Ertragreiche Chili fachgerecht pflanzen

Primäres Ziel einer Chili-Kultur ist die reichhaltige Ernte aromatischer Schoten mit scharfem Pepp. Den Weg dorthin ebnet eine verständliche Anleitung, ganz ohne Fachchinesisch. Hier lernen Sie die zentralen Aspekte von Pflanzen und Pflege praxisnah kennen.

Chili anbauen
Chili-Pflanzen brauchen einen sonnigen Standort

Ist jedeChilisortefür den Anbau im Hausgarten geeignet?

Unter den mehr als 30 Arten haben sich 5 Kandidaten als geeignet erwiesen für denAnbauim Kleingarten, auf dem Balkon und im Gewächshaus:

  • Capsicum annuum als die populärste Chiliart
  • Capsicum chinense mit den schärfsten Sorten, wie Habanero
  • Capsicum frutescens, mit der berühmten Sorte Tabasco

Capsicum baccatum und Capsicum pubescens pflegen bislang noch den Status einer Rarität. Hinsichtlich ihrer Ansprüche bewegen sie sich immerhin auf Augenhöhe mit den drei Platzhirschen.

Wann sollte das Vorziehen beginnen?

Damit Sie im Spätsommer oder Herbst ernten können, ist eine früheAussaatwichtig. Säen Sie die Samen im Februar oder März unter Glas aus. In Aussaatsubstratbei 25 bis 28 Grad setzt die Keimung innerhalb von 10 bis 30 Tagen ein.

Je niedriger die Temperatur, desto länger zieht sich dieAnzuchthin. Wir empfehlen daher ein beheizbares Mini-Gewächshaus, das ein feucht-warmes Mikroklima schafft.

Welchen Standort bevorzugen die Chilipflanzen?

Als tropische Pflanze zählt Chili zu den typischen Sonnenanbetern. Sobald sich die Keimblätter zeigen, sind folgende Standortbedingungen empfehlenswert:

  • sonnige Lage, warm und geschützt
  • die Temperatur fällt nicht unter 15 Grad
  • mindestens 6-8 Sonnenstunden täglich

Vor intensiver Mittagssonne sollten Blüten, Blätter und Schoten indes durch eine Beschattung geschützt werden. Diese Prämisse gilt für einen Standort unter Glas ebenso, wie unter freiem Himmel.

Zu welchem Zeitpunkt werden vorgezogene Chili umgetopft?

Samen schieben bei ihrer Keimung zunächst 2 Keimblätter hervor. Darüber entwickeln sich in den folgenden Wochen mehrere echte Blattpaare. Zugleich rücken die Jungpflanzen im Anzuchtgefäß immer enger zusammen. Spätestens wenn sich die Blätter permanent berühren, werden sieumgetopft.

Wie sollte das Substrat beschaffen sein?

Handelsübliche Aussaat- und Gemüseerde erfüllt alle wichtigen Voraussetzungen. Kundige Freizeitgärtnerfavorisieren alsSubstrathingegen eine Eigenmischung:

  • Erde für die Aussaat: 8 Teile Torf, je 2 Teile Perlite und Vermiculite
  • Kübelsubstrat: je 1 Teil Gartenerde und Kompost mit 1 Handvoll Sand oder Perlite als Zugabe
  • Beeterde: frisch, durchlässig, humos, nährstoffreich und leicht feucht.

Chili im Beet einpflanzen zur rechten Zeit

Eigenhändig vorgezogeneoder fertig gekaufte Chilipflanzen dürfen ab Mitte Mai auf den Balkon oder ins Beet. Zu dieser Zeit sind erfahrungsgemäß keine Spätfröste mehr zu befürchten. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte, wartet noch ab bis nach der Schafskälte.

  • ein Pflanzloch ausheben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • an der Sohle wird eine Drainage angelegt aus Kies oder zerstoßenen Tonscherben
  • Chili mittig einsetzen, mit Substrat eingraben und gut bemessen angießen mit Regenwasser

Die zentralen Faktoren der Pflege setzen sich in der Folge zusammen aus regelmäßigemGießenund 14-tägigemDüngen.

In welchem Abstand sind Chilis zu pflanzen?

Je nach Sorte entwickeln Chilipflanzen einen mehr oder weniger ausladenden Habitus. Mit einemPflanzabstand von durchschnittlich 50 Zentimetern gehen Sie der Gefahr drangvoller Enge im Beet aus dem Weg.

Welche Nachbarpflanzen sind geeignet – welche nicht?

Chili harmoniert ganz ausgezeichnet mit Kräutern, wie Basilikum, Thymian oder Zitronenmelisse. Als Nachbarn weniger geeignet sind sämtliche anderen Nachtschattengewächse, wie Tomaten, Kartoffeln oder Auberginen.

Dürfen grüne Chili geerntet werden?

Chilischoten reifen nach der Ernte nicht nach. Sie im grünen Zustand zu pflücken, ist demzufolge nicht empfehlenswert. Idealerweise warten Sie nach dem Farbumschlag noch einige Tage und schreiten dann zur Ernte.

Vermehren durch selbst geerntete Samen

DieErnteliefert im gleichen Zug reichlich Material für die Vermehrung in Form von Samen.

  • die Schote mit einem scharfen Messer halbieren
  • die Samen mit einem Teelöffel vorsichtig entnehmen
  • das Fruchtfleisch gründlich entfernen
  • bei diesen Arbeiten unbedingt Handschuhe und Schutzbrille tragen

Ausgelegt auf Küchenpapier, trocknen die Samen zügig. Für die Aufbewahrung empfehlen wir dunkle Schraubgläser mit Beschriftung.

Tipps

Chili Pflanzen wachsen besser an, wenn die Beeterde zuvor über einen Zeitraum von 14 Tagen mit schwarzer Mulchfolie vorgewärmt wurde.

Text: Paula Jansen
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