Helfen chemische Unkrautvernichter im Gemüsegarten?

Nicht nur die zahlreichen hungrigen Schädlinge, auch viele Unkräuter (botanisch korrekt: Beikräuter) machen dem Gärtner das Leben schwer. Wenn Ackerwinde und Giersch sich im Gemüsebeet munter ausbreiten, kommt so mancher Freizeitgärtner der Gedanke an rasch wirksame Herbizide, also chemische Unkrautvernichter. Diese jedoch sind in der Regel nicht für die Nutzung im Gemüsegarten ausgewiesen.

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Unkraut sollte am besten per Hand gejätet werden

Unkraut konsequent entfernen

Im Grunde hilft nur das wiederholte und regelmäßige händische Entfernen der Unkräuter gegen dieselben. Jäten Sie zwischen den Gemüsereihen, hacken Sie diese anschließend mit Bügelhacke und Grubber gründlich durch. Auch das Mulchen dämmt einen unerwünschten Aufwuchs zwischen den Kulturpflanzen ein. Unkräuter müssen entfernt werden, da sie mit den Gemüsepflanzen um Licht und Nährstoffe konkurrieren und außerdem oft auch Wirtspflanzen für Schädlinge und Krankheiten sind, die dann wiederum auf die Gemüse überwechseln. Vor allem Wurzelunkräuter wachsen oft so stark, dass sie andere Gewächse regelrecht niederringen. Diese Art von Unkräuter (z. B. Disteln, Quecken, Giersch und Ackerwinde) sollten mit Hilfe eines Unkrautstechers mitsamt der Wurzeln entfernt werden.

In schweren Fällen Unkräuter mit schwarzer Mulchfolie abdecken

Haben Unkräuter im Beet schließlich derart überhand genommen, dass selbiges im Grunde nicht mehr nutzbar ist, kann die Fläche komplett mit einer schwarzen Mulchfolie abgedeckt werden. Diese bleibt am besten mehrere Monate liegen, denn der Entzug von Licht und Luft macht auf Dauer auch den unverwüstlichsten Unkräutern den Garaus. Trotzdem sollten Sie anschließend sämtliche auffindbaren Wurzelreste sorgfältig entfernen.

Herbizide im Gemüsegarten nur im äußersten Notfall anwenden

Es gibt einige Unkrautvernichter, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Vor allem Präparate auf der Basis von Pelargonsäure oder Essigsäure belasten die Umwelt eher wenig. Hochgiftige und vermutlich krebserregende Mittel wie beispielsweise Glyphosat (auch bekannt als “Round-Up”) haben dagegen im Nutzgarten nun wirklich nichts zu suchen. Diese Herbizide machen allerdings keinen Unterschied zwischen Kulturpflanzen und unerwünschten Kräutern, weshalb sie gezielt auf die einzelnen Unkräuter aufgetragen werden müssen. Das Sprühen, Streichen oder Tupfen muss oftmals sogar mehrfach erfolgen, um die Pflanze abzutöten.

Tipps

Wer Herbizide im Nutzgarten einsetzt, sollte versehentlich übersprühte Gemüse oder Kräuter keinesfalls ernten und verzehren. Die darin enthaltenen Gifte gehen auch in die Früchte und Wurzeln über und können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: stockcreations/Shutterstock

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