Ahorn

Ahornarten erkennen: Blätter, Blüten & Co.

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Feldahorn, Bergahorn und Spitzahorn sind heimische Baumarten, die sich in ihrer Erscheinung deutlich unterscheiden. Dieser Artikel beschreibt die charakteristischen Merkmale der Blätter, Zweige, Knospen, Blüten und Früchte, die eine eindeutige Identifizierung ermöglichen.

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Die Blattspitzen des Feldahorn sind abgerundet

Unterscheidung anhand der Blätter

Die Blätter der drei Ahornarten weisen hinsichtlich Form und Struktur eindeutige Unterschiede auf, die Ihnen die Bestimmung erleichtern.

  • Feldahorn: Der Feldahorn besitzt die kleinsten Blätter unter den drei Ahornarten. Sie sind drei- bis fünflappig mit abgerundeten Buchten und stumpfen Lappen. Im Herbst erstrahlt das Laub in leuchtendem Gelb oder Orange. Ein weiteres Merkmal ist der Milchsaft, der beim Abreißen des Blattstiels austritt.
  • Bergahorn: Der Bergahorn präsentiert sich mit fünflappigen Blättern, deren Lappen kürzer zugespitzt sind als beim Spitzahorn und nicht in schmalen Zipfeln enden. Die Buchten zwischen den Lappen erinnern an einen V-förmigen Scherenschnitt. Im Herbst verwandelt sich das Laub in ein kräftiges Goldgelb; in höheren Lagen können auch rötliche Farbtöne auftreten. Der Blattstiel des Bergahorns enthält keinen Milchsaft.
  • Spitzahorn: Die Blätter des Spitzahorns sind handförmig und fünflappig, mit langen, zugespitzten und ganzrandigen Lappen. Die Buchten zwischen den Lappen sind stets abgerundet. Im Herbst beeindruckt das Laub mit einer Farbpalette von Goldgelb bis hin zu einem intensiven Rot. Wie beim Feldahorn tritt auch beim Spitzahorn Milchsaft aus, wenn Blätter oder junge Zweige verletzt werden.

Unterscheidung anhand der Zweige und Knospen

Neben den Blättern bieten auch Zweige und Knospen wichtige Anhaltspunkte zur Bestimmung der Ahornarten.

  • Feldahorn: Die Zweige des Feldahorns sind braun und weisen gelegentlich Korkleisten auf. Die eiförmigen Endknospen sind rotbraun gefärbt und an der Spitze fein behaart. Sie besitzen 4 bis 6 sichtbare Knospenschuppen, die in zimt-rotbraunen bis oliv-graubraunen Tönen erscheinen und am Rand weiß bewimpert sind.
  • Bergahorn: Der Bergahorn zeichnet sich durch graue, glatte Zweige aus. Die olivgrünen Endknospen fallen durch ihre am Rand bewimperten Knospenschuppen auf, ein Merkmal, das auf eine Anpassung an die Umgebungsbedingungen hinweist.
  • Spitzahorn: Der Spitzahorn besitzt hellbraune, glänzende Zweige. Die rötlichen Endknospen sind kahl, eiförmig und bis zu 10 mm lang. Auffällig ist die kreuz-gegenständige Anordnung der Knospen am Zweig sowie das Vorkommen von drei Knospen am Zweigende.

Unterscheidung anhand der Blüten und Früchte

Unterscheidung anhand der Blüten und Früchte

Der Feldahorn bildet traubenartige Blütenstände

Auch die Blüten und Früchte der Ahornarten präsentieren einzigartige Merkmale, die Ihnen die Bestimmung erleichtern.

  • Bergahorn: Die Blüten des Bergahorns stehen in endständigen, überhängenden, traubenartigen Rispen. Sie sind meist zwittrig, können aber auch einseitig ausgebildet sein. Die gelbgrünen, radiärsymmetrischen und fünfzähligen Blüten erscheinen im Mai zeitgleich mit dem Laubaustrieb. Die kugeligen Flügelnüsse mit ihren spitzwinklig zueinander stehenden Flügeln reifen von Ende August bis Anfang Oktober.
  • Feldahorn: Die Blüten des Feldahorns zeigen sich in aufrechten, rispigen oder traubigen Blütenständen. Sie sind eingeschlechtlich oder zwittrig und erscheinen von Mai bis Juni zusammen mit dem Laub. Die graufilzigen Spaltfrüchte mit nahezu waagerecht abstehenden Flügeln reifen im Zeitraum von September bis Oktober.
  • Spitzahorn: Die Blüten des Spitzahorns ähneln denen des Feldahorns, sind aber in aufrechten, doldentraubigen Blütenständen angeordnet und variieren zwischen zwittrigen sowie männlichen und weiblichen Erscheinungsformen. Die Blütezeit liegt vor dem Laubaustrieb im April bis Mai. Die paarig geflügelten Nüsschen mit stumpfwinkelig bis waagerecht abstehenden Flügeln reifen im Oktober.
Bilder: ZayacSK / Shutterstock