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Feigenbaum-Schädlinge: Erkennen & Bekämpfen

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Feigenbäume erfreuen sich wachsender Beliebtheit, bleiben aber nicht von Schädlingen verschont. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Schädlinge, die Feigenbäume befallen können, und stellt wirksame Methoden zu ihrer Bekämpfung vor.

Feigenbaum Schaedlinge

Bekämpfung der Feigenblattmotte

Jüngere Feigenbäume sind besonders anfällig für die Feigenblattmotte (Choreutis nemorana), auch bekannt als Feigen-Spreizflügelfalter. Deren gefräßige Raupen ernähren sich von den Blättern des Baumes und verursachen Fraßspuren, Verfärbungen und Verkrümmungen. Bei der Bekämpfung sollten Sie auf umweltfreundliche Methoden setzen. Hier sind zwei effektive Möglichkeiten:

  1. Absammeln: Bei jungen oder kleinen Bäumen können Sie die Raupen und eingerollten Puppen einfach von Hand absammeln und unschädlich machen. So kontrollieren Sie einen leichten Befall, ohne zu Pflanzenschutzmitteln greifen zu müssen.
  2. Bacillus thuringiensis: Für größere Bäume, bei denen das Absammeln zu aufwendig ist, bietet sich ein biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis an. Dieses Bakterium wirkt spezifisch gegen Schmetterlingsraupen und schont dabei Nützlinge. Achten Sie auf die korrekte Anwendung und setzen Sie das Mittel nur bei tatsächlichem Befall ein, um Resistenzen zu vermeiden.

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Denken Sie daran, dass Feigenbäume von Natur aus robust sind und ein leichter Befall in der Regel keine ernsthafte Gefahr darstellt. Selbst der Verlust eines Viertels der Blattfläche führt nicht unbedingt zu langfristigen Schäden. Mit naturnahen Gartenpraktiken und einem gesunden Ökosystem minimieren Sie das Risiko eines größeren Schädlingsbefalls.

Die Kirschessigfliege

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Vorbeugende Maßnahmen halten Kirschessigfliegen wirkungsvoll fern

Die Kirschessigfliege ist ein weiterer Schädling, der Feigenbäume bedroht. Dieses ursprünglich aus Asien stammende Insekt hat sich seit 2011 auch in Mitteleuropa etabliert und gefährdet viele Obstsorten, darunter auch Feigen. Anders als herkömmliche Fruchtfliegen, die sich von verdorbenem Obst ernähren, befällt die Kirschessigfliege gesunde, reifende Früchte. Mit ihrem gezähnten Legestachel durchdringen die Weibchen die Fruchthaut und legen ihre Eier im Inneren ab. Die schlüpfenden Larven fressen sich durch die Frucht und führen zu deren Verderb.

Einen Befall zu erkennen, ist nicht immer einfach. Die erwachsenen Tiere sind nur etwa 2 bis 3 mm groß und gelblich-braun gefärbt. Männchen tragen einen schwarzen Fleck auf den Flügeln. Die Larven sind weiß und beinlos und erst nach dem Aufschneiden der Frucht sichtbar.

Da für den privaten Garten derzeit keine Pflanzenschutzmittel zugelassen sind, sollten Sie auf vorbeugende Maßnahmen und Fallen setzen. Hier eine einfache Anleitung zum Bau einer Falle:

  1. Nehmen Sie eine PET-Flasche und bohren Sie einige Löcher in den oberen Bereich. Diese dienen als Einflugöffnungen für die Fliegen.
  2. Füllen Sie die Flasche mit einem Gemisch aus Apfelessig, Rotwein und etwas Spülmittel. Diese Mischung lockt die Fliegen an, und das Spülmittel verhindert, dass sie wieder entkommen können.
  3. Verschließen Sie die Flasche und platzieren Sie sie in der Nähe Ihrer Feigenbäume oder anderer gefährdeter Obstbäume. Die optimale Höhe ist etwa auf Augenhöhe.
  4. Erneuern Sie die Füllung regelmäßig, insbesondere nach Regenfällen, um die Wirksamkeit der Falle zu erhalten.

Mit etwas Aufmerksamkeit und vorausschauenden Maßnahmen können Sie den Schaden an Ihrer Ernte minimieren und Ihre Früchte gesund halten.

Der Feigen-Spreizflügelfalter

Der Feigen-Spreizflügelfalter, auch als Feigenblattmotte bekannt, ist ein Schmetterling mit einer Vorliebe für Feigenbäume. Mit einer Körpergröße von nur etwa 1 cm ist er zwar klein, seine Raupen können jedoch durch ihren Blattfraß erhebliche Schäden anrichten. Besonders junge und kleine Feigenbäume leiden unter einem Befall und können im schlimmsten Fall sogar absterben. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich die Art zunehmend in nördlichere Gebiete aus.

Weitere Schädlinge

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Von Spinnmilben bis Wühlmäusen, Feigenbäume ziehen diverse Schädlinge an

Neben den bereits genannten Schädlingen können Feigenbäume auch von anderen Insekten und Tieren befallen werden:

  • Spinnmilben: Diese winzigen Schädlinge bevorzugen trockene und warme Bedingungen und bilden feine Gespinste auf den Blättern.
  • Läuse und Blattsauger: Sie sind eher selten an Feigenbäumen anzutreffen, können aber bei bestimmten Witterungsbedingungen auftreten.
  • Käferarten: Verschiedene Käfer, wie der Zitrusbockkäfer, Rüsselkäfer und Dickmaulrüssler, können sowohl die Blätter als auch die Wurzeln des Feigenbaums schädigen. Gegen Larven des Dickmaulrüsslers helfen Nematoden oder Neemöl.
  • Wühlmäuse: Diese Nagetiere greifen die Wurzeln des Baumes an. Wühlmaussperren aus Draht bieten Schutz.
  • Stare: In Gruppen auftretende Stare können reife Feigenfrüchte verzehren. Ein Vogelnetz über der Baumkrone schafft Abhilfe.
  • Trauermücken: Das Auftreten von kleinen Fliegen beim Gießen ist ein Hinweis auf diese Schädlinge.
Bilder: Petani / iStockphoto