Blutbuche Sichtschutz
Die Blutbuchenhecke bildet ein dichtes, weinrotes Blattwerk

Blutbuchenhecke professionell anlegen

Hinter dem faszinierenden Namen "Blutbuche" oder auch "Purpurbuche" (bot. Fagus sylvatica 'Atropurpurea') verbringt sich eine zauberhafte Mutation der heimischen Rotbuche mit kräftig dunkelvioletten Blättern, die, wie bei jeder anderen Buchenart, den Winter über am Baum verbleiben und erst im Frühjahr abgeworfen werden. Der wüchsige, robuste Laubbaum mit der auffälligen Blattfärbung eignet sich wunderbar für eine Heckenpflanzung im Garten.

Herkunft und Verbreitung

Die in ganz Europa weit verbreitete Rotbuche und ihre Schwester, die Blutbuche, sind in ganz Europa weit verbreitet – die mutierte, rotblättrige Form ist dabei natürlich deutlich seltener anzutreffen. Die Blut- oder auch Purpurbuche wurde bereits im 15. Jahrhundert zufällig entdeckt und ist seitdem in Kultur. Wie jede Rotbuche fühlt auch diese Variante sich in den eher kühlen und feuchten Regionen Mitteleuropas heimisch.

Verwendung

Die Blutbuche ist wegen ihrer malerischen Färbung und der überhängenden Kronen vor allem in Parks und auf Friedhöfen häufig zu finden. In privaten Gärten dagegen macht der riesige Laubbaum weniger als Solitär, sondern vielmehr als Blutbuchenhecke Furore – schließlich ist das Gehölz sowohl schnittverträglich als auch pflegeleicht und gibt dank seines gesundes Wuchses und der guten Erziehbarkeit eine vorzügliche Sicht- und Windschutzhecke ab.

Aussehen und Wuchs

Die Blutbuche ist wie ihre eng verwandte Rotbuche ein mächtiger Laubbaum, der bis zu 30 Meter hoch und ebenso breite, gewölbte Kronen entwickeln kann. Charakteristisch sind die silbergrauen Äste, die sich bogenförmig nach unten biegen und so im Zusammenwirken mit dem dunkelroten Laub einen malerischen Anblick bieten. Als Blutbuchenhecke eignet sich die Art jedoch nicht nur wegen ihrer Blätter, sondern vor allem wegen ihrer Schnellwüchsigkeit – ein jährlicher Zuwachs von 40 bis 50 Zentimetern ist keine Seltenheit – und ihrer guten Schnittverträglichkeit.

Blätter

Natürlich sind die Blätter das Auffallendste an der malerischen Blutbuche, zumal diese im Verlauf der Vegetationsperiode mehrfach die Färbung wechseln. Im Austrieb sehen die Laubblätter kupferfarben, um schließlich in einem dunklen Bordeauxrot oder sogar Schwarzrot zu glänzen. Diese atypische Färbung ist die Folge fehlender Enzyme, die den roten Farbstoff Anthocyan in den Blättern abbauen und diese somit grün erscheinen lassen. Im Laufe des Jahres verliert sich jedoch die auffällige Farbe und das Laub wird allmählich grün. Ansonsten gleichen die Blätter denen der Rotbuche, sind eiförmig und leicht wellig sowie wechselständig angeordnet.

Blüten und Blütezeit

Blutbuchen blühen erst ab einem Alter von rund 30 Jahren Blüten und damit auch Früchte aus, weshalb Ihre frisch gepflanzte Blutbuchenhecke wahrscheinlich weder das Eine noch das Andere ansetzen wird. Grundsätzlich ist der Baum geschlechtlich einhäusig, d. h. männliche und weibliche Blüten sitzen an ein und demselben Exemplar. Während die bis zu fünf Zentimeter langen männlichen Blüten herabhängen, ragen die rosafarbenen weiblichen aufrecht in die Höhe. Die Blütezeit liegt in den Monaten April und Mai.

Früchte

Die stacheligen Fruchtbecher, die so genannten Bucheckern, kennt wahrscheinlich jedes Kind. Sie enthalten kleine, ovale bis eckige Nüsschen, die sowohl für Menschen als auch Tiere essbar sind. Allerdings sollten Sie nur geringe Mengen davon naschen, denn sie enthalten geringe Mengen an Oxalsäure und Fagin.

Welcher Standort ist geeignet?

Im Hinblick auf den Standort zeigt sich die heimische Blutbuche erfreulich unkompliziert, wächst sie doch sowohl an sonnigen wie halbschattigen oder sogar schattigen Standorten. Allerdings zeigt sich die schöne Blattfärbung an hellen Plätzen umso kräftiger und wird im Schatten in geringerem Maße ausgebildet.

Boden

Grundsätzlich sollte der Untergrund umso frischer sein, je sonniger die Blutbuche steht – Trockenheit steckt der Baum nur schlecht weg. Er bevorzugt einen nährstoffreichen, lehmigen Boden der frisch bis feucht ist. Der pH-Wert sollte optimalerweise im alkalischen Bereich liegen, wobei Blutbuchen auch in leicht saurer Erde zwischen 5 und 7,5 noch gut wachsen. Staunässe sollte vermieden werden, ebenso wie anhaltende Trockenheit, da sich die Blutbuchenhecke unter solchen Bedingungen nicht gesund entwickeln kann und im schlimmsten Fall abstirbt.

Blutbuchenhecke richtig pflanzen

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen der Blutbuchenhecke ist der Herbst, wenn die Temperatur noch mild und der Boden nicht gefroren ist – zumal die häufigeren Niederschläge ein rasches Anwachsen an den neuen Standort begünstigen. Für eine Blutbuchenhecke verwenden Sie am besten wurzelnackte Ware oder bereits mehrfach verpflanzte Heister, wobei grundsätzlich auch Containerpflanzen verwendet werden können. Diese wiederum lassen auch im Frühjahr noch einpflanzen. Für eine Hecke brauchen Sie pro Quadratmeter etwa zwei bis drei Blutbuchen, die im Abstand von 50 Zentimetern an den gewählten Standort gesetzt werden. Gepflanzt wird die Blutbuchenhecke wie folgt:

  • Standort und Länge der Hecke festlegen
  • Diese mit einer gerade gezogenen Schnur markieren.
  • Im Abstand von 50 Zentimetern Pflanzlöcher ausheben.
  • Falls notwendig, eine Drainageschicht aus Kies einarbeiten.
  • Aushub mit Kompost vermischen.
  • Blutbuchen einsetzen.
  • Stützstäbe mit einpflanzen, um die Bruchgefahr zu verringern
  • Diese können nach erfolgtem Einwurzeln wieder entfernt werden.
  • Erde aufschütten und gut festtreten.
  • Kräftig wässern, um das Einwurzeln zu begünstigen

Wer die Abwechslung mag, pflanzt keine reine Blutbuchenhecke, sondern kombiniert die rotlaubige Art mit der grünlaubigen Rotbuche. Die Pflanzen verlangen an Standort und Pflege dieselben Voraussetzungen, weshalb die Vergesellschaftung kein Problem darstellt.
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Blutbuchenhecke gießen

Die Blutbuche mag weder Trockenheit noch Staunässe, weswegen die Blutbuchenhecke lediglich in der Zeit nach der Pflanzung sowie während trockener und heißer Sommertage zusätzlich gewässert werden sollte. Eine Mulchung (beispielsweise mit Rindenmulch) des Wurzelbereichs hält die Feuchtigkeit im Boden und verhindert ein Austrocknen des Erdreichs.

Blutbuchenhecke richtig düngen

Das Mulchen mit Rindenmulch, Laub oder Kompost hält nicht nur den Boden feucht, sondern versorgt die Blutbuchenhecke zugleich mit wertvollen Nährstoffen. Zusätzlich können Sie die Bäume in der Zeit von März bis Juli organisch mit reifem Kompost und gegebenenfalls Hornspänen düngen, um ein gesundes Wachstum zu forcieren. Wirklich notwendig sollte diese Maßnahme an einem Standort mit humusreichem und gut durchlässigem Boden jedoch nicht sein. Da Blutbuchen zudem auf Überdüngung recht empfindlich reagieren, sollten Sie auf mineralische Düngemittel verzichten.

Blutbuchenhecke richtig schneiden

Um eine blickdichte Blutbuchenhecke heranzuziehen, sollten Sie diese ein- bis zwei Mal pro Jahr gleichmäßig zurückschneiden. Der erste Schnitt erfolgt bei passender, milder Witterung zwischen Mitte und Ende Februar. Schneiden Sie die Hecke nun auf die gewünschte Höhe und Breite zurück, wobei Sie als Hilfsmittel Schnüre spannen können. Achten Sie zudem darauf, dass die Hecke unten breiter ist als oben – die trapezförmige Form sorgt dafür, dass die Blätter auch im unteren Bereich noch ausreichend Licht bekommen. Anderenfalls würden sie schnell verkahlen. Ab Anfang März sollten Sie wegen der beginnenden Vogelbrutzeit nicht mehr schneiden, zudem sind starke Schnittmaßnahmen nun vom Gesetzgeber ohnehin untersagt. Um den 24. Juni herum – dem Johannitag – ist die erste Brut in der Regel erwachsen und bereits ausgeflogen, weshalb Sie nun erneut zur Schere greifen können. Kürzen Sie die jungen Zweige nun um etwa die Hälfte ein, um eine stärkere Verzweigung zu erreichen.

Übrigens lassen sich ältere und bereits verkahlte Blutbuchenhecken recht gut verjüngen und erneut in Form bringen, da die Art sehr regenerationsfähig ist.

Blutbuchenhecke vermehren

Wer Freude an der eigenhändigen Vermehrung der Blutbuche hat, versucht sein Glück am besten mit Stecklingen. Da die Bäume erst sehr spät Blüten und damit Samen ausbilden, sind diese beim Sammeln nur schwer zu bekommen – zumal die Samenanzucht deutlich länger dauert als die vegetative Form der Vermehrung. Diese funktioniert wie folgt:

  • Bester Zeitpunkt ist das Frühjahr.
  • Schneiden Sie einen noch nicht ganz verholzten Trieb ab.
  • Dieser sollte etwa drei bis vier schlafende Augen (d. h. Knospen) aufweisen.
  • Entlauben Sie den Steckling im unteren Teil.
  • Pflanzen Sie ihn einzeln in einen Topf mit einem gut angefeuchtetem Anzuchtsubstrat.
  • Stellen Sie den Topf an einen hellen (aber nicht direkt sonnigen!) Standort.
  • Besprühen Sie den Steckling regelmäßig mit Wasser aus einer Sprühflasche.

Sobald sich die ersten neuen Triebe entwickeln, hat die junge Blutbuche Wurzeln entwickelt und kann alsbald in einen größeren Topf oder gleich ins Freie gepflanzt werden. Gießen Sie den Steckling regelmäßig mit Weidenwasser, so wird die Bewurzelung gefördert.

Überwintern

Besondere Überwinterungsmaßnahmen sind nicht notwendig, da die einheimische Art absolut winterhart ist. Lassen Sie das vertrocknete Laub an der Hecke, es wird im Frühjahr beim neuen Austrieb von allein abgeworfen. Auch ist der Herbst der richtige Zeitpunkt, um frisches Mulchmaterial auszubringen.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge treten an der robusten Blutbuche nur recht selten auf. Typisch sind vor allem die folgenden Infektionen:

  • Blattbräune: welkende Blätter vornehmlich bei feuchter Witterung, Pilzerkrankung, unbedingt Falllaub entfernen um eine Neuansteckung zu vermeiden
  • Buchenwolllaus: lässt sich sehr gut mit Brennnesselbrühe und natürlichen Feinden wie etwa den Florfliegen oder Marienkäfern gut bekämpfen
  • Buchenblatt-Gallmücke: Larven überwintern im Laub, weshalb das Falllaub unbedingt entfernt werden muss

Tipps

Zeigt die Blutbuchenhecke verfärbte Laubblätter oder eingerollte Triebe, so sind diese Zeichen zumeist auf einen Schädlings- oder Pilzbefall zurückzuführen. Krankheiten wiederum treten vor allem bei durch ungeeignete Pflege oder einen falschen Standort geschwächten Bäumen auf, weshalb Sie neben den Symptomen – der Erkrankung oder dem Schädling – auch die Ursache (beispielsweise nasser Boden) beseitigen sollten.

Arten und Sorten

Es gibt verschiedene Zuchtformen der Blutbuche, die geringfügig unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Die Varietät ‚Atropunicea‘ beispielsweise wird entweder sämlingsvermehrt oder veredelt im Handel angeboten, während ‚Purpurea‘ ausschließlich aus Samen gezogen wird. Durch die vegetative Veredelung gelingt es, die Elterneigenschaften vollständig auf die nächste Generation zu übertragen, was bei der Sämlingsvermehrung aus genetischen Gründen nicht möglich ist. Aus Sämlingen gezogene Blutbuchen weisen daher oft unterschiedliche Rottöne auf und vergrünen im Laufe des Sommers. Sofern Sie also Wert auf eine gleichmäßig dunkelrote Blutbuchenhecke legen, sollten Sie zu veredelter Baumschulware greifen. Eine besonders schöne, dunkle rubinrote Färbung besitzt übrigens auch die Sorte ‚Swat Magret‘.

Text: Ines Jachomowski

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