Giersch essen – Geschmack, Zubereitung und Wirkung

Man muss nicht unbedingt im Mittelalter gelebt haben, um den Giersch zu essen. Auch heutzutage - oder gerade heute mehr denn je (Zuchtgemüse und Co mangelt es an Nährstoffen) - ist dieses Wildkraut wertvoll. Sowohl sein Geschmack und seine kostenlose Verfügbarkeit als auch seine Heilkräfte sind überzeugend!

Giersch essbar
Giersch ist essbar und gesund
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Was kann man vom Giersch essen?

Schon die alten Römer und Hungersnot leidende Menschen in Kriegszeiten wussten den Giersch zu schätzen. Sie aßen vorwiegend seine Blätter. Doch auch die Blüten und Früchte mit den Samen können bedenkenlos gegessen werden. Lediglich von den Wurzeln sollten Sie sich fernhalten. Sie enthalten einen giftigen Wirkstoff.

Wie schmeckt Giersch?

Wenn Sie den Giersch roh essen, werden Sie erkennen, dass sein Geschmack entfernt an Petersilie erinnert. Auch ein Aroma wie Möhre kann erschmeckt werden. Im gegarten Zustand schmeckt Giersch wie Spinat. Daher gilt er auch als guter Ersatz für Spinat.

Grundsätzlich sind die jungen Pflanzen milder und zarter im Geschmack. Diese sollten Sie vorziehen! Die älteren Pflanzen schmecken würziger, herber und zäher. Sie eignen sich eher zum Trocknen und Kochen, während die Jungpflanzen auch roh eine Delikatesse sein können.

Sammelzeit: Vor und während der Blüte, aber auch danach

Der Giersch hat eine lange Vegetationsperiode. Oftmals ist er sogar in einem milden Winter hier und da anzutreffen. Die beste Sammelzeit ist im Frühjahr zwischen April und Mai. Dann setzt die Blütezeit ein. Zur Blütezeit können Sie die Blüten ernten. Anschließend reifen die Früchte mit den Samen aus. Im Grunde genommen können Sie den Giersch die ganze Saison über ernten.

Giersch in der Küche verwenden – Zubereitungsideen

Am gängigsten ist es, die Blätter zu verwenden. Zuvor sollten die Stiele entfernt werden. Hier ein paar Ideen für Zubereitungen:

  • Smoothies
  • Säfte
  • Wildkräuterquark
  • Pizzabelag
  • Nudelsaucen
  • als Spinat zu Kartoffeln
  • Suppe
  • Pesto
  • Kräcker
  • Salat
  • Rührei

Die Blüten, Früchte und Samen verwenden

Die Gierschblüten können Sie für Kaltwasserauszüge verwenden oder sie ähnlich wie Holunderblüten panieren und frittieren bzw. backen. Die Früchte bzw. Samen sind scharf im Geschmack und perfekt für Salate beispielsweise in Kombination mit Brennnesselsamen oder als Gewürz für Eintöpfe geeignet. Ideal ist es, sie vor dem Gebrauch mit einem Mörser zu zermahlen.

Giersch als Heilpflanze nutzen

Um den Giersch ganzjährig als Heilkraut nutzen zu können, kann er getrocknet werden. Aus den Blättern lässt sich ein aromatischer Tee bereiten. Dieser hilft unter anderen bei Gicht, Rheuma und Arthritis.

Außerdem wirkt ein Tee krampflösend, blutreinigend und verdauungsanregend. Achten Sie beim Sammeln darauf, den Giersch nicht mit seinen giftigen Artgenossen zu verwechseln wie Schierling und Hundspetersilie!

Tipps

Giersch ist nicht nur für den Menschen äußerst gesund. Auch Haustiere wie Meerschweinchen und Kaninchen profitieren von seiner Nährstofffülle.

Text: Anika Gütt
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