Apfelbaum züchten

Im eigenen Garten einen Apfelbaum selbst züchten

Normalerweise werden Obstbäume für den Garten mit einem Alter von etwa fünf bis sechs Jahren im Fachhandel erworben und tragen dann schon nach wenigen Jahren Früchte. Mit viel Geduld, dieser Anleitung und etwas Freude an Experimenten können Sie Apfelbäume aber auch selbst züchten.

Der Unterschied zwischen Sämlingen und vegetativer Vermehrung

Im kommerziellen Gartenbau werden Apfelbäume in der Regel so erzeugt, dass die Zweige einer bestimmten Apfelsorte durch das Kopulieren auf eine starkwüchsige Unterlage mit stark ausgebildeten Wurzeln aufgepropft wird. Diese Vermehrungsmethode bezeichnet man auch als vegetative Vermehrung, da es sich beim Ableger und manchmal auch bei der Unterlage um ungeschlechtlich vermehrte Pflanzen aus abgeschnittenen Zweigen handelt. Während vegetativ vermehrte Apfelbäume die gleichen Früchte wie der Mutterbaum tragen, ist bei Sämlingen ein Zurückschlagen in die Wildform möglich.

Apfelkerne richtig zum Keimen bringen

Wenn Sie die lange Wartezeit während des Heranwachsens der Sämlinge abwarten möchten, so können Sie als spannendes Experiment im Garten auch aus ganz gewöhnlichen Apfelkernen einen Apfelbaum ziehen. Allerdings gilt es dabei einige Dinge zu beachten, damit die Samen überhaupt zu kleinen Bäumchen werden und später auch im hiesigen Klima überleben können.

Das Saatgut auswählen

In den Supermärkten werden hierzulande teilweise Sorten angeboten, die für einen Anbau vor Ort nicht unbedingt gut geeignet sind. Während Apfelsorten wie „Granny Smith“ einen strengen Winter in Mitteleuropa mitunter nicht überstehen, können Apfelkerne aus regionalem Anbau vielversprechender sein. Zu den traditionell in Mitteleuropa angebauten und bewährten Sorten zählen beispielsweise:

  • Alkmene
  • Cox Orangenrenette
  • Gravensteiner
  • Jonathan
  • Roter Boskoop

Das Saatgut für die Keimung vorbereiten

Apfelkerne enthalten meist keimhemmende Substanzen, die erst durch den Verlauf von Gärungsprozessen abgebaut werden. Sollten Sie Zugang zu den Pressresten von Äpfeln aus der Mostherstellung haben, so werden Sie mit diesen ein besser Keimergebnis erzielen als mit direkt aus Äpfeln gewonnenen Kernen. Sofern Sie die Kerne nicht den Winter über in einem Topf im Freien stehen lassen, müssen Sie diese vor der Keimung stratifizieren. Dazu legen Sie die Kerne für die Dauer von zwei bis vier Wochen zwischen feuchten Lagen aus Küchenpapier in einem Behälter in den Kühlschrank. Erst durch diesen simulierte Winter werden die Kerne zufriedenstellend austreiben.

Tipps & Tricks

Aus Kernen gezogene Apfelbäume folgen ihrer genetischen Veranlagung und werden daher meist sehr groß. Wenn Sie einen kleinen Apfelbaum möchten, müssen Sie diesen durch Veredlung zu einer kleineren Stammform erziehen.

Text: Alexander Hallsteiner

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  1. JoseeRizal64
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