Frauenhaarfarn: Richtig pflegen

Frauenhaarfarne erinnern mit ihren Blättern an Wiesenrauten. Doch mit den Blütenpflanzen haben die Gewächse außer der Blattform wenig gemeinsam. Die Farngewächse überzeugen als Blattschmuckpflanze. Wenn Sie die Standortansprüche beachten, können Sie Frauenhaarfarne auch im Freiland anpflanzen.

frauenhaarfarn
Frauenhaarfarn gedeiht bei uns auch wild in Wäldern und auf Felsen

Herkunft

Frauenhaarfarne sind eine artenreiche Gattung innerhalb der weltweit vorkommenden Saumfarngewächse. Die Art Adiantum capillus-veneris ist die einzige in Europa vorkommende Spezies. Sie gedeiht auf nassen Kalkfelsen und besiedelt steile Böschungen in halbschattiger Lage. Der Farn kommt an Flussufern und Bachläufen vor. Dieser Gewöhnliche Frauenhaarfarn wird auch als Venushaar angeboten.

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Der Dreieckige Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum) gehört neben dem Venushaar zu den beliebten Zierpflanzen. Dieses Gewächs stammt ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern von Mittel- und Südamerika. Hier wachsen sie unter warmen und feuchten Bedingungen im Unterwuchs von breitkronigen Bäumen.

Wachstum

Adiantum-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen mit unterirdischen Rhizomen. Die Wurzelknolle kann je nach Art kurz oder länglich ausgeformt sein. Teilweise verzweigen sich die Rhizome, die mit gelblichen bis rotbraunen Schuppen besetzt sind. Die Farne wachsen buschig aufrecht und werden zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch.

Blätter

Die Blätter erinnern an Wedel, die wechselständig angeordnet sind. Die Blattstellung ist kaum erkennbar, da die Blätter dicht gehäuft stehen. Ihre Blattspreite ist mehrfach gefiedert und kann zwischen 15 und 110 Zentimeter lang werden. Das Blatt erinnert in seiner Form an die Gestalt eines Fächers. Jede Blattfieder ist drahtig gestielt, wodurch die Pflanze ihren deutschen Namen bekam. Die Stielchen erscheinen schwarzbraun mit dunkel violetter Tönung.

Blüte

Als Farne entwickeln Adiantum-Arten keine Blüten. Sie vermehren sich mittels Sporen, die unterseits der fruchtbaren Blattabschnitte gebildet werden. Diese sind am Rand nach unten gebogen. Die Sporen sind gelb oder bräunlich gefärbt. Sie verbreiten sich mit dem Wind.

Verwendung

Die Blattschmuckpflanzen werden im Kübel kultiviert, da die meisten Sorten den Winter im Freiland nicht überstehen. Die Topfpflanzen verschönern im Sommer dunkle Ecken des Gartens. Sie eignen sich zur Dekoration von Ufersäumen an Gewässern und zieren halbschattige Steinnischen und Mauern. Frauenhaarfarne Die Gewächse können stehend kultiviert oder in Hängeampeln gesetzt werden. Wenn Sie den Frauenhaarfarn im Garten ansiedeln möchten, sollten Sie auf winterharte Sorten zurückgreifen.

Ist Frauenhaarfarn giftig?

Über die Giftwirkung der Frauenhaarfarne ist bisher noch wenig bekannt. Sie werden als leicht giftig eingestuft. Nach einem Verzehr kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Bei Haustieren kann die Giftwirkung intensiver ausfallen.

Welcher Standort ist geeignet?

Frauenhaarfarne bevorzugen einen halbschattigen Standort. Sie gedeihen auch an schattigen Stellen. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist ausschlaggebend für einen kräftigen Wuchs. Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius gewährleisten optimale Bedingungen. Im Winter fühlen sich die Pflanzen bei 18 bis 20 Grad Celsius wohl. Als feuchtigkeitsliebende Kübelpflanzen eignen sie sich optimal für die Begrünung von Badezimmern. Zugluft mögen die Pflanzen nicht.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Frauenhaarfarne können in herkömmliche Blumenerde gepflanzt werden. Erde für Orchideen eignet sich ebenfalls für die Kultivierung der Zierpflanzen. Sie mögen ein nährstoffarmes Substrat mit niedrigem Salzgehalt. Der pH-Wert sollte im sauren Bereich liegen.

Die ideale Mischung besteht aus:

  • Kompost
  • Kokosfasern
  • grobe Lauberde
  • Pflanzzeit

Frostempfindliche Sorten sollten nach den Eisheiligen im Garten ausgepflanzt werden, wenn die Temperaturen nachts nicht mehr deutlich unter zehn Grad Celsius fallen. Winterharte Sorten können zwischen Frühjahr und Spätsommer gesetzt werden. Die ideale Pflanzzeit liegt zwischen Ende März und Ende April. Den Pflanzen bleibt dann ausreichend Zeit zur Wurzelbildung.

Der richtige Pflanzabstand

Setzen Sie die Farne so dicht zusammen, dass der Abstand zwischen zwei Pflanzen dem halben Umfang des Wurzelballens entspricht. Die Farne fühlen sich wohl, wenn das Pflanzloch doppelt so tief ist wie der Wurzelballen hoch. Legen Sie Tonscherben, Quarzsand (14,90€ bei Amazon*) und Kieselsteine in das Loch, damit das Wasser besser abläuft. Verwenden Sie zum Auffüllen Substrat, das frei von Unkraut und Wurzelresten ist. Sie können den Aushub mit Kompost, Torf oder Lauberde verbessern.

Frauenhaarfarn vermehren

Die Gewächse lassen sich einfach durch Teilung vermehren. Sie ist während der Wachstumsperiode möglich. Die Sporen eignen sich ebenfalls für die Vermehrung.

Teilung

Dazu müssen Sie die flach unter der Erdoberfläche wachsenden Rhizome ausgraben und vollständig vom Substrat befreien. Verwenden Sie für die Teilung ein scharfes Messer. Jedes Teilstück sollte mindestens drei Farnwedel besitzen, damit die Pflanze gut wächst. Pflanzen Sie die Teilstücke einzeln oder in kleine Gruppen zusammen.

Sporen

Schneiden Sie einen fertilen Wedel ab. Sie erkennen ausgereifte Sporen, wenn beim Abstreifen ein brauner Staub am Finger haften bleibt. Legen Sie den Farnwedel auf ein Seidenpapier, sodass die Unterseite auf dem Blatt liegt. Stülpen Sie ein Gefäß über das Blatt, damit die feinen Sporen nicht weg geweht werden. Sie lassen sich auf dem Papier nieder und können anschließend auf Anzuchterde gestreut werden. Bedecken Sie die Sporen dünn mit Sand. Halten Sie das Substrat kontinuierlich feucht

Die Keimung erfolgt:

  • an einem halbschattigen Standort
  • bei Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius
  • nach drei bis vier Wochen

Frauenhaarfarn im Topf

Da Frauenhaarfarne feuchte Bedingungen bevorzugen, sollten Sie einen Topf aus Terrakotta, Ton oder Stein nutzen. Diese Materialien regulieren den Feuchtigkeitshaushalt im Substrat, da sie Wasser aufnehmen und bei Trockenheit abgeben. Die Rhizome faulen leicht, wenn sich Nässe im Substrat staut. Daher sollte der Kübel ein Abzugsloch besitzen und mit einer Schicht Kieselsteinen oder Tonscherben ausgelegt werden.

Balkon

Auf dem Balkon fühlt sich der Frauenhaarfarn wohl, wenn geschützte Bedingungen gewährleistet sind. Ideal ist ein südlich ausgerichteter Balkon. Stellen Sie den Kübel an die Hauswand, damit die Pflanze keine Zugluft abbekommt und von den warmen Temperaturen profitiert. Schützen Sie den Farn vor der direkten Mittagssonne.

Im Gewächshaus

Hier sind optimale Bedingungen für ein gesundes Wachstum geeignet. Hinter Milchglas sind Frauenhaarfarne vor der direkten Sonne geschützt. Der Innenraum heizt sich auf, sodass Feuchtigkeit aus dem Substrat verdunstet. Sie erhöht die Luftfeuchtigkeit, was den Zierpflanzen zugute kommt.

Frauenhaarfarn gießen

Adiantum-Arten haben einen mittleren Wasserbedarf. Junge Farne sollten sparsam bewässert werden, da ihre kleinen Blattwedel weniger Wasser benötigen als die Blätter ausgewachsener Exemplare. Lassen Sie die Erde vor jeder Wassergabe oberflächlich antrocknen. Der Wurzelballen darf nicht austrocknen, da der Farn schnell Blätter verliert. Zu intensive Bewässerungseinheiten führen zur Wurzelfäule. Die Luftfeuchtigkeit im Raum wird erhöht, wenn Sie den Topf in einen mit Kies und Wasser gefüllten Übertopf stellen.

Bei extremer Trockenheit:

  • Kübel in ein Wasserbad tauchen
  • so lange unter Wasser stehen lassen, bis sich keine Blasen bilden
  • Blätter sollten kein Wasser abbekommen, da sie schnell verbrennen

Frauenhaarfarn richtig düngen

Der Nährstoffbedarf ist gering. Setzen Sie Dünger sparsam ein, denn die Pflanzen können leicht überdüngt werden. Wenn Sie die Pflanzen in einer Erdmischung auf Torfbasis kultivieren, erfreuen sie sich während der Wachstumsperiode alle vier bis sechs Wochen über eine Nährstoffversorgung. Verwenden Sie ein Gemisch aus Kompost, Lauberde oder normale Blumenerde, reicht eine Düngung im Abstand von acht bis zehn Wochen aus. Nutzen Sie Flüssigdünger in schwacher Konzentration.

Frauenhaarfarn richtig schneiden

Ein regelmäßiges Zurückschneiden ist beim Frauenhaarfarn nicht notwendig. Sie können vertrocknete Farnwedel während des Jahres abschneiden, damit die Pflanze zum Neuaustrieb angeregt wird. Nach dem Winter empfiehlt sich eine Auslichtung, bei welcher vertrocknete Triebe entfernt werden.

Wie pflanze ich richtig um?

Sobald die ersten Wurzeln aus dem Substrat stechen, sollte der Frauenhaarfarn umgetopft werden. Kürzen Sie bei dieser Maßnahme Wurzeln um ein Drittel ein. Dadurch entwickelt das Rhizom neue Feinwurzeln und bleibt kompakt. Der neue Topf sollte doppelt so tief wie der Wurzelballen sein. Wenn Sie die Pflanze umgetopft haben, können Sie die Erde mit Kies bedecken. Die Steine wirken als Verdunstungsschutz, sodass die Feuchtigkeit länger im Wurzelbereich bleibt.

Schädlinge

Bei der Zimmerkultur treten häufig Blattläuse und Spinnmilben auf. Ein Schädlingsbefall wird durch eine niedrige Luftfeuchtigkeit begünstigt. Überprüfen Sie regelmäßig die Feuchtigkeit im Substrat. Mit ölhaltigen Präparaten können Sie die Schädlinge direkt bekämpfen. Der Ölfilm legt sich auf die Blätter und schließt die Insekten ein, sodass diese nicht mehr atmen können und absterben. Auf eine Verwendung von seifenhaltigen Lösungen sollten Sie verzichten, da das Farngewächs empfindlich darauf reagiert. Pflanzenschutzmittel vertragen Frauenhaarfarne nicht.

Glasige Flecken auf den Blätter deuten auf einen Befall durch Blattälchen hin. Sie gelangen über das Gießwasser auf die Pflanze. Über die Spaltöffnungen der Blätter dringen die Nematoden in den Organismus ein, wo sie die Zellen aussaugen. Im Anfangsstadium reicht es aus, die befallenen Blätter abzuschneiden und zu entsorgen. Haben sich die Schädlinge auf die gesamte Pflanze ausgebreitet, sollten Sie diese entfernen. So verhindern Sie, dass sich die Fadenwürmer auf benachbarte Pflanzen ausdehnen.

Braune Blätter

Verfärben sich die Farnwedel braun, deutet das auf einen suboptimalen Standort hin. Der Frauenhaarfarn bevorzugt lichte Standorte. Er verträgt Sonnenstunden am Morgen oder Abend. Wenn das Gewächs der prallen Mittagssonne ausgesetzt ist, verbrennen die Blätter schnell und werden braun. Stellen Sie Kübelpflanzen im Freien an einen geschützten Standort unter Bäumen. Achten Sie darauf, dass die Pflanze von allen Seiten gleich viel Licht abbekommt. Das gewährleistet einen gleichmäßigen Wuchs.

Tipps

Frauenhaarfarne harmonieren mit anderen Farngewächsen wie Wurmfarn, Mond-Sichelfarn oder Palmblatt-Farn. Sie können auch mit größeren Waldgräsern wie der Japan-Segge in einen Kübel gepflanzt werden.

Sorten

  • Brilliant Else: Goldgelbe Farnwedel, Austrieb violettrosa.
  • Fragrantissimum: Aufrechte Blattwedel, die im Alter überhängen. Hellgrüne Blätter, drei- bis vierfach gefiedert. Wuchshöhe bis 50 Zentimeter.
  • Microphyllum: Fein gefiedertes Laub, überhängender Wuchs.
  • Variegatum Lüthi: Fiederblätter grün mit weißen, fächerförmigen Streifen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: optimarc/Shutterstock

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