Garten- und Zimmerazalee – Unterschiede beim Schneiden

Azaleen gehören zur Gattung Rhododendron. Es sind beliebte Schmuckstauden, die mit außergewöhnlichen Blütezeiten überzeugen. Welche Schnitte erforderlich sind, ist je nach Strauch und Sorte unterschiedlich. Freilandgewächse werden anders behandelt als Ziersträucher, die im Kübel gedeihen.

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Verwelkte Blüten sollten regelmäßig entfernt werden

Der ideale Zeitpunkt

Die Blütezeit der Zimmerazaleen erstreckt sich von Januar bis März, während Freilandazaleen im Mai blühen. Schnittmaßnahmen empfehlen sich bei den Zimmergewächsen im Frühjahr, sobald die Sträucher verblüht sind. Wenn Sie diese Pflegemaßnahmen zu lange hinauszögern, entfernen Sie gleichzeitig die neu gebildeten Blütenansätze. Dadurch müssen Sie eine verminderte Blütenbildung in Kauf nehmen. Im Garten wachsende Exemplare werden kurz vor dem Blattaustrieb eingekürzt.

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Zimmerazaleen ausputzen

Obwohl leichte Formschnitte möglich sind, reduziert sich der Schnitt bei Zimmergewächsen auf das Ausputzen von verblühten Trieben. Welkende Blüten werden mit dem Finger abgeknipst oder mit einer Schere abgeschnitten. Trennen Sie die Triebe etwa einen halben Zentimeter unterhalb des Blütenansatzes durch.

Auf diese Weise fördern Sie die Entwicklung neuer Blütenknospen. Sie beugen die Entstehung von Fäulnis vor, da sich die herabfallenden Kronblätter nicht zwischen dem Laub verfangen. Haben sich Fruchtstände entwickelt, sollten Sie auch diese rechtzeitig entnehmen. Die Samenentwicklung kostet der Pflanze viel Energie.

Freilandazaleen schneiden

Regelmäßige Schnitte sorgen dafür, dass sich die Sträucher im unteren Bereich gut verzweigen und eine buschige Form entwickeln. Direkt nach der Pflanzung ist es sinnvoll, das erste Mal zu schneiden. In den folgenden Jahren sind Gehölzschnitte empfehlenswert, welche die Form der Azaleen erhalten. Mit zunehmendem Alter verdichtet sich die Krone und die Blühfreudigkeit der Ziersträucher reduziert sich, sodass verjüngende Schnittmaßnahmen empfehlenswert sind.

Grundlegende Regeln:

  • mit einem scharfen und sauberen Messer schneiden
  • auf einen glatten Schnitt achten, um das Gewebe nicht zu quetschen
  • Äste immer über einer Knospe abschneiden

Erster Schnitt

Entfernen Sie alle abgestorbenen Zweige und solche Triebe, die braune und befallene Stellen aufweisen, direkt am Ansatz. Quer wachsende und sich kreuzende Exemplare stören das Gesamtbild und dürfen weichen. Kürzen Sie die gesamte Jungpflanze um ein Drittel ein.

Erhaltungsschnitt

Brechen Sie verwelkte Blüten regelmäßig mit dem Finger aus. Schneiden Sie nach der Blütezeit einzelne Alttriebe so ein, dass diese auf kräftigere und tiefer liegende Äste geleitet werden.

Verjüngungsschnitt

Radikale Schnitte vertragen die Gewächse gut. Reduzieren Sie alle Triebe bis auf eine Endgröße von 50 bis 60 Zentimeter und verschonen Sie Jungtriebe. Ein weiteres Auslichten erfolgt im Spätsommer oder nächsten Frühjahr, nachdem die Sträucher neu ausgetrieben sind.

Tipps

Eine intensive Auslichtung empfiehlt sich alle drei bis vier Jahre nach der Blüte im Frühsommer, während immergrüne Gartenazaleen im Frühjahr geschnitten werden.

Besonderheiten

Immergrüne Arten können bis in das alte Holz zurückgeschnitten werden, wenn sich die Krone lückenhaft oder einseitig entwickelt. Ein intensiver Eingriff hat zur Folge, dass die Gehölze stark austreiben.

Text: Christine Riel
Artikelbild: enmyo/Shutterstock

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