß blühende ‘Carnegie’ sowie die ‘Fondant’ mit ihren bezaubernden rosafarbenen Blüten. Die purpurrot blühende ‘Woodstock’ gehört dagegen zu den eher seltenen Sorten und stellt daher einen besonders Blickfang dar.

Sorten wie ‘Crystal Palace’ und ‘General Köhler’ haben dagegen dicht gefüllte, blaue Blüten, während die weiße Pracht von ‘Snow Crystal’ an weiche Schneeflocken erinnert. Außergewöhnlich lachsrosa Blüten hat ‘Prince of Love’, ‘Hollyhock’ beeindruckt durch schön gefüllte, kräftig rote Blüten. Ebenfalls sehr selten sind Sorten mit gelblichen Sorten wie ‘Gipsy Queen’ und ‘Odysseus’.

Die verschiedenen Sorten entwickeln sehr unterschiedliche Blütenstände. Manche beeindrucken durch sehr dichte, große Blütentrauben, andere sind lockerer und zarter aufgebaut. Ein interessanter Hingucker sind auch die so genannten “Multiflora”-Sorten, die stets mehrere Blütentriebe pro Zwiebel austreiben. Zu diesen gehören beispielsweise die blaue ‘Anastasia’ sowie die rosafarbene ‘Freestyler’. Multiflora-Hyazinthen blühen in der Regeln mit lockeren Blütenständen, die weniger dicht mit Einzelblüten besetzt sind.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Filip Fuxa/Shutterstock

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