Erdnusspflanze selber ziehen und viele Nüsse ernten

Knackige Erdnüsse aus eigener Ernte sind im Hobbygarten ein lohnenswertes Projekt. Die tropische Herkunft der Kultur-Erdnuss ist kein Hinderungsgrund mehr. Als Hülsenfrüchtler ist die Erdnusspflanze überraschend einfach zu pflanzen und zu pflegen. Große und kleine Hobbygärtner erleben hautnah ein spannendes Wachstumsphänomen. Warum noch länger warten mit dem Anbau? Hier erfahren Sie, wie Sie eine Erdnusspflanze selbst anbauen im Topf und Beet. Kompakte Anleitung für Anzucht, Pflanzung und Pflege.

erdnusspflanze
Bei richtiger Pflege bildet eine Erdnusspflanze viele Erdnüsse aus

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Arachis hypogaea
  • Familie: Hülsenfrüchtler
  • Herkunft: Südamerika
  • Wachstum: einjährig, krautig, buschig
  • Blütenform: Schmetterlingsblüten
  • Frucht: Hülsenfrucht
  • Wurzel: Pfahlwurzel
  • Standort: sonnig
  • Boden: locker-sandig
  • Erntezeit: Juli bis September
  • Winterhärte: nicht winterhart
  • Verwendung: geröstete Erdnüsse, Erdnussöl

Herkunft

Die Gattung Erdnüsse (Arachis) umfasst 80 Arten, von denen es die Kultur-Erdnuss (Arachis hypogaea) zu weltweitem Ruhm gebracht hat. Beheimatet sind die Hülsenfrüchtler-Arten allesamt in Südamerika. Dank ihrer schmackhaften Samen und hohen Wertschätzung als Ölfrucht wird die Erdnusspflanze heute in nahezu allen tropischen und subtropischen Regionen angebaut. Knackige, geröstete Erdnüsse und gesundes Erdnussöl aus dem Supermarkt stammen zumeist aus Florida, wie folgendes Video demonstriert.

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Von der Erdnusspflanze zur knackigen Nuss

Wachstum

Einjähriges, krautiges Wachstum zeichnet die Erdnusspflanze aus. Das dicht-buschige Laubkleid, die zahlreichen Blüten und Hülsenfrüchte werden versorgt von einer bis zu 50 cm tiefen Pfahlwurzel. Stängel und Seitentriebe wachsen aufrecht, halbaufrecht bis kriechend und werden 30 bis 80 Zentimeter lang. Schon vor Beginn der Blütezeit treiben dekorative, wechselständige Laubblätter aus. Diese setzen sich zusammen aus einem bis zu 10 Zentimeter langen Blattstiel und aparten, paarweise angeordneten Fiederblättchen mit kurzem Stiel.

Blüte

Von Mai bis August entfaltet die Erdnusspflanze goldgelbe Schmetterlingsblüten. Eine zwittrige Erdnussblüte ist nur wenige Stunden geöffnet. Es fehlt die Zeit, tagelang auf Bestäuber zu warten. Aus diesem Grunde bestäuben Erdnussblüten sich einfach selbst. Das Resultat ist eine überschwängliche Blütenpracht aus mehreren hundert Blüten, die sich im Verlauf der Blütezeit nacheinander öffnen. Die Ausfallquote ist hoch. In der Regel verwandeln sich lediglich 20 Prozent befruchteter Blüten tatsächlich in Erdnüsse.

Exkurs

Geokarpie – So kommt die Erdnuss ins Erdreich

Nach der Blüte wächst unter dem Fruchtknoten ein bis zu 30 Zentimeter langer Fruchtstiel und neigt sich abwärts. Dieser Fruchtträger (Karpophor) bohrt sich regelrecht ins lockere Erdreich. Erst im Schutz des Bodens entwickelt sich der Fruchtknoten zu der begehrten Erdnuss. Dieser faszinierende Prozess wird Geokarpie genannt, in Gärtnersprache Erdfrüchtigkeit.

Frucht

Der Name Erdnusspflanze nimmt Bezug auf das Wachstum der Hülsenfrüchte im Erdreich. Eine Frucht ist zwei bis sechs Zentimeter lang und enthält einen bis vier, leicht eingeschnürte Samen. Im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchtlern öffnen sich die Hülsen einer Erdnusspflanze nicht von selbst. Vielmehr verholzt die Fruchtwand sukzessive und wird zu einer Schließfrucht, wie wir es von echten Nüssen kennen. Reife Samen sind reich an gesunden Mineralien und Vitaminen. Ein hoher Energiewert macht Erdnüsse zu Kalorienbomben, wie folgende Tabelle zeigt:

Erdnüsse Energiewert Kalorien je 100 g Kilojoule je 100 g
rohe Samen 564 kcal 2341 kJ
trocken geröstet 589 kcal 2441 kJ
geröstet und gesalzen 602 kcal 2491 kJ
Erdnussbutter 623 kcal 2581 kJ
Erdnussöl 899 kcal 3898 kJ

Erdnusspflanze selbst anbauen – Anleitung

Für ein ertragreiches Wachstum benötigt die Erdnusspflanze zwischen Aussaat und Reife eine frostfreie Vegetationsperiode von 160 bis 180 Tagen. Eine Direktaussaat im Garten ist im mitteleuropäischen Klima zum Scheitern verurteilt. Die Anzucht hinter Glas verbessert die Erfolgsaussichten. Hobbygärtner in milden Regionen pflanzen vorgezogene Jungpflanzen nach den Eisheiligen ins Beet. Zielführender ist ein Anbau im Topf. Folgende Anleitung beleuchtet alle wichtigen Aspekte. So bauen Sie eine Erdnusspflanze selbst an:

Anzucht auf der Fensterbank

Im Februar öffnet sich das Zeitfenster für die Anzucht auf der Fensterbank. Folgender Überblick erklärt die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Aussaat von Erdnusspflanzen:

  • Saatgut: unbehandelte, ungeschälte Erdnuss-Kerne
  • Vorbereitung: 24 Stunden in lauwarmem Kamillentee einweichen
  • Substrat: Mix aus Kokoserde und Kräutererde (1:1)
  • Saatgefäß: 10-cm-Anzuchttopf oder Saatschale
  • Säen: Erdnuss-Samen 1 cm tief in die Erde drücken, dünn übersieben mit Sand, angießen mit feiner Brause
  • Haube: perforierte Plastiktüte überstülpen
  • Keimung: bei 25° Celsius am hellen Fensterplatz innerhalb einer Woche
  • Wichtig: Haube täglich lüften, nach der Keimung entfernen
  • Pikieren: umtopfen nach 5 bis 6 Wochen in Pikiererde

Pikierte Erdnuss-Sämlinge profitieren von einer Phase der Abhärtung. Stellen Sie die umgetopften Jungpflanzen ab Mitte/Ende April an warmen Frühlingstagen an einen halbschattigen, geschützten Platz im Garten, auf Balkon oder Terrasse. Die kühlen Nächte verbringen Ihre Zöglinge weiterhin hinter Glas.

Pflanzung

Mitte Mai beginnt die Pflanzzeit für Erdnusspflanzen. Wählen Sie einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort mit durchlässigem, sandig-lockerem Gartenboden. Ein Pflanzabstand von 25 x 25 Zentimetern hat sich in der Praxis gut bewährt.

Damit mitteleuropäische Wetterkapriolen den Erdnuss-Anbau nicht torpedieren, empfehlen wir die Pflanzung im Topf. Greifen Sie bitte zu einem großen Gefäß, das den tiefen, pfahlartigen Wurzeln ausreichend Platz bietet. Wählen Sie organisch vorgedüngte Gemüse- oder Kräutererde als Substrat. Staunässe wird umgangen mit einer Drainage aus Lavagranulat. Wichtig zu beachten für die Pflanzung im Beet und Topf ist der Verzicht auf eine Mulchschicht, damit sich die Fruchtträger ungehindert ins Erdreich bohren können.

Erdnusspflanze pflegen – Tipps & Tricks

Im Anbau überrascht die Erdnusspflanze mit gutmütiger Genügsamkeit. Wie Sie die Erdnuss im Topf und Beet richtig pflegen, beleuchten folgende Tipps & Tricks:

  • Gießen: sparsam gießen, Staunässe vermeiden
  • Düngen: alle 4 Wochen organischen Flüssigdünger verabreichen
  • Anhäufeln: Erdnusspflanze anhäufeln nach vollendeter Geokarpie (Fruchtträger sind im Erdreich)
  • Schneiden: Erdnussblüten nicht ausputzen, Triebe nicht schneiden

Sind die Fruchtknoten wohlbehalten im Erdreich angekommen, mulchen Sie Beet oder Substrat dünn mit Laub zum Schutz der reifenden Erdnüsse vor zu viel Nässe.

Beliebte Sorten

Aus der Kultur-Erdnuss (Arachis hypogaea) sind verschiedene Sorten hervorgegangen mit spezifischen Eigenschaften, die interessierte Hobbygärtner im Fachhandel als frische, nicht geröstete Samen für die Aussaat erwerben können:

  • Jimmy’s Pride: zertifiziertes Saatgut von Arachis hypogaea aus dem Hause Sperli-Samen.
  • Runner: eine der meist angebauten Erdnuss-Sorten mit extra großen Samen.
  • Virginias: Erdnuss-Sorte mit den größten Kernen weltweit, beliebt als geröstete Erdnüsse aus der Dose.
  • Spanish: kleine, schmackhafte Kerne in gelbbrauner Samenschale, ideal für die Gewinnung von Erdnussöl.
  • Red Tennessee Valencia: kleine, süße Kerne, perfekt als Snack oder Backzutat.

FAQ

Ist die Erdnuss eine Nuss?

Diese Frage wird kontrovers diskutiert. Aus botanischer Sicht ist die Erdnusspflanze ein Hülsenfrüchtler mit essbaren Samen. Gemäß Definition ist die Hülse freilich eine Öffnungsfrucht, wie Sie es von Erbsen oder Bohnen kennen. Das trifft auf die Hülsen einer Erdnusspflanze nicht zu, weil sie als verholzende Schließfrucht wachsen und die Samen nicht freigeben. Dieser Umstand macht die Erdnuss aus morphologischer Sicht zu einer echten Nuss, wie die Walnuss.

Erdnüsse rösten. Wie geht das?

Am einfachsten rösten Sie Erdnüsse im Backofen. Legen Sie ein Backblech aus mit Backpapier und heizen den Ofen auf 150° vor. Auf mittlerer Schiene rösten Sie die Samen etwa 60 Minuten. Wenden Sie die Kerne regelmäßig für eine gleichmäßige Bräunung. Alternativ können Sie Erdnüsse selber rösten in einer beschichteten Pfanne innerhalb von 20 Minuten.

Ich bin allergisch gegen Schalenfrüchte. Muss ich die Erdnuss als Hülsenfrucht meiden?

Botaniker definieren die Erdnuss als Hülsenfrucht. Aus diesem Grunde ist mit einer Allergie gegen Schalenfrüchte nicht zwangsläufig eine Allergie gegen Erdnüsse verbunden. Vorsicht ist dennoch geboten, denn eine allergische Reaktion ist nicht grundsätzlich auszuschließen. Viele Allergiker leiden unter mehreren Lebensmittel-Allergien. Lassen Sie sich bitte von Ihrem Hausarzt beraten.

Darf man Erdnüsse mit Schimmel noch essen?

Nein. Werfen Sie schimmelige Erdnüsse bitte weg. Der Schimmelpilz Aspergillus flavus bleibt nicht an der Samenoberfläche, sondern durchdringt die befallene Erdnuss und produziert dort Giftstoffe, die nach einem Verzehr heftige Vergiftungserscheinungen verursachen.

Welche gesundheitliche Wirkung haben Erdnüsse?

Ernährungswissenschaftler attestieren Erdnüssen zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit. Wer die fetthaltigen, kalorienreichen Kerne in Maßen genießt, darf sich freuen über eine natürliche Vorbeugung gegen Herz- und Kreislauferkrankungen, einen ausgewogenen Cholesterinspiegel, Schutz gegen vorzeitige Hautalterung, feste Knochen und gute Laune. Das gilt unter der Voraussetzung, dass Sie nicht allergisch sind gegen Erdnüsse.

Welche Nährstoffe sind in Erdnüssen enthalten?

Erdnüsse sind prall gefüllt mit wertvollen Nährstoffen. Je 100 Gramm roher Erdnüsse (nicht geröstet, ungesalzen) sind enthalten: 24 g Eiweiß, 8 g Ballaststoffe, 658 mg Kalium, 176 mg Magnesium, 10 mg Vitamin E. Allerdings machen 50 g Fett und 8 g Kohlenhydrate die Erdnüsse zu einer Kalorienbombe mit satten 564 kcal oder 2341 kJ.

Sind geröstete Erdnüsse für die Aussaat geeignet?

Nein, geröstete Erdnüsse haben ihre Keimfähigkeit eingebüßt. Verwenden Sie für die Anzucht einer Erdnusspflanze rohe, unbehandelte und ungeschälte Erdnuss-Samen. Lediglich die verholzte Samenhülle wird entfernen. Erhältlich ist keimfreudiges Saatgut im Fachhandel, beispielsweise bei Sperli-Samen, Saflax, Dehner, Deaflora oder Amazon.

Wie werden Erdnüsse geerntet?

Die Erdnüsse sind erntereif, wenn die Blätter einer Erdnusspflanze vergilben und welken. Heben Sie die Pflanze mit einer Grabegabel aus dem Boden und schütteln Sie die Erde ab. Hängen Sie die Hülsen für 14 Tage zum Trocknen auf am warmen, regengeschützten Ort, bevor Sie die verholzten Samenschalen öffnen.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: wilaiwan jantra/Shutterstock

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