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Zwetschgenbaum blüht nicht: Ursachen & Lösungen

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Wunderschöne Blüten am Zwetschgenbaum, aber keine Früchte in Sicht? Dieser Ratgeber beleuchtet die häufigsten Ursachen für die ausbleibende Fruchtbildung bei Zwetschgenbäumen und zeigt Ihnen, wie Sie mit gezielten Maßnahmen die Blütenpracht in eine reiche Ernte verwandeln.

Zwetschgenbaum blüht nicht

Geduld mit jungen Bäumen

Junge Zwetschgenbäume schenken Ihnen ihre Früchte erst nach einer gewissen Reifezeit. Wie lange diese genau dauert, hängt von der jeweiligen Sorte und der verwendeten Unterlage ab.

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Reifephase: Bis zur ersten Blüte vergehen in der Regel vier bis acht Jahre. In dieser Zeit bereitet sich der Baum auf die zukünftige Fruchtproduktion vor.

Unterschiedliche Entwicklungszeiten: Bäume, die auf Sämlingsunterlagen wachsen, benötigen oft sechs bis acht Jahre bis zur ersten Blüte. Bei Bäumen auf schwächeren Unterlagen ist die Entwicklungsdauer etwas kürzer – hier zeigen sich die ersten Blüten meist nach fünf bis sechs Jahren.

Während der Wachstumsphase ist es wichtig, den jungen Baum nicht zu stören und ihm optimale Bedingungen zu bieten. Natürlicher Schutz und ausreichend Platz fördern eine gesunde Entwicklung und legen den Grundstein für zukünftige Ernten.

Schnittmaßnahmen zur Blütenförderung

Mit gezielten Schnittmaßnahmen fördern Sie nicht nur eine gesunde Wachstumsstruktur, sondern regen auch die Blütenbildung und Fruchtentwicklung Ihres Zwetschgenbaums an.

Steiltriebe entfernen: Im Frühherbst sollten Sie Steiltriebe entfernen, da diese vor allem Blätter produzieren und keine Blüten tragen. So lenken Sie die Energie des Baumes auf die Ausbildung von Fruchttrieben.

Seitentriebe anpassen: Optimalerweise schneiden Sie Seitentriebe so an, dass sie einen Winkel von etwa 45 Grad einnehmen. Diese Schnittführung begünstigt die Einlagerung von Nährstoffen im Astbereich und fördert damit die Bildung von Blüten und Früchten.

Ausgewogene Nährstoffversorgung

Eine ausgewogene Nährstoffversorgung ist die Basis für die Gesundheit und Blühfähigkeit Ihres Zwetschgenbaumes. Sowohl ein Zuviel als auch ein Mangel an Nährstoffen können sich negativ auswirken.

Wichtige Hauptnährstoffe:

  • Stickstoff (N): Fördert das Wachstum von Blättern und Trieben.
  • Phosphor (P): Unterstützt die Wurzel- und Blütenbildung.
  • Kalium (K): Verbessert die Fruchtentwicklung und -qualität.

Junge Bäume: In den ersten Jahren nach der Pflanzung benötigen Zwetschgenbäume in der Regel keine zusätzliche Düngung. Eine jährliche Kompostgabe reicht meist aus, um den Nährstoffbedarf zu decken.

Baumscheibe freihalten: Achten Sie darauf, dass die Baumscheibe frei von konkurrierenden Pflanzen ist. Eine Mulchschicht aus Gras hält die Feuchtigkeit im Boden und schützt die Wurzeln vor extremen Temperaturen. Vermeiden Sie Rindenmulch oder andere Pflanzen in der Baumscheibe, da diese dem Zwetschgenbaum Nährstoffe entziehen können.

Die Veredelungsstelle im Blick

Die Position der Veredelungsstelle ist entscheidend für die Blüte und Fruchtbildung Ihres Zwetschgenbaumes. Achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle ausreichend Abstand zum Boden hat.

Mindestabstand: Die Veredelungsstelle sollte mindestens zehn Zentimeter über dem Boden liegen. Dies schützt sie vor direktem Kontakt mit der Erde und verhindert, dass die Blütenbildung beeinträchtigt wird.

Fehlende Nachbarn – Bestäubung sicherstellen

Einige Zwetschgenbaumsorten sind selbstunfruchtbar und benötigen einen Befruchterbaum in der Nähe, um Früchte zu tragen.

Selbstfruchtende Sorten: Um die Notwendigkeit eines separaten Befruchters zu umgehen, wählen Sie beim Pflanzen am besten selbstfruchtende Sorten aus.

Pflanzung verschiedener Sorten: Wenn Sie eine selbstunfruchtbare Sorte bevorzugen, sollten Sie zwei verschiedene Zwetschgensorten in räumlicher Nähe zueinander pflanzen. So erhöhen Sie die Chancen auf eine erfolgreiche Befruchtung und eine reiche Ernte.

Entfernungen: Der Befruchterbaum muss nicht direkt neben dem Zwetschgenbaum stehen. Auch ein kompatibler Baum im Nachbargarten kann ausreichen, solange Bienen und andere bestäubende Insekten zwischen den Bäumen wechseln können.

Lösungsansätze für eine erfolgreiche Blüte

Wenn Ihr Zwetschgenbaum nicht blüht, können Sie mit verschiedenen Maßnahmen Abhilfe schaffen.

Auswahl der richtigen Sorte: Bevorzugen Sie selbstfruchtende Sorten oder stellen Sie sicher, dass ein geeigneter Befruchter in der Nähe ist.

Richtiger Schnitt: Entfernen Sie Steiltriebe und bringen Sie die Seitentriebe in einen Winkel von circa 45 Grad.

Nährstoffversorgung anpassen: Vermeiden Sie in den ersten Jahren eine zusätzliche Düngung. Später reicht eine jährliche Kompostgabe und eine Mulchschicht aus Gras.

Veredelungsstelle kontrollieren: Achten Sie darauf, dass die Veredelungsstelle mindestens 10 cm über dem Erdboden liegt.

Befruchter pflanzen: Bei selbstunfruchtbaren Sorten ist es wichtig, einen passenden Befruchter in erreichbarer Nähe zu pflanzen.

Fruchtgürtel als Notlösung: Im März können Sie einen Fruchtgürtel am Baumstamm anbringen, um die Blütenbildung anzuregen. Beachten Sie jedoch, dass diese Methode den Baum langfristig schädigen kann.

Bilder: DaneeShe / iStockphoto