Zimmerzypresse

Braunfärbung bei Zimmerzypressen: Was tun dagegen?

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Zimmerzypressen sind beliebte Zimmerpflanzen, doch braune Nadeln deuten häufig auf Pflegefehler oder Krankheiten hin. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für braune Nadeln und gibt hilfreiche Tipps zur Vorbeugung und Behandlung.

Zimmerzypresse braune Spitzen
Zu viel Sonne mag die Zimmerzypresse gar nicht

Zu sonniger Standort

Zimmerzypressen benötigen einen sehr hellen Standort, sollten jedoch vor direkter Sonneneinstrahlung, insbesondere praller Mittagssonne, geschützt werden. Zu viel Sonnenschein kann dazu führen, dass die zarten Nadeln verbrennen und braun werden. Es ist daher ideal, die Pflanze an einem Fensterplatz zu positionieren, der nach Osten oder Westen ausgerichtet ist.

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Im Sommer können Sie die Zimmerzypresse auch ins Freie stellen. Gewöhnen Sie die Pflanze schrittweise an die neue Umgebung, indem Sie sie zunächst in den Halbschatten stellen und die Lichtintensität nach und nach erhöhen. Auch draußen sollte die Pflanze an einem windgeschützten Platz stehen, um Austrocknung zu vermeiden.

Falsche Feuchtigkeitsverhältnisse

Zimmerzypressen sind empfindlich sowohl gegenüber zu viel als auch zu wenig Wasser. Um Staunässe zu vermeiden, pflanzen Sie die Zimmerzypresse in einen Topf mit guter Drainage und einem ausreichend großen Abzugsloch. Gießen Sie die Pflanze erst, wenn die obersten zwei Zentimeter der Erde trocken sind, um Wurzelfäule und das damit verbundene Braunwerden der Nadeln zu verhindern.

Der Wurzelballen sollte nie vollständig austrocknen. Ein komplett ausgetrockneter Boden kann irreparable Schäden verursachen und die Nadeln braun und trocken werden lassen. Achten Sie darauf, dass der Boden immer leicht feucht bleibt, insbesondere im Winter an frostfreien Tagen, aber vermeiden Sie, dass die Erde matschig wird. So stellen Sie sicher, dass Ihre Zimmerzypresse die optimale Feuchtigkeitsmenge erhält.

Übermäßiges Düngen

Zimmerzypressen haben einen geringen Nährstoffbedarf und sollten daher sparsam gedüngt werden, um Schäden an den Wurzeln und Nadeln zu vermeiden. Wenn Sie die Pflanze regelmäßig, etwa alle zwei bis drei Jahre, umtopfen, reicht dies meist aus, um den Nährstoffhaushalt aufrechtzuerhalten.

Sollte zusätzliche Düngung notwendig sein, verwenden Sie während der Wachstumsphase von März bis September alle vier bis sechs Wochen einen speziellen Flüssigdünger für Koniferen in geringer Dosierung. Vermeiden Sie Überdüngung, da dies zu ungesundem und zu schnellem Wachstum sowie zum Braunwerden der Nadeln führen kann.

Pilzerkrankungen

Pilzerkrankungen können zum Braunwerden der Zimmerzypresse führen, wobei die Phytophthora-Krankheit und der Zypressenkrebs besonders häufig auftreten. Diese Erkrankungen lassen die Blätter welken und braun werden und verursachen auffällige Gelb- und Rotfärbungen der Zweige sowie das Vertrocknen von Ästen.

Folgende Schritte helfen bei einem Pilzbefall:

  1. Schneiden Sie alle braunen und welken Pflanzenteile großzügig ab und entsorgen Sie diese im Hausmüll. Schneiden Sie dabei bis ins gesunde Holz.
  2. Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und spülen Sie die alte Erde vollständig ab. Topfen Sie dann die Zimmerzypresse in frisches Substrat um.
  3. Desinfizieren Sie alle verwendeten Arbeitsgeräte gründlich mit Alkohol.
  4. Stellen Sie sicher, dass die Zimmerzypresse an einem luftigen Standort steht, der nicht zu feucht ist.
  5. Verwenden Sie stets sauberes und scharfes Schneidewerkzeug, um Verletzungen zu vermeiden.

Magnesiummangel

Zimmerzypressen, besonders ältere Exemplare, sind anfällig für Magnesiummangel, was sich durch das Braunwerden der Nadeln zeigt. Dieser Mangel tritt häufig in lehmigen, schweren Böden auf, da diese die Magnesiumaufnahme erschweren.

Um Magnesiummangel zu verhindern, vermischen Sie bereits beim Pflanzen schwere Böden mit Sand, Kompost und Gesteinsmehl. Bei bestehendem Magnesiummangel hilft Bittersalz, das im Frühjahr vor dem Austrieb ausgebracht wird. Alternativ können Sie eine 2%ige Bittersalzlösung auf die Nadeln sprühen. Regelmäßige Bodenanalysen helfen, den Nährstoffgehalt im Blick zu behalten.

Natürlicher Prozess

Es ist normal, dass die Nadeln der Zimmerzypresse im Inneren braun werden und abfallen, da dieser Bereich oft nicht genügend Licht erhält. Dieser natürliche Vorgang ist bei vielen Nadelgehölzen zu beobachten und kein Grund zur Besorgnis, sofern die äußeren Nadeln grün und gesund bleiben.

Winterharte und nicht winterharte Zypressen

Zimmerzypressen sind nicht winterhart und sollten im Winter an einem kühlen, frostfreien Ort überwintert werden. Ein heller, unbeheizter Wintergarten oder ein Fensterplatz im Flur sind hierfür ideal. Während der Wintermonate benötigt die Zimmerzypresse weniger Wasser, daher sollten Sie die Gießmenge reduzieren, um Staunässe zu vermeiden.

Im Gegensatz dazu gibt es Zypressenarten, die winterhart sind und sich für den Anbau im Freien eignen, wie die Amerikanische Zypresse (Cupressus arizonica) und die Leyland-Zypresse (Cupressocyparis leylandii).

Wuchs und Aussehen der Zimmerzypresse

Die Zimmerzypresse stammt aus den Küstengebieten Kaliforniens und hat einen säulenförmigen bis kegelförmigen Wuchs. Ihre schuppenartigen Nadeln können von hell- bis dunkelgrün variieren und verströmen einen angenehmen, zitronenartigen Duft.

In Zimmerkultur kann die Wuchsform durch regelmäßiges Schneiden angepasst werden. Beliebte Schnittformen sind Kegel, Kugelbäumchen oder Kronenbäumchen. Diese Maßnahmen helfen der Pflanze, ihre kompakte Form und dekorative Erscheinung zu bewahren.

Nadeln, Blüten und Früchte

Die Zimmerzypresse ist eine immergrüne Pflanze mit schuppenartig angeordneten Nadeln. Sie bildet von Februar bis März männliche und weibliche Blütenzapfen aus, da sie einhäusig getrenntgeschlechtlich ist. Die weiblichen Zapfen entwickeln nach der Befruchtung bis zu 150 Samen pro Zapfen, die etwa zwei Jahre zur Reifung benötigen.

Giftigkeit der Zimmerzypresse

Zimmerzypressen enthalten mehrere potenziell giftige Inhaltsstoffe wie Camphen, Cedrol und Terpineol. Diese Stoffe sind in allen Pflanzenteilen vorhanden, einschließlich der Nadeln, des Holzes und des Saftes. Vor allem der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen oder allergischen Reaktionen führen.

Um das Risiko zu minimieren, stellen Sie die Pflanze außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren, tragen Sie bei Pflegearbeiten Handschuhe und lüften Sie gut, wenn die Pflanze im Innenraum steht.

Pflege der Zimmerzypresse

Die richtige Pflege der Zimmerzypresse ist essenziell, um ihre Gesundheit zu erhalten. Umtopfen Sie die Pflanze alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr in hochwertige Kübelpflanzenerde. Gießen Sie regelmäßig, sodass das Substrat stets leicht feucht bleibt, aber nicht nass wird. Düngen Sie sparsam, etwa während der Wachstumsphase von März bis September alle drei bis vier Wochen mit einem schwachen Flüssigdünger.

Zimmerzypressen lieben helle Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung. Im Winter ist ein heller, kühler Standort mit Temperaturen zwischen 5 und 10 °C ideal.

Schneiden der Zimmerzypresse

Das Schneiden einer Zimmerzypresse hilft, das Wachstum zu kontrollieren und eine dekorative Form zu erhalten. Der Hauptschnitt sollte im Frühling erfolgen. Nutzen Sie saubere und scharfe Gartenscheren, um Infektionen zu vermeiden. Schneiden Sie nicht mehr als ein Drittel der Pflanze ab und entfernen Sie kranke oder braune Triebe sofort. Formen wie Kegel oder Kugeln lassen sich durch regelmäßiges Schneiden leicht halten.

Vermehrung der Zimmerzypresse

Die Vermehrung der Zimmerzypresse erfolgt durch Kopfstecklinge. Schneiden Sie von Juli bis Oktober etwa 10 cm lange Triebspitzen ab, entfernen Sie die unteren Nadeln und stecken Sie die Triebspitzen in Töpfe mit einem Gemisch aus Erde und Sand. Halten Sie eine Bodentemperatur von etwa 20 bis 25 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Nach der Bewurzelung pflanzen Sie die jungen Pflanzen in größere Töpfe um und überwintern sie frostfrei.

Krankheiten und Schädlinge

Zimmerzypressen können von Spinnmilben, Miniermotten und Borkenkäfern befallen werden. Pilzerkrankungen wie der Zypressenkrebs und die Phytophthora-Krankheit sind ebenfalls häufiger. Sorgen Sie für gute Standortbedingungen und vermeiden Sie Überwässerung, um die Pflanze widerstandsfähiger zu machen. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und desinfizieren Sie Werkzeuge, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Verwendung der Zimmerzypresse

Die Zimmerzypresse ist beliebt für ihre Vielseitigkeit und einfache Pflege. Sie eignet sich hervorragend als dekoratives Element in Innenräumen und schafft ein mediterranes Ambiente. Im Sommer kann sie Außenbereiche verschönern, während sie im Winter als weihnachtliches Dekorationselement dienen kann. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit lassen sich verschiedene Schnittformen wie Kegel, Kugelbäumchen oder Bonsai-ähnliche Strukturen gestalten.

Bilder: pixelpot / iStockphoto