Darf man Blauschwingel schneiden oder eher nicht?

Blauschwingel (Festuca glauca) ist ein Ziergras mit auffällig blau bis blaugrau gefärbten Halmen. Allerdings wird es nicht nur wegen der aparten Färbung, sondern auch aufgrund seines dichten, horstartigen Wuchses kultiviert. Blauschwingelgras ist zudem sehr robust und gilt als äußerst pflegeleicht - vorausgesetzt, es befindet sich an einem passenden Standort. Ob man das Ziergras zurückschneiden oder dies besser lassen sollte, darüber sind sich die Experten uneinig.

Blauschwingel Rückschnitt
Blauschwingel sollte besser nicht geschnitten werden

Zurückschneiden im Grunde nicht notwendig

Zunächst einmal: Auch wenn Ihr Gartencenter Ihnen einen jährlichen Rückschnitt ans Herz gelegt hat, ist dieser eigentlich unnötig, ja, bei manchen Exemplaren sogar tödlich. So mancher Gärtner durfte bereits die Erfahrung machen, dass der zurückgestutzte Blauschwingel nicht wieder ausgetrieben ist. Dies allerdings hat nichts damit zu tun, dass die Pflanze grundsätzlich nicht schnittverträglich sei, sondern eher mit einem ungeeigneten Standort. Fühlt sich der Blauschwingel an einem Platz nicht wohl, so kann der Neuaustrieb einfach ausbleiben – oder die an sich winterharte Pflanze friert in der kalten Jahreszeit zurück. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seine Blauschwingelhorste also besser nicht stutzen.

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Was tun, wenn das Blauschwingelgras darniederliegt?

Was aber ist zu tun, wenn das Blauschwingelgras nach einem langen Winter voller gelber Halme ist oder, dank der eigenen oder der Nachbarskatzen, flachgedrückt darniederliegt? In diesem Fall können Sie es entweder auf einen kräftigen Rückschnitt ankommen lassen oder aber die Horste einfach kräftig mit den Händen auskämmen. Gelbe Halme können Sie dabei vorsichtig einzeln auszupfen und den Rest einfach stehen lassen. Gegen Katzen helfen übrigens einige in den Horst gesteckte Stöckchen, die das Nest nicht mehr ganz so kuschelig erscheinen lassen.

Radikaler Rückschnitt nur im Frühjahr

Sollte ein Rückschnitt dennoch notwendig sein – etwa weil die Pflanze mit Pilzen infiziert ist – so sollten Sie diese Maßnahme möglichst an einem warmen Tag im Frühjahr durchführen. Wird der Blauschwingel dagegen im Herbst zurückgeschnitten, so schwächen Sie die Pflanze zusätzlich. Übrigens ist auch ein Mähen (z. B. mit dem Rasenmäher) nicht anzuraten, auch nicht, wenn Sie eine größere Fläche mit Blauschwingelgras als Rasenersatz bepflanzt haben.

Tipps

Fühlt sich das Blauschwingelgras an einem Standort sehr wohl, so neigt es zur Selbstaussaat. Um dies zu unterbinden, sollten Sie die im Juni / Juli auftauchenden Blüten nach ihrem Verblühen entfernen.

Text: Ines Jachomowski

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