Bäume aus Samen selber züchten – So gelingt es

Die Anzucht von Bäumen aus Samen ist sehr aufwändig, zudem benötigen Sie bei vielen Arten viel Geduld bis aus dem Samenkorn ein richtiger Baum geworden ist. Allerdings kann die Zucht lohnen, denn jedes Samenkorn birgt eine Überraschung: Da sich hier das Erbgut mehrerer Bäume vereint, können Sie mit etwas Glück vielleicht sogar eine neue Sorte entdecken.

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Einen Baum aus einem Samen zu ziehen, ist ein sehr schönes Schauspiel

Samenbeschaffung

Das wichtigste bei der Baumzucht aus Samen ist, dass Sie nur absolut frisches Saatgut verwenden. Dieses sollte entweder selbst gesammelt werden oder aber bei einem Händler des Vertrauens gekauft. Stellen Sie jedoch sicher, dass dieser tatsächlich nur frische Samen im Angebot hat und diese korrekt aufbewahrt hat. Altes oder falsch aufbewahrtes Saatgut zeigt eine schlechte Keimquote. Am einfachsten ist es bei einheimischen Baumarten: Gehen Sie im Herbst einfach in den Wald und sammeln Sie Eicheln, Bucheckern, Kastanien sowie Tannen- und Kiefernzapfen ein. Zapfen sollten einige Tage in einen warmen Raum gelegt werden, bis sie sich öffnen und Sie die Samen sammeln können.

Aussaatzeit

Die Samen heimischer Baumarten benötigen eine Kälteperiode mit frostigen Temperaturen, damit die Keimruhe aufgebrochen wird. Pflanzen Sie diese Samen also im Herbst oder Winter direkt ins Freie aus und vergessen Sie nicht, ein Schutznetz gegen Vögel und Nagetiere anzubringen. Die Stratifikation, wie diese Prozedur auch bezeichnet wird, lässt sich jedoch auch künstlich herbeiführen. Dafür packen Sie die Samen in einen Behälter mit feuchtem Sand, den Sie wiederum für einige Wochen ins Gemüsefach des Kühlschranks stellen.

Vorbereitung

Samen mit einer harten Schale oder Hülse, beispielsweise Kiefern- oder Buchensamen, werden am besten vor der Aussaat in Wasser eingeweicht. Das weicht die Schale auf und erleichtert die Keimung.

Aussaat und Pflege der Sämlinge

Sind alle vorbereitenden Arbeiten erledigt, können Sie nun zur Aussaat schreiten:

  • Füllen Sie eine Saatkiste oder -schale mit Aussaaterde.
  • Hierzu eignet sich normale Gartenerde, die mit Sand gemischt wird.
  • Legen Sie eine dünne Schicht Sand darüber.
  • Ziehen Sie die Aussaatfurchen.
  • Legen Sie die Samen einzeln in die Furchen.
  • Der notwendige Platzbedarf hängt von der Größe der Samen ab.
  • Decken Sie die Samen mit einer dünnen Schicht Aussaaterde ab.
  • Die Aussaatkiste wird gut gewässert und nach draußen gestellt.
  • Die gut entwickelten Sämlinge werden in einzelne Töpfe gesetzt.
  • Alternativ können Sie sie auch auspflanzen.

Tipps

Gerade Laubbäume lassen sich auch sehr gut durch Stecklinge vermehren. Bei vielen Nadelgehölzen, vor allem bei Kiefern, funktioniert diese Form allerdings nicht.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: seekeaw rimthong/Shutterstock
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