Zimmeraralie: Richtig pflegen

Die Zimmeraralie oder auch Japanische Aralie (bot. Fatsia japonica) ist eine hübsche, schnellwüchsige Zimmerpflanze aus der Familie der Araliengewächse. Die in Asien beheimatete Pflanze besitzt auffallend große, tief eingeschnittene und handförmige Laubblätter, die dunkelgrün glänzen. Die recht leicht zu pflegende Pflanze kann innerhalb kurzer Zeit sehr hoch werden und braucht viel Platz im Wohnzimmer oder Wintergarten.

Zimmeraralie Spiderweb
Einige Sorten der Zimmeraralie, wie hier die Spiderweb, haben schöne Blattverzierungen

Herkunft und Verbreitung

Die Gattung Fatsia umfasst lediglich drei verschiedene Arten, die allesamt in Südkorea und Japan beheimatet sind. Die bei uns als Zimmerpflanze sehr beliebte Zimmeraralie (bot. Fatsia japonica) wächst wild in den weiten Lorbeerwäldern des tropischen Japans, kommt aber auch in Südkorea sowie in manchen entsprechend klimatisch warmen Regionen Neuseelands ebenso vor. In den tropischen und subtropischen Regionen Asiens wird Fatsia japonica zudem gern als Park- und Gartenpflanze kultiviert. Von der Art gibt es verschiedene Kultursorten, daneben finden auch andere Araliengewächse Aufnahme in vielen Wohnzimmern.

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Aussehen und Wuchs

Bei der Zimmeraralie handelt es sich um einen immergrünen Strauch, der an seinem natürlichen Standort bis zu sechs Meter hoch werden kann. In Zimmerkultur wird die Pflanze nicht ganz so hoch, erreicht an einem geeigneten Standort aber trotzdem Wuchshöhen von bis zu zwei Metern. Aus dem kräftigen Stamm sprießen nur wenige Äste, zudem verzweigt sich die Art recht schwer. Junge Äste sowie die Blätter und Blütenstände sind in der Regel wollig behaart.

Blätter

Charakteristisch für diese Blattschmuckpflanze sind die bis zu 40 Zentimeter breiten, glänzend dunkelgrünen und wechselständig angeordneten Blätter. Die sieben- bis neunlappigen, handförmigen Blätter stehen endständig an bis zu 50 Zentimeter langen Stielen.

Blüten, Blütezeit und Früchte

In Zimmerkultur setzt die Zimmeraralie nur sehr selten Blüten an. Wenn, dann erscheinen die weißlichen Dolden im Spätherbst und nur an älteren Pflanzen. Nach der erfolgten Befruchtung erscheinen winzige, kugelförmige und in reifem Zustand schwarze Steinfrüchte.

Giftigkeit

Alle Teile der Zimmeraralie sind wegen der enthaltenen Saponine sowohl für den Menschen als auch für Tiere giftig. Während Menschen allerdings sehr viele der grünen Blätter verspeisen müssten, um an Vergiftungserscheinungen zu leiden, sind für Katzen selbst kleinste Mengen der Pflanze potenziell tödlich.

Welcher Standort ist geeignet?

Stellen Sie die Zimmeraralie an einen hellen bis halbschattigen, aber keinesfalls an einen vollsonnigen Standort. Eine lang anhaltende direkte Sonneneinstrahlung ist vor allem über die Mittagszeit zu vermeiden, da die Blätter sehr empfindlich darauf reagieren und schnell verbrennen. Optimal sind etwa nach Süden, Osten oder Westen ausgerichtete Fensterbänke, die über Mittag bei Bedarf schattiert werden können. Auch helle Flure, Treppenhäuser oder Vorräume eignen sich gut für das exotische Gewächs. Über die Sommermonate können Sie Fatsia japonica an einen hellen und windgeschützten Platz im Freien kultivieren. Bildet der Strauch auffallend viele hellgrüne und / oder stark verholzende Triebe aus, so steht er wahrscheinlich zu dunkel.

Hinsichtlich der Temperatur mag es die Zimmeraralie eher kühler: Temperaturen um die 18 °C sind für sie ideal. Die Luftfeuchtigkeit sollte dabei recht hoch sein, wobei als Faustregel gilt: Je höher die Umgebungstemperatur, desto häufiger sollten Sie Fatsia japonica besprühen. Während der Wintermonate überwintert die Art zudem kühl bei ungefähr zehn Grad Celsius, da sie in dieser Zeit eine Wachstumspause einlegt.

Substrat

Die Zimmeraralie ist nicht winterhart und sollte daher nicht in den Garten ausgepflanzt werden. Sie eignet sich jedoch bestens für eine Zimmer- oder Wintergartenkultur, sofern eine kühle Überwinterung möglich ist. Pflanzen Sie sie zu diesem Zweck in eine hochwertige Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis – aus Umweltschutzgründen sollten Sie auf torfbasierte Blumenerden verzichten, zumal diese auch Wasser schnell stauen lassen – und mischen Sie diese zwecks Verbesserung der Durchlässigkeit mit Perlite oder Blähton.(19,00€ bei Amazon*)

Außerdem eignet sich die Zimmeraralie sehr gut für die pflegearme Hydrokultur.

Zimmeraralie richtig pflanzen

Setzen Sie die Zimmeraralie nach dem Kauf baldmöglichst in einen größeren Pflanztopf und frisches Substrat um. Der beste Zeitpunkt für diese Maßnahme ist der Beginn der Vegetationsperiode zwischen April und Juni, da die Pflanzen nun am besten einwurzeln. Wählen Sie ein breites Pflanzgefäß aus schwerem Material wie Ton oder Keramik, da Fatsia japonica sehr schnell wächst und dann in zu kleinen Töpfen rasch kopflastig wird. Wichtig ist zudem eine gute Topfdrainage, der Staunässe verhindern hilft. Ein Abflussloch am Topfboden ist dabei unerlässlich.

Umtopfen

Da das Wurzelwerk der schnell wachsenden Pflanze innerhalb kurzer Zeit das Pflanzgefäß vollständig ausfüllt, ist ein Umtopfen in einen größeren Kübel und frische Erde alle ein bis zwei Jahre sinnvoll. Das neue Gefäß sollte lediglich einige Zentimeter größer als das vorherige sein, da bei einem zu großen Topf die Wurzeln übermäßig stark wachsen. Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr, sobald die Zimmeraralie die ersten neuen Blätter und Triebe austreibt.

Zimmeraralie gießen

Während des frühjährlichen Austriebes sowie während der warmen Sommermonate sollten Sie die Zimmeraralie stets leicht feucht halten. Gießen Sie sie regelmäßig, aber stets nur wenig und warten Sie mit der nächsten Wässerung, bis sich das Substrat oberflächlich abgetrocknet hat. Ein Übergießen ist ebenso wie Staunässe zu vermeiden. Halten Sie stattdessen die Luftfeuchtigkeit hoch, indem Sie die Pflanze in der warmen Jahreszeit des Öfteren mit (kalkarmem!) Wasser besprühen oder eine mit Wasser gefüllte Schale in der Nähe aufstellen. Vermeiden Sie trockene Raumluft auch in den Wintermonaten und wirken Sie so einem Spinnmilbenbefall entgegen.

Zimmeraralie richtig düngen

Zwischen März und September benötigt sich starkwüchsige Zimmeraralie viele Nährstoffe. Düngen Sie sie in dieser Zeit mit einem flüssigen Düngemittel für Blattschmuck- bzw. Grünpflanzen und verabreichen Sie diesen zusammen mit dem Gießwasser. Nach dem Umtopfen in frisches Substrat ist das Düngen für etwa acht Wochen nicht notwendig, da die meisten handelsüblichen Substrate vorgedüngt sind. Dasselbe gilt für humushaltige Pflanzenerden. Organische Düngemittel wie Kompost, Hornspäne,(9,00€ bei Amazon*) Bananenschalen und Co. eignen sich hingegen für Topfpflanzen weniger, da dem Substrat die für den Abbau der Nährstoffe notwendigen Mikrolebewesen fehlen. Getrockneter Kaffeesatz hingegen kann verabreicht werden.

Während des Winterhalbjahrs zwischen Oktober und März setzen Sie mit der Düngung aus.

Zimmeraralie richtig schneiden

Grundsätzlich sind Rück- und Formschnitte bei der Fatsia japonica nicht notwendig, aufgrund der Wüchsigkeit der Pflanzen allerdings oft sinnvoll. Jüngere Zimmeraralien können Sie mit einem gezielten Rückschnitt zu Beginn der Vegetationsperiode zu einem verzweigteren und damit buschigeren Wachstum anregen, wobei Sie die Triebe stets knapp über einem so genannten „Auge“ kappen. Ältere Pflanzen lassen sich recht gut in der Höhe begrenzen, indem Sie sie einfach auf die gewünschte Grüße stutzen. Doch Vorsicht: Oft genug treiben die Sträucher anschließend umso stärker wieder aus. Da die Zimmeraralie mit dem Alter stark verholzt, sollten Sie für einen Rückschnitt eine scharfe Gartenschere nehmen.

Zimmeraralie vermehren

Am einfachsten gelingt die vegetative Vermehrung über Stecklinge, wobei diese sehr schnell Wurzeln ausbilden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Schneiden Sie den beim Rückschnitt anfallenden Kopftrieb oder Seitentriebe in die gewünschte Länge.
  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf die beiden obersten.
  • Stellen Sie die Triebe in ein Glas mit Wasser.
  • Das Glas kommt an einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Standort.
  • Wechseln Sie täglich das Wasser.
  • Pflanzen Sie die bewurzelten Stecklinge in geeignetes Substrat, sobald sich die ersten neuen Triebe bilden.
  • Halten Sie das Substrat leicht feucht.
  • Gewöhnen Sie die junge Zimmeraralie langsam an einen helleren Standort.

Alternativ können Sie die Stecklinge auch gleich in ein nährstoffarmes Anzuchtsubstrat (15,00€ bei Amazon*) pflanzen. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden von Stecklingen ist der Frühsommer, obgleich die wüchsige Pflanze sich auch zu anderen Zeiten noch gut bewurzeln lässt.

Überwintern

Da die Zimmeraralie eine Winterpause einlegt, ist eine kühle und helle Temperatur sinnvoll. Stellen Sie die Pflanze in einen wenig oder gar nicht beheizten Raum, beispielsweise ins Schlafzimmer oder ins Treppenhaus. Lediglich zugig darf es hier nicht sein. Gießen Sie wenig und düngen Sie zwischen November und März nicht.

Krankheiten und Schädlinge

Zimmeraralien sind robuste Pflanzen, denen so schnell weder Krankheiten noch Schädlinge etwas anhaben können. Allerdings kann ein ungeeigneter Standort oder fehlerhafte Pflege auf Dauer zu Problemen führen. Da übermäßige Gießen oder gar Staunässe etwa hat Wurzelfäule zur Folge, welche durch Pilze hervorgerufen wird und sich kaum behandeln lässt: Wirksame Fungizide gibt es nicht.

Spinnmilben

Spinnmilben (auch als „Rote Spinne“ bezeichnet) treten häufig an hellen Standorten mit trockener Raumluft auf. Gießen Sie die befallene Fatsia japonica zur Erstbehandlung gut an und stülpen Sie anschließend eine lichtdurchlässige Plastiktüte darüber. Diese sollte für ein oder zwei Tage an der Pflanze verbleiben und erst danach entfernt werden. Halten Sie anschließend die Luftfeuchtigkeit hoch.

Blattläuse

Blattläuse haben die Zimmeraralie buchstäblich zum Fressen gern. In der Regel lässt sich ein noch wenig ausgeprägter Befall gut durch das regelmäßige Abduschen der befallenen Pflanze eindämmen.

Tipp

Da die großen Blätter der Zimmeraralie rasch einstauben, sollten Sie die Pflanze von Zeit zu Zeit entweder mit handwarmem Wasser abduschen oder die Blätter mit einem feuchten Tuch abwischen. Eingestaubte Pflanzen sehen nicht nur unschön aus, sie leiden auch schnell unter Licht- und Nährstoffmangel, da die Photosynthese nicht richtig funktioniert.

Arten und Sorten

Im Handel ist die Zimmeraralie in verschiedenen Kultursorten erhältlich. Je nach Varietät sind die Blätter entweder einfarbig grün bzw. gelb oder weiß panaschiert. ‚Albomarginata‘ beispielsweise wartet mit weiß umrandetem Laub auf, während die lediglich bis zu einem Meter hoch wachsende ‚Variegata‘ gelb- oder weißgefleckte Blattränder besitzt. Sehr dekorativ ist auch die noch relativ neue Züchtung ‚Spiderweb‘ mit ihren unregelmäßig weißbunt umrandeten Blättern.

Neben der Art Fatsia japonica gehören auch die verwandten Araliengewächse Schefflera arboricola (Strahlenaralie oder auch Schefflera) sowie die Polyscias (Fiederaralie) zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Die Arten haben ähnliche Bedürfnisse hinsichtlich Standort und Pflege wie die Zimmeraralie, zudem lassen sie sich gut vergesellschaften.

Text: Ines Jachomowski

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