Bonsai überwintern – Tipps für Winterquartier und Pflege

Wie Sie einen Bonsai überwintern, hängt primär ab von seiner Herkunft. Heimische und asiatische Baumarten vertragen Frost und können unter freiem Himmel überwintern. Für kälteempfindliche, tropische Zimmer-Bonsai ist ein Standortwechsel empfehlenswert. Lesen Sie in diesem Bonsai-Ratgeber die besten Tipps rund um Winterquartier und Pflege.

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Einige Bonsaiarten können den Winter im Freien verbringen

Outdoor-Bonsai überwintern auf dem Balkon

Die schönsten Outdoor-Bonsais stammen aus der Mutterland der asiatischen Baumkunst. Japanische Hainbuche (Carpinus japonica) oder Japanischer Schlitzahorn (Acer palmatum) vertragen leichten Frost. Ab – 5° Celsius drohen Frostschäden. Viele asiatische Bonsai-Schönheiten in der Schale können dennoch draußen überwintern auf Balkon und Terrasse, wenn Sie diese Schutzvorkehrungen treffen:

  • Holzkiste auf dem Boden bedecken mit Rindenmulch
  • Bonsai mit Schale auf die Mulchschicht stellen
  • Kokoserde oder ähnlichen Torfersatz einfüllen bis unter die Baumkrone
  • Kiste abdecken mit luftdurchlässigem Vlies oder atmungsaktiver Mulchfolie

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Stellen Sie die Winterbox mit dem Bonsai auf in einer windgeschützten, halbschattigen Ecke. Prüfen Sie bitte wöchentlich, ob das Substrat in der Schale zu gießen ist.

Freiland-Bonsai überwintern durch Einsenken

Weide (Salix), Kornelkirsche (Cornus mas) oder Feldahorn (Acer campestre) sind als heimische Baumarten winterhart bis – 40° Celsius und die idealen Freiland-Bonsais. Im eng begrenzten Substratvolumen einer Bonsai-Schale stößt die Winterhärte freilich an ihre Grenzen. Einsenken im wärmenden Gartenboden löst das Problem. So überwintern Sie einen Freiland-Bonsai richtig:

  1. Freiland-Bonsai mit Schale auf einen Tisch stellen
  2. Mit grober Bürste die Substratoberfläche von Moos und Verunreinigungen säubern
  3. Schale mit Juteband in mehreren Lagen umwickeln einschließlich Stammansatz
  4. Am schattigen, windgeschützten Standort eine Grube ausheben
  5. Grubensohle auslegen mit Wühlmausdraht
  6. Maschendraht (16,01€ bei Amazon*) bedecken mit Erde
  7. Bonsai in die Grube stellen und leicht andrücken
  8. Grube mit Erde auffüllen

Versenken Sie den Bonsai im Beet bis kurz unterhalb vom ersten Ast. Absolvieren Sie die Grabearbeiten bitte mit Ihren Händen. Schaufel oder Spaten könnten die empfindlichen Zweige beschädigen oder abbrechen.

Zimmer-Bonsai hell und kühl überwintern

Bonsai-Gärtner verordnen dem Zimmer-Bonsai für den Winter einen Standortwechsel. Birkenfeige (Ficus benjamini), Junischnee (Serissa foetida) und andere tropische Baumarten vertragen die dunkle Jahreszeit im beheizten Wohnzimmer nicht. Kümmerwuchs, Schädlinge und episch lange Geiltriebe sind die Folgen. Soweit muss es nicht kommen, wenn Sie einen Zimmer-Bonsai so überwintern:

  • Umsiedeln an einen hellen Standort mit Temperaturen zwischen 10° und 15° Celsius
  • Bonsai im Winterquartier nicht düngen
  • Sparsam gießen, ohne Ballentrockenheit zu verursachen
  • Bäumchen ab und zu besprühen mit kalkfreiem, zimmerwarmem Wasser

Reservieren Sie für Ihren Zimmer-Bonsai ab Oktober einen Platz im leicht temperierten Treibhaus oder Wintergarten. Gerne setzt sich das Mini-Bäumchen im hellen, kühlen Schlafzimmer dekorativ in Szene.

Tipps

Ein ausgepflanzter Garten-Bonsai verharrt im Winter tapfer an seinem angestammten Platz im Beet. Japanische Mädchenkiefer (Pinus parviflora), Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis) und andere Bonsai im XXL-Format überwintern draußen ohne besondere Schutzmaßnahmen. Lediglich bei Kahlfrost gießen Sie bitte ab und zu, wenn Regen und Schnee als Wasserlieferanten ausbleiben.

Text: Paula Jansen

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