Pflanzenporträt im November: Die Amaryllis

In der dunklen Jahreszeit ist die Amaryllis mit ihren exotischen Blüten ein farbenfroher Blickfang. Je nachdem, wie warm der Ritterstern steht, verschönert er die Fensterbank für etwa zwei Wochen. Danach landen leider viele Pflanzen im Biomüll, was schade ist, denn die Zwiebeln treiben bei richtiger Pflege immer wieder aus. Im nachfolgenden Artikel stellen wir Ihnen die Amaryllis näher vor und geben Ihnen wertvolle Pflegetipps.

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Die Amaryllis hat ihre Blütezeit, wenn andere Pflanzen tief im Winterschlaf liegen

Pflanzensteckbrief:

  • Botanischer Name: Amaryllis, Hippeastrum
  • Ordnung: Asparagales (Spargelartige)
  • Familie: Amaryllidaceae
  • Gattung: Amaryllis
  • Wuchs: Ausdauernd krautige Zwiebelpflanze.
  • Wuchshöhe: 50 bis 100 Zentimeter hoch.
  • Hauptblütezeit: November bis März.
  • Blatt: Riemenförmig, grundständig, dunkelgrün gefärbt.
  • Blüte: Je Blütenschaft trägt die Pflanze zwei bis vier große, waagerecht abstehende, leicht hängende Blüten die bis zu dreißig Zentimeter groß werden können.
  • Blütenform: Exotisch wirkend, trichterförmig.
  • Blütenfarbe: Von Weiß über Rosa bis hin zu kräftigem Rot. Mehrfarbige Blüten möglich.

Besonderheiten:

Die Bezeichnung Amaryllis ist der Trivialname für den Ritterstern. Die echte Amaryllis blüht jedoch in den Sommermonaten. Diese Zwiebelblume wird auch als Belladonnalilie bezeichnet und kam bereits Mitte des 18. Jahrhunderts aus dem Süden Afrikas in unsere Breiten.

Die in den Wintermonaten auf der Fensterbank kultivierten Rittersterne hingegen wurden erst später in Südamerika entdeckt und wegen der optischen Ähnlichkeit zunächst ebenfalls der Gattung Amaryllis zugeordnet. Sie gelten seit 1987 als eigene Pflanzengattung mit etwa 70 Arten und über 600 Zuchtformen. Verkauft wird die attraktive Pflanze aber nach wie vor unter dem Namen Amaryllis.

Herkunft

Die Wildarten der Amaryllis stammen aus Brasilien, Bolivien, Paraguay, Uruguay und Argentinien. Der Ritterstern ist im südlichen Afrika verbreitet.

Standort und Pflege

Die Amaryllis hat drei Wachstumsphasen, in denen sie sehr unterschiedliche Anforderungen an den Standort stellt. Während der Sommermonate treibt die Zwiebel neu aus. Sie bevorzugt dann einen halbschattigen oder schattigen Platz, an dem eine Temperatur zwischen 24 und 26 Grad herrscht.

Im Herbst legt die Amaryllis eine Pause ein. Sie sollte dann konstant kühl und dunkler, beispielsweise in den Keller, gestellt werden. Optimal sind etwa 16 Grad.

Die anschließende Blütezeit fällt in die Wintermonate. In warmen Wohnräumen verblüht die exotische Pflanze leider schnell. Damit die Blüte möglichst lange hält, sollten Sie den Ritterstern hell und kühl stellen. Optimal sind Tagestemperaturen um 20 Grad, die nachts auf 16 Grad absinken.

Ist die Amaryllis abgeblüht, benötigt sie einen kalten Platz, an dem die Temperatur aber nicht unter zehn Grad fällt. Die Blätter sollten an der Zwiebel bleiben, bis sie eingetrocknet sind.

Substrat

Herkömmliche Zimmerpflanzenerde eignet sich gut. Sie können diese mit etwas Tongranulat mischen, da die Amaryllis sehr durchlässige Böden bevorzugt.

Gießen und Düngen

Während der Wachstums- und Blütephase sollten Sie den Ritterstern regelmäßig wässern. Bewährt hat es sich, über den Untersetzer zu gießen. So kann sich die Amaryllis genau die Wassermenge holen, die sie benötigt und der Topfballen wird nicht zu nass.

Beginnt die Blüte zu welken, wird erstmalig gedüngt. Geben Sie danach im monatlichen Rhythmus handelsüblichen Flüssigdünger ins Gießwasser. Während der Hauptwachstumsperiode ab April düngen Sie im 14-tägigen Abstand. Ab August stellen Sie die Düngergaben ein.

Umtopfen

Etwa zwei Monate vor dem gewünschten Blühtermin setzen Sie die Zwiebel bei Bedarf in ein neues Gefäß. Alternativ können Sie die obere Schicht des Substrats entfernen und durch frische Blumenerde ersetzen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Amaryllis ist recht widerstandsfähig. Gelegentlich tritt „Roter Brenner“ auf, ein Pilz, der durch Milbenbefall ausgelöst wird. Es gibt leider kein Mittel gegen diese Erkrankung, entsorgen Sie befallene Pflanzen umgehend über den Hausmüll.

Die gelegentlich auftretenden Thripse und Milben lassen sich mit Pflanzenschutzmitteln gut bekämpfen.

Tipps

Der Ritterstern ist in allen Teilen sehr giftig. Die höchste Konzentration findet sich im Speichergewebe der Zwiebeln. Deshalb sollte die Amaryllis nicht in der Reichweite von Kindern oder Haustieren aufgestellt werden.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Christynat/Shutterstock
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