Giersch erkennen: Blüten, Blätter, Früchte und mehr

Der Giersch gilt als hartnäckiges Unkraut. Doch er ist viel mehr als das. Er ist auch als Heilkraut bekannt und kann mit seinem petersilienähnlichen Geschmack in der Küche von Wert sein. Wie sieht Giersch aus?

Giersch bestimmen
Anhand seiner Blätter ist der Giersch leicht zu identifizieren
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Die Blätter – das markanteste Merkmal

Das markanteste Merkmal vom Giersch sind seine Blätter. Sie unterteilen sich in Blattstiel und Blattspreite. Der Stiel wird mit bis zu 20 cm lang und die Blattspreite gliedert sich dreifach in Fiederblättchen auf.

Die einzelnen Fiederblättchen sind blaugrün bis mittelgrün gefärbt und unterseits behaart. Die Oberseite ist kahl. Während die Form der Fiederblätter eiförmig-länglich ist, ist ihr Rand zackig gestaltet und ihr Ende spitz zulaufend.

Blüten geben wenig Aufschluss

Die Blüten vom Giersch erscheinen ab Mai und können bis September an vereinzelten Pflanzen präsent sein. Allein mit seinen Blüten ist der Giersch schlecht von anderen Pflanzen zu unterscheiden. Es gibt jede Menge Doldenblütler, die ihm ähneln.

Diese Eigenschaften haben die Blüten vom Giersch:

  • endständig auf langen Stielen
  • flache Dolden
  • 10 bis 20 kleine Dolden pro Blütenstand
  • weiß bis leicht rötlich
  • zahlreiche winzige Einzelblüten
  • ohne Hüllblätter
  • fünfzählig
  • zwittrig

Wie sehen die Früchte und Samen aus?

Nachdem die Blütezeit vorüber ist, bilden sich die Samenstände aus. Wenig spektakulär sehen sie aus mit ihrer anfangs grünen und später bräunlichen Farbe. Um den Giersch mittels seiner Früchte bzw. Samen richtig erkennen zu können, müssen Sie schon genauer hinsehen!

Es handelt sich bei den Früchten um zweiteilige Spaltfrüchte. Diese werden etwa 3 bis 4 mm lang. Sie sind eiförmig und glatt. Optisch erinnern sie an Kümmel. Der Grund ist, dass der Giersch mit Kümmel nahe verwandt ist.

Weitere Merkmale, um den Giersch richtig erkennen zu können

Doch das ist längst nicht alles. Es gibt einige weitere Merkmale, anhand derer Sie den Giersch erkennen können:

  • im Querschnitt dreieckiger, hohler Stängel
  • 1 bis 3 mm dicke, lange, weiße Wurzeln
  • Wuchshöhe zwischen 70 und 100 cm (während der Blütezeit)
  • früher Austrieb
  • oftmals wintergrün
  • bildet viel Ausläufer aus (in der Regel nicht nur eine Pflanze am Standort, sondern mehrere)

Wo Giersch vermehrt anzutreffen ist – Vorkommen

Nicht nur das Äußere kann als Bestimmungsschlüssel dienen. Auch das Vorkommen vom Giersch hilft bei der Bestimmung. Vorzugsweise wächst dieses Wildkraut in Hecken und Gebüschen, in Laub- und Mischwäldern, an Bächen und Flussufern, an Wegrändern, in Parkanlagen und in Gärten. Es liebt schattige Standorte und stickstoffhaltige, feuchte Böden.

Auf Nummer sicher gehen: Geruchs- und Geschmackstest

Wenn Sie sich nahezu 100% sicher sind, dass es sich bei der Pflanze vor Ihnen nicht um den Schierling, die Hundspetersilie oder einen anderen giftigen Vertreter der Familie der Doldenblütler handelt, können Sie den Geruchs- und Geschmackstest vornehmen, um Ihre Bestimmung festzunageln.

Der Giersch riecht beim Zerreiben mit den Fingern wie eine Mischung aus Möhre und Petersilie. Er ist überaus wohlschmeckend und wird nicht umsonst auch liebevoll als Waldpetersilie bezeichnet. Sein Geschmack erinnert an Petersilie oder Spinat. Er ist würzig, aromatisch und frisch. Die Blüten schmecken süßlich und die Früchte haben eine eigenwillige Schärfe.

Nicht verwechseln mit Bibernelle, Wilder Möhre, Bärenklau und Co

Es gibt einige Pflanzen, die dem Giersch zum Verwechseln ähnlich sehen. Dazu gehört beispielsweise der Holunder. Seine Blätter ähneln im Austrieb denen des Gierschs.

Auch die Bibernelle und der Bärenklau besitzen ein Blattwerk, das dem des Gierschs ähnlich sieht. Die Wilde Möhre bildet Blütendolden aus, die aussehen wie beim Giersch. Denken Sie daran, falls Sie den Giersch bekämpfen wollen!

Tipps

Sammeln und verwerten Sie den Giersch nicht, solange Sie ihn nicht zu 100% richtig bestimmen konnten! Er hat viele giftige Verwandte und Verwechslungen kommen häufig vor.

Text: Anika Gütt
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