Fleischfressende Pflanzen halten
Die Pflege Fleischfressender Pflanzen variiert je nach Art

Tipps zur Pflege von fleischfressenden Pflanzen (Karnivoren)

So faszinierend die Zucht und Haltung fleischfressender Pflanzen, auch Karnivoren genannt, ist - für absolute Gartenanfänger sind diese Pflanzen nicht geeignet. Etwas Erfahrung, Zeit und vor allem ein geeigneter Standort sind erforderlich, um die richtige Pflege dieser zum Teil sehr exotischen Arten sicherzustellen.

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Brauchen alle fleischfressenden Pflanzen dieselbe Pflege?

Die Arten unterscheiden sich zum Teil auch in ihren Ansprüchen an die Pflege. Wenn Sie nicht sicher sind, sollten Sie sich informieren, wie Sie die von Ihnen gehaltene Art richtig pflegen.

Müssen Karnivoren gefüttert werden?

Das Füttern von fleischfressenden Pflanzen ist nicht notwendig, es ist sogar eher schädlich. Karnivoren kommen mit wenig Nährstoffen aus, die sie bereits aus dem Pflanzsubstrat beziehen. Außerdem reichen die im Haus vorkommenden Insekten, die die Pflanzen selbst fangen, völlig aus.

Wenn Sie dennoch füttern möchten, geben Sie:

  • ausschließlich noch lebende Insekten
  • immer nur ein Beutetier auf einmal
  • nicht zu große Tiere füttern

Ist das Düngen von fleischfressenden Pflanzen notwendig?

Da im Pflanzsubstrat ausreichend Nährstoffe vorhanden sind, ist Düngen nicht notwendig. Es wird zwar häufig geraten, gelegentlich verdünnten Orchideendünger zu geben, das ist jedoch überflüssig.

Wie werden Karnivoren gegossen?

Das Pflanzsubstrat darf niemals ganz austrocknen. Stellen Sie die Töpfe mit den fleischfressenden Pflanzen in Untersetzer, die Sie im Anstau-Verfahren mit Wasser füllen.

Gießen Sie Karnivoren möglichst niemals direkt von oben, sondern immer nur von unten.

Können Sie mit normalem Leitungswasser gießen?

Normales Leitungswasser enthält sehr viel Kalk. Kalk vertragen Karnivoren überhaupt nicht. Gießen Sie deshalb möglichst nur mit Regenwasser.

Wenn Sie kein Regenwasser zur Verfügung haben, können Sie ersatzweise stilles Mineralwasser geben.

Destilliertes Wasser wird häufig als Ersatz empfohlen. Dieses Wasser sollten Sie jedoch nur im Notfall geben. Es enthält keinerlei Mineralien, die die Pflanzen für das Wachstum benötigen.

Müssen Sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen?

Beim Fettkraut reicht normale Luftfeuchtigkeit meist aus. Bei allen anderen Arten sollte die Luftfeuchtigkeit bei wenigstens 60 bis 80 Prozent liegen. Durch das Aufstellen von Wasserschalen gerade im Winter können Sie den Feuchtigkeitsanteil der Luft erhöhen. Auch regelmäßiges Besprühen der Pflanzen mit Regenwasser ist hilfreich.

Achten Sie aber darauf, dass sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit kein Schimmel im Raum oder auf den Pflanzen bildet.

Lüften Sie regelmäßig, bedenken Sie dabei aber, dass Karnivoren Zugluft nicht gut vertragen.

Müssen fleischfressende Pflanzen geschnitten werden?

Fleischfressende Pflanzen müssen Sie gar nicht schneiden. Es kann jedoch sinnvoll sein, wenn Sie bei einigen Arten wie der Venusfliegenfalle Blütenstände gleich abschneiden. Die Pflanzen müssen sonst zu viel Kraft in die Blüte stecken. Diese Kraft fehlt für die Entwicklung der Fangvorrichtungen.

Kranke und faule Blätter sollten Sie ebenfalls herausschneiden.

Wann ist Umtopfen notwendig?

Auch wenn die meisten Arten nicht so rasant wachsen, empfiehlt es sich, fleischfressende Pflanzen jedes Jahr umzutopfen. Der beste Zeitpunkt dafür ist das zeitige Frühjahr. Einen größeren Topf brauchen die Pflanzen nur, wenn sie oben über den Topfrand hinausragen oder sich die Wurzeln im ganzen Topf ausgebreitet haben.

Wechseln Sie beim Umpflanzen das Pflanzsubstrat möglichst vollständig aus. Karnivorenerde zersetzt sich sehr schnell. Durch das Umtopfen stellen Sie auch ausreichend Nährstoffe zur Verfügung.

Viele Karnivorenarten können Sie durch Teilen vermehren. Wenn Sie die Pflanzen ohnehin umtopfen, bietet es sich an, gleich für die Vermehrung zu sorgen.

Welche Krankheiten und Schädlinge können auftreten?

Krankheiten kommen nicht häufig vor. Fast immer sind Pflegefehler dafür verantwortlich, wenn die Pflanzen nicht gedeihen oder gar eingehen. Das gilt vor allem für Staunässe. Auch wenn Karnivoren es gern feucht haben, muss das Wasser abfließen können. Bei Staunässe können Wurzeln und oberirdische Teile faulen.

Wenn die Fangvorrichtungen vertrocknen oder faulen, liegt es oft daran, dass die Pflanzen falsch gefüttert wurden. Auch darf die Flüssigkeit, die in den Fallen vorhanden ist, niemals ausgeschüttet werden.

Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben treten gelegentlich auf. Sie sollten so gut wie möglich abgesammelt werden. Das Abspülen der betroffenen Pflanzenteile ist meist nicht sinnvoll. Bei der Haltung wertvoller Arten sollten Sie ein spezielles Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Wie werden fleischfressende Pflanzen richtig überwintert?

Einige Arten des Sonnentaus sind winterhart. Die meisten Arten der fleischfressenden Pflanzen vertragen jedoch keinen Frost. Sie müssen im Haus überwintert werden. Nur wenn Sie einen sehr gut geschützten Platz im Moorbeet haben, können Sie versuchen, einige Karnivorenarten draußen zu überwintern.

Im Winter benötigen die meisten fleischfressende Pflanzen niedrigere Temperaturen und weniger Feuchtigkeit. Oft reicht es aus, wenn Sie die Pflanzen nur einmal im Monat mit etwas Feuchtigkeit versorgen. Allerdings darf das Substrat niemals ganz austrocknen.

Tipps

Die meisten Karnivoren bevorzugen helle, sogar sonnige Standorte. Zugluft vertragen die wenigsten der repräsentativen Arten. Den Sommer dürfen die Pflanzen an einem geschützten Platz auf der Terrasse verbringen.

Text: Sigrid Hestermann

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