Erdbeeren

Erdbeerschädlinge: Erkennen, vorbeugen und bekämpfen

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Erdbeeren sind zwar köstlich und relativ einfach anzubauen, aber sie sind anfällig für verschiedene Schädlinge und Krankheiten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über häufige Schadbilder, gibt Tipps zur Vorbeugung und erläutert effektive Bekämpfungsmaßnahmen.

Erdbeeren Schädlinge

Schadbilder und Befall: Krankheiten und Schädlinge erkennen

Pilzkrankheiten:

  • Grauschimmelfäule: Diese Krankheit erkennen Sie an bräunlichen Verfärbungen auf unreifen Früchten, die sich schnell ausbreiten. Schließlich werden die Früchte weich und von einem mausgrauen Pilzrasen bedeckt. Die Sporen entwickeln sich idealerweise bei Temperaturen zwischen 15 und 20 °C, vor allem während der Blütezeit bei feuchter Witterung.
  • Lederfäule: Bei dieser Krankheit weisen die Früchte eine ledrige Beschaffenheit und braune Verfärbungen auf. Kurz vor der Reife können auch wässrige, weiche Stellen in unterschiedlicher Größe auftreten. Befallene Erdbeeren verfärben sich milchig-weiß, rosa, lila oder blauviolett, während die Gefäßbündel bräunen und einen bitteren Geschmack entwickeln. Der Pilz ist besonders aktiv bei regnerischem Wetter während der Fruchtentwicklung.
  • Rhizomfäule: Die oberirdischen Pflanzenteile welken und sterben ab. Das Rhizom zeigt deutlich abgegrenzte, braun bis rotbraune Faulstellen. Symptome treten meist vier Wochen nach dem Pflanzen oder im Frühjahr nach der Blüte auf.
  • Rote Wurzelfäule: Befallene Pflanzen zeigen ein schwaches, gestauchtes Wachstum und kleine Blätter. Die Ausläuferbildung ist gehemmt, und die Wurzeln beginnen von der Spitze her zu faulen, wobei sich der Zentralzylinder rotbraun verfärbt. Die Krankheit tritt besonders auf verdichteten Böden auf.
  • Schwarze Wurzelfäule: Das gesamte Wurzelsystem der Erdbeerpflanzen verfault, während der Zentralzylinder der Hauptwurzeln lange weiß bleibt und das Rhizom meist unbeeinträchtigt ist. Ein Mischbefall mit verschiedenen Pilzen und Nematoden ist typisch für diese Krankheit.
  • Erdbeermehltau: Charakteristisch ist ein zarter, weißer Mehltaubelag, vorwiegend auf der Blattunterseite. Befallene Blätter verfärben sich rötlich-violett und rollen sich nach oben ein. Im schlimmsten Fall befällt der Pilz auch die Früchte, die dann wie weiß gepudert aussehen und unverkäuflich werden.
  • Weißfleckenkrankheit: Auf den Blättern bilden sich runde, braune bis karminrote Flecken mit einem grauen bis weißlichen Zentrum. Bei starkem Befall können Blätter absterben. Die Entwicklung des Pilzes wird durch feuchte Bedingungen begünstigt.
  • Rotfleckenkrankheit: Kleine, unregelmäßig geformte, rote bis braunrote Flecken ohne weißliches Zentrum entwickeln sich auf den Blättern. Auch Stiele und Blüten können betroffen sein. Feuchte Frühjahre begünstigen die Infektion.

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Schädlinge:

  • Erdbeerblütenstecher: Dieser Schädling legt seine Eier in die Erdbeerblütenknospen. Nach der Eiablage beschädigt das Weibchen den Blütenstiel unterhalb der Knospe, was zum Abknicken und Verwelken der Knospe führt. Die befallenen Knospen fallen meist später ab.
  • Erdbeermilbe: Diese Milben bewirken ein Verkrümmen der Herzblätter und eine graue bis braunrote Verfärbung der betroffenen Blätter, die letztendlich absterben können. Ein starker Befall kann den Ernteertrag erheblich mindern.
  • Blatt- und Stängelälchen: Verursachen Missbildungen an Blättern und Stängeln. Die Blattfläche wird reduziert, Stängel verdicken und verkürzen sich. Die Missbildungen äußern sich durch Verdrehungen und Falten der Blätter.
  • Gefurchter Dickmaulrüssler: Die Larven dieses Käfers fressen an den Wurzeln und im Rhizom, was zu einer Welke und schließlich zum Absterben der Pflanzen führen kann. Der Käfer selbst verursacht einen buchtförmigen Blattrandfraß.

Vorbeugende Maßnahmen: So schützen Sie Ihre Erdbeeren

Vorbeugende Maßnahmen: So schützen Sie Ihre Erdbeeren

Vorbeugende Maßnahmen sichern gesunde Erdbeerpflanzen und eine reichhaltige Ernte

Erfolgreicher Erdbeeranbau beginnt mit der präventiven Pflege Ihrer Pflanzen. Hier sind bewährte Strategien, um gängige Schädlinge und Krankheiten fernzuhalten:

  • Gesundes Pflanzgut: Beginnen Sie mit gesundem, zertifiziertem Pflanzmaterial, um Krankheiten von vornherein zu vermeiden.
  • Resistente Sorten: Nutzen Sie resistente Erdbeersorten, um Ihr Risiko eines Krankheitsbefalls zu minimieren.
  • Standortwahl: Ein sonniger Standort mit gut durchlässigem Boden reduziert Feuchtigkeit und Krankheitsanfälligkeit. Vermeiden Sie Staunässe.
  • Pflanzabstand: Ein großzügiger Pflanzabstand sorgt für eine bessere Luftzirkulation und beschleunigt das Trocknen der Pflanzen nach einer Bewässerung.
  • Fruchtfolge: Wechseln Sie regelmäßig die Anbaufläche, um Krankheitserreger und Schädlinge nicht einzuladen.
  • Mulchen: Eine Schicht Stroh um die Pflanzen herum kann Fruchtfäule verhindern und hält die Früchte sauber.
  • Richtige Bewässerung: Bewässern Sie vorzugsweise am Morgen, um die Blätter über den Tag abtrocknen zu lassen. Vermeiden Sie eine feuchte Umgebung, die Pilzbefall fördert.
  • Pflanzenhygiene: Entfernen Sie regelmäßig Unkraut sowie abgestorbene Blätter und Früchte, um Krankheiten keine Chance zu geben.
  • Nützlinge fördern: Fördern Sie Nützlinge durch die Anlage von Blühstreifen und bieten Sie Unterschlupfmöglichkeiten wie Totholzhaufen.
  • Ausgewogene Düngung: Eine ausgewogene Ernährung der Pflanzen stärkt deren Widerstandskraft gegen Schädlinge und Krankheiten. Vermeiden Sie Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff.

Indem Sie diese vorbeugenden Maßnahmen beachten, sorgen Sie für gesunde Pflanzen und eine reiche Erdbeerernte.

Bilder: BerndLang / iStockphoto