Giersch: So werden Sie das Beikraut los

Kaum ein Unkraut ist so hartnäckig wie der Giersch, auch Dreiblatt oder Geißfuß genannt. Durch die meterlangen Wurzelausläufer und eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit erobert das Beikraut nahezu jedes Terrain, schiebt sich sogar in den Wurzelballen von Pflanzen und treibt frech direkt neben diesen aus. Wie Sie den Giersch erfolgreich und dauerhaft loswerden, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Bei Insekten beliebt, vom Menschen gehasst: Giersch

Helfen chemische Unkrautvernichter?

Das Dreiblatt ist extrem robust. Zwar gehen durch die Behandlung mit Herbiziden einige Pflanzen ein. Die tief in den Boden reichenden, weitläufigen Wurzelausläufer hingegen werden von den Mitteln nicht vollständig erreicht, sodass der Giersch schon bald wieder austreibt.

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Da Unkrautvernichter auch Nutzpflanzen schädigen und die in der Erde lebenden Mikroorganismen negativ beeinflussen, sollten Sie andere Maßnahmen bevorzugen.

Den Geißfuß mechanisch bekämpfen

Diese Methode ist am effektivsten, aber leider recht anstrengend. Ideal für die Bekämpfung ist ein Tag, an dem die Erde an der Oberfläche relativ trocken ist, da sie dann in feine Krümel zerfällt.

  • Lockern Sie den Boden zunächst mit der Grabgabel auf. Die Gierschwurzeln finden sich in etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter Tiefe.
  • Das Erdreich dabei nicht anheben, da die Wurzeln zerreißen könnten und schwerer zu entfernen sind.
  • Gehen Sie mit den Händen vorsichtig in die aufgelockerte Erde. Sie können nun das Wurzelgeflecht erspüren, es behutsam aus dem Boden heben und anhaftendes Substrat abschütteln.
  • Lesen Sie im Anschluss alle Wurzelreste unter Zuhilfenahme einer Handharke sehr sorgfältig aus.

Ist der Giersch großflächig entfernt, kann es dennoch sein, dass sich noch vereinzelt Pflänzchen zeigen. Hier hilft es, diese regelmäßig zu jäten, damit sich die Pflanze nicht mehr erneut ausbreiten kann. Auch mulchen ist eine gute Möglichkeit, um nachwachsenden Giersch zu unterdrücken.

Abdecken mit Folie oder Vlies: Die alternative Methode, die ein wenig Geduld erfordert

Reicht Jäten nicht aus, können Sie den Boden vorübergehend mit einer dunklen Folie oder einem Pflanzenvlies bedecken. Dem Geißfuß wird Licht und Sauerstoff entzogen und es geht ein. Allerdings benötigen Sie hierfür etwas Ausdauer, denn die Folie muss mindestens eine Saison auf der Fläche verbleiben.

Wohin mit den Wurzeln?

Sie müssen den Giersch nicht, wie häufig zu lesen ist, in die Biotonne geben. Lassen Sie die Wurzeln in der Sonne darren und zerhacken Sie diese im Anschluss. Danach können Sie den Giersch auf den Kompost geben, wo er wie jedes andere Pflanzenmaterial verrottet.

Frische Gierschwurzeln sollten Sie jedoch besser über die Biotonne entsorgen, denn diese würden im Kompost neu austreiben und schneller durch den Garten wachsen als verrotten.

Junge Gierschblätter sind zu schade für den Müll

Werfen Sie das gejätete Grün nicht einfach komplett weg, denn das gesamte oberirdische Kraut lässt sich zu ausgesprochen leckeren Gericht verarbeiten. Besonders schmackhaft und zart sind die jungen Blätter. Sie können diese wie Spinat zubereiten, zum Salat geben, auf Pizza legen oder als Füllung, beispielsweise in Ravioli, servieren. Sogar als Pesto macht sich Giersch sehr gut.

Tipps

Essbare Blumen liegen voll im Trend. Giersch treibt kleine, weiße Blüten, die angenehm würzig schmecken. Streuen Sie diese auf Salat oder als dekorative Würze auf Kartoffelsuppe. Sie werden überrascht sein, wie gut sich Unkraut in der Küche macht.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Eileen Kumpf/Shutterstock

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