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Brokkoli-Schädlinge bekämpfen: Effektive Methoden & Tipps

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Brokkoli, ein beliebtes und nahrhaftes Gemüse, ist anfällig für verschiedene Schädlinge und Krankheiten, die die Ernte erheblich beeinträchtigen können. Dieser umfassende Leitfaden bietet detaillierte Informationen zu den häufigsten Schäden, die an Brokkolipflanzen auftreten, von Problemen am Vegetationspunkt bis hin zu Schäden an Blättern, Strunk, Wurzel und Kopf.

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Werden die Larven vom Kohlweißling nicht rechtzeitig bekämpft, endet es böse für den Brokkoli

Schäden am Vegetationspunkt – Das Herzstück im Blick behalten

Der Vegetationspunkt, also die Spitze des Sprosses, aus dem die Blätter wachsen, ist für die Entwicklung Ihrer Brokkolipflanze von entscheidender Bedeutung. Verschiedene Schädlinge können diesen empfindlichen Bereich beeinträchtigen und das Wachstum hemmen.

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Sollten Sie feststellen, dass sich im Zentrum der Pflanze kein neuer Blattwuchs bildet, spricht man von Herzlosigkeit. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Kohlerdfloh (Phyllotreta): Diese kleinen, springenden Käfer sind etwa 4 mm groß und hinterlassen Fraßschäden an den Blättern. Besonders junge Pflanzen in der frühen Wachstumsphase und bei trockenen Bedingungen sind anfällig.
  • Kohldrehherzgallmücke (Contarinia nasturtii): Winzige Larven dieser Mücke verursachen ebenfalls Herzlosigkeit oder Deformationen am Vegetationspunkt. Typisch sind dabei schorfige Stellen im Herzbereich. Dieser Schädling kann während der gesamten Saison auftreten und regional sogar zu Totalausfällen führen.
  • Büschelwuchs: Eine eher seltene Erscheinung, die auftritt, wenn der Vegetationspunkt verletzt wird. Statt eines normalen Wuchses treibt die Pflanze mehrere Triebe aus.

Mit einer guten Pflege und dem Schutz junger Pflanzen können Sie diesen Schädlingen vorbeugen und Ihre Brokkoliernte sichern.

Auffälligkeiten am Gesamtbild der Pflanze

Schädlinge und genetische Faktoren können das Erscheinungsbild Ihrer Brokkolipflanzen auf verschiedene Weise verändern:

  • Fehlpflanzen: Sie erkennen Fehlpflanzen an ihrer untypischen Blattfarbe und -form sowie an ihrer insgesamt schlechten Entwicklung. Das Wachstum ist ungleichmäßig und die Brokkoliröschen von minderer Qualität.
  • Vogelfraß: Vor allem Tauben bedienen sich gerne an den Blatträndern des Brokkolis, was zu einem deutlichen Verlust an Blattmasse führen kann.
  • Genetische Herzlosigkeit: Besonders im Frühjahr kann es durch kühle Temperaturen während der Anzucht zu genetischer Herzlosigkeit kommen. Die Pflanzen bilden dann vorzeitig keine neuen Blätter mehr und zeigen stattdessen nadel- oder trichterförmige Anomalien.

Krankheiten an den Blättern – Wenn das Grün sich verändert

Verschiedene Krankheiten können zu sichtbaren Schäden an den Blättern Ihrer Brokkolipflanzen führen:

  • Falscher Mehltau (Peronospora parasitica): Gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und ein heller Pilzrasen auf der Blattunterseite sind charakteristisch für diesen Pilz. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Pilz auch die Blüten befallen, wodurch diese grau und durchwachsen erscheinen.
  • Kohlschwärze (Alternaria brassicae): Auf den Blättern bilden sich meist rundliche Flecken, während auf den Blüten schwarze Punkte mit einem Durchmesser von etwa 1-5 mm entstehen können.
  • Fusarium und Verticillium: Diese Pilzarten verstopfen die Leitungsbahnen der Pflanze, was zu Blattvergilbungen und -fall führt. Besonders betroffen sind die älteren Blätter. Deutliche Verbräunungen in den Leitungsbahnen weisen auf einen Befall hin.
  • Weißstängeligkeit (Sklerotinia): Ein Befall zeigt sich durch weißes Pilzmyzel an Herzblättern und Stängeln, später bilden sich schwarze Sklerotien.
  • Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae): Dieser Erreger verursacht Verdickungen an den Wurzeln und beeinträchtigt die Pflanze mit Gelbfärbungen und Welkeerscheinungen. Auch der Wuchs kann kümmerlich sein.
  • Weißer Rost (Albugo candida): Dieser Pilzbefall führt zu Blattvergilbungen und der Bildung kleiner, weißer Pusteln auf den Blättern.
  • Bakterielle Schädigungen (Pseudomonas und Xanthomonas): Diese Erkrankungen verursachen bräunliche Nekrosen am Blattrand und können die Blattspreiten teilweise zerstören.

Jede dieser Krankheiten kann den Ertrag und die Qualität Ihrer Brokkoliernte erheblich mindern. Eine frühzeitige Erkennung und entsprechende Maßnahmen sind daher wichtig.

Schädlinge an den Blättern – Ungeliebte Besucher

Eine Reihe von Schädlingen kann Ihren Brokkolipflanzen erheblichen Schaden zufügen. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Erdfloh (Phyllotreta spp.): Diese bis zu 4 mm langen, springenden Käfer verursachen runde Löcher in den Blättern, insbesondere bei Jungpflanzen.
  • Kohlweißling (Pieris spp.): Die Raupen des kleinen und großen Kohlweißlings fressen ebenfalls Löcher in die Blätter. Ein starker Befall kann zu erheblichen Schäden führen.
  • Kohlmotte (Plutella xylostella): Auch die Raupen dieser Motte sind für Lochfraß an den Blättern verantwortlich. Bei anhaltendem Befall kann die Ernte verloren gehen.
  • Kohleule (Mamestra brassicae): Diese Raupen verursachen breite Fraßschäden an Blättern und können auch die Blütenstände befallen. Der Kot der Raupen kann zudem die Qualität der Ernte beeinträchtigen.
  • Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae): Saugt an den Blättern und verursacht Verformungen und Verfärbungen. Ein stark befallenes Blatt kann nicht mehr genügend Photosynthese betreiben.
  • Weiße Fliege (Aleyrodes proletella): Verursacht Schäden durch Ausscheidungen, die einen guten Nährboden für Rußtaupilze bieten.

Um diese Schädlinge erfolgreich zu bekämpfen, ist es wichtig, Ihre Pflanzen gut zu beobachten und frühzeitig einzugreifen. Vorbeugende Maßnahmen wie Mulchen, konsequente Fruchtfolge und der Einsatz von Insektenschutznetzen können helfen.

Schäden an Strunk und Wurzel – Die Basis im Blick

Auch Strunk und Wurzel Ihrer Brokkolipflanzen können Ziel verschiedener Schädlinge und Krankheiten werden:

  • Erdraupen: Unterirdisch lebende Raupen einiger Eulenfalter-Arten können Strunk und Wurzeln erheblich schädigen.
  • Kohlfliege: Die Larven greifen die Wurzeln und den Strunk junger Pflanzen an, was zu Welkeerscheinungen und Kümmerwuchs führt und im schlimmsten Fall zum Absterben der Pflanze.
  • Kohlhernie: Dieser bodenbürtige Pilz zeigt sich in Wurzelverdickungen, Vergilbungen und Welke. Er beeinträchtigt die Wasseraufnahme und kann das Pflanzenwachstum stark hemmen.
  • Stängelfäule: Ein Pilzbefall, der von außen her den Stängel angreift, kann zum Abknicken und Umfallen der Pflanze führen.
  • Adernschwärze (Xanthomonas): Diese bakterielle Krankheit führt zum Absterben der Leitungsbahnen, was sich in einer Verbräunung derselben äußert und zu großflächigen Schäden am Brokkoli führen kann.
  • Erwinia Weichfäule: Besonders bei feuchtwarmen Bedingungen aktiv, verursacht diese Bakterienkrankheit eine Weichfäule im Inneren der Stängel, was die Stabilität der Pflanze stark beeinträchtigt.

Eine frühzeitige Erkennung und Bekämpfung dieser Schädlinge oder Krankheitserreger ist essenziell, um die Gesundheit und den Ertrag Ihrer Brokkolipflanzen zu sichern.

Schäden am Brokkoli Kopf – Wenn die Ernte auf dem Spiel steht

Schäden am Kopf beeinträchtigen die Qualität Ihrer Brokkoliernte auf verschiedene Weise:

  • Bakterienbefall: Bakterien können die Knospen und das Gewebe des Brokkolikopfes zerstören, was zu Gewebeauflösung und einem unangenehmen Geruch führt.
  • Botrytisbefall: Ein grauer Pilzrasen auf den Knospen und dem Gewebe des Kopfes kennzeichnet diesen Pilzbefall.
  • Durchwuchs: Bei suboptimalen Vernalisationstemperaturen während der Kopfbildung bilden sich kleine Blättchen auf der Kopfoberfläche.
  • Kopfmissbildungen: Ungünstige Temperaturbedingungen zur Zeit der Vernalisation können Missbildungen wie Gelbverfärbungen, abweichende Knospengrößen und Blattdurchwuchs verursachen.
  • Hohle Strünke und braune Knospen: Zu schnelles Wachstum kann hohle Strünke bedingen, die letztlich zu Braunfärbungen der Knospen führen können, sobald Leitungsbahnen beschädigt werden.
  • Ungleich große Knospen: Unterschiedlich große Knospen resultieren aus nicht optimalen Bedingungen während der Kopfbildungsphase.
Bilder: Paul Maguire / Shutterstock