Die Wolfsmilch: Unkraut oder Zierpflanze?

Zur Gattung Euphorbiaceae gehören etwa 2.000 Arten. Einige Sorten bleiben relativ klein und werden von Gartenliebhabern als pflegeleichte Ergänzung im Staudenbeet oder Steingarten geschätzt. Allerdings ist die Pflanze sehr wuchsfreudig und breitet sich schnell aus. Dadurch kann sie zur regelrechten Plage werden. Am weitesten verbreitet ist in unseren Gärten die Sonnen-Wolfsmilch, auf die wir hier näher eingehen möchten.

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Die Sonnen-Wolfsmilch wächst sehr schnell und verdrängt andere Pflanzen

Beschreibung

  • Einjähriges, flach wurzelndes Kraut
  • Wuchshöhe: 10 bis 35 Zentimeter
  • Stängel: Fleischig mit meist nur zwei gegenständigen Seitenästen
  • Blätter: Glattrandig, rund, kurzer Stiel, kräftig grün
  • Blüte: Grüngelb mit fünfstrahliger Trugdolde
  • Blütezeit: April – November
  • Standort: Sonnig bis halbschattig
  • Substrat: Bevorzugt humus- und nährstoffreiche Böden
  • Keimzeit: Ganzjährig, sobald die Temperaturen hoch genug sind

Bei Verletzung der Pflanze fließt ein klebriger, leicht ätzender Saft aus.

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Die Hacke hilft

Die Sonne-Wolfsmilch unterdrückt andere Zierpflanzen kaum, sodass eine Bekämpfung nur dann notwendig ist, wenn das Gewächs zu raumgreifend wuchert. Samenunkräuter wie die Wolfsmilch lassen sich zudem durch regelmäßiges Hacken des Beetes so stark schwächen, dass sie sich erst gar nicht weiter ausbreiten.

Da die Wolfsmilch zu den Flachwurzlern zählt, können Sie die Staude auch einfach mechanisch jäten.

Kultivieren Sie die Garten-Wolfsmilch gezielt ist es wichtig, die Samenproduktion zu verhindern. Schneiden Sie deshalb die Blüten ab, noch bevor sich die Samen vollständig entwickelt haben. Dadurch wird verhindert dass Sie plötzlich wuchernde Wolfsmilchpflanzen in Gartenecken oder den Ritzen der Gehwegplatten finden.

Insektenweide und Heilpflanze

Bitte bedenken Sie, dass Wolfsmilchpflanzen nützliche Insekten wie etwa Schlupfwespen,(14,59€ bei Amazon*) die ihrerseits die Blattläuse in ihrem Garten dezimieren, nähren. Es lohnt sich also durchaus den hübschen Stauden ein Plätzchen im Garten einzuräumen.

In der Naturheilkunde wird der ätzende Pflanzensaft zur Bekämpfung von Warzen und Hühneraugen eingesetzt. Allerdings sollten Sie die gezielte Anwendung besser einem Fachmann überlassen.

Tipps

Alle Euphorbienarten sind giftig. Da die Berührung mit dem Milchsaft zu schmerzhaften Schwellungen, Hautrötungen und allergischen Reaktionen führen kann, sollten Sie bei allen Arbeiten an der Pflanze unbedingt Handschuhe tragen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: sharohyip/Shutterstock

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