Allgemein

Löcher in den Blättern des Flieders: Ursachen und Abhilfe

Artikel zitieren

Fliederblätter sind anfällig für Schäden durch Dickmaulrüssler, Ohrenkneifer und Raupen. Dieser Artikel beschreibt die charakteristischen Fraßspuren der einzelnen Schädlinge und gibt Tipps zur Bekämpfung und Vorbeugung.

flieder-blaetter-loecher
Der Dickmaulrüssler frisst Fliederblätter vom Rand her

Übeltäter: Dickmaulrüssler, Ohrenkneifer und Raupen

Die drei Hauptverursacher für Löcher in Fliederblättern sind Dickmaulrüssler, Ohrenkneifer und Raupen. Jeder dieser Schädlinge hinterlässt charakteristische Fraßspuren, die bei der Identifizierung helfen.

Lesen Sie auch

Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler ist ein bräunlicher Käfer, der sich vor allem nachts an den Blättern des Flieders gütlich tut. Die Käfer fressen halbrunde oder buchtenförmige Stücke aus den Blatträndern heraus, was zu Buchtenfraß führt. Während die Schäden an den Blättern meist optischer Natur sind, können die im Boden lebenden Larven die Wurzeln des Flieders erheblich schädigen.

Ohrenkneifer

Der Ohrenkneifer ist ein nachtaktives Insekt, das sich von einer Vielzahl von Nahrungsquellen ernährt, darunter auch Fliederblätter. Ohrenkneifer hinterlassen ausgefranste Löcher in den Blättern. Sie sind nützliche Helfer im Garten, da sie Blattläuse und andere kleine Insekten fressen, weshalb sie in der Regel nicht bekämpft werden sollten.

Raupen

Verschiedene Raupenarten, darunter die Raupen des Schwalbenschwanzes, ernähren sich von Fliederblättern und verursachen Löcher. Diese Raupen sind anfangs schwarz mit einem weißen Sattelfleck und werden mit jeder Häutung heller, bis sie am Ende ihrer Entwicklung auffallend grün mit schwarzen Querstreifen und orangeroten Punkten sind.

Bekämpfung der Schädlinge

Die Bekämpfung der Schädlinge hängt vom Befallsgrad und dem Ausmaß des Schadens an der Pflanze ab. Oftmals sind natürliche Methoden ausreichend.

Natürliche Bekämpfungsmethoden

  • Absammeln: Bei geringem Befall können Schädlinge wie Raupen von Hand abgesammelt und umgesiedelt werden.
  • Nematoden: Gegen Larven des Dickmaulrüsslers können Nematoden eingesetzt werden, die die Larven befallen und abtöten. Diese Methode ist besonders wirksam bei Bodentemperaturen ab 13 °C.
  • Neemöl: Neemöl wirkt als natürliches Insektizid gegen Schädlinge wie Blattwanzen und Dickmaulrüssler.
  • Ohrenkneiferfallen: Zum Umsetzen von Ohrenkneifern können umgedrehte Tontöpfe, gefüllt mit Holzwolle oder Stroh, in der Nähe des Flieders aufgestellt werden.

Chemische Bekämpfung

In schweren Fällen kann der Einsatz von chemischen Insektiziden notwendig sein. Befolgen Sie unbedingt die Anweisungen auf dem Etikett und achten Sie auf die Umweltauswirkungen. Die Anwendungen sollten bei trockenem, bewölktem Wetter durchgeführt werden.

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen können helfen, einem Schädlingsbefall entgegenzuwirken:

  • Gesunde Pflanzen: Nur gesunde und kräftige Pflanzen kaufen und pflanzen.
  • Blätter in Bodennähe entfernen: Das Entfernen von bodennahem Blattwerk reduziert Nahrungsquellen für den Dickmaulrüssler.
  • Regelmäßiges Auslichten: Den Flieder regelmäßig auslichten, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und Versteckmöglichkeiten für Schädlinge zu minimieren.
  • Pflanzenstärkung: Den Flieder mit Pflanzenjauchen stärken, um seine Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge zu erhöhen.
  • Optimaler Standort: Ein sonniger und windgeschützter Standort unterstützt die Pflanzengesundheit.
  • Gute Bodenvorbereitung: Den Boden gut vorbereiten und den Flieder bedarfsgerecht pflegen.
  • Abstand zu anderen Pflanzen: Ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen einhalten, um eine Übertragung von Schädlingen zu vermeiden.
  • Nützlinge fördern: Lebensräume und Nistmöglichkeiten für Nützlinge wie Vögel und Igel schaffen, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen.
Bilder: kazakovmaksim / stock.adobe.com