Steppensalbei: Pflanzen und pflegen

Der Steppensalbei (bot. Salvia nemorosa) gehört in jedes Staudenbeet. Der pflegeleichte Lippenblütler mit seinen straff aufrecht wachsenden Blütenkerzen ist ein unermüdlicher Dauerblüher, der sich mittels bodennahem Rückschnitt oft sogar zu einem zweiten Blütenflor überreden lässt. Außerdem ist die aromatisch duftende und nektarreiche Blütenpflanze eine wichtige Nahrungspflanze für Bienen und Schmetterlinge.

steppensalbei
Der Steppensalbei ist eine reine Zierstaude

Herkunft und Ausbreitung

Im Gegensatz zu dem aus dem mediterranen Raum stammenden Echten Salbei (bot. Salvia officinalis) handelt es sich bei dem auch als Ziersalbei bzw. Blüten-Salbei bezeichneten Steppen-Salbei (bot. Salvia nemorosa) um eine reine Zierpflanze. Die hübsche, eher niedrig bleibende Staude blüht zwar wunderschön und duftet dabei sehr intensiv, ist aber nicht essbar und lässt sich auch nicht als Heilpflanze nutzen. Dafür aber begeistert sie mit einer lang anhaltenden Blütenflor und ist aufgrund ihres Nektarreichtums eine wichtige Nahrungspflanze für Bienen und Schmetterlinge.

Zwischen Russland und Europa ist der Steppen-Salbei weit verbreitet, wo er vornehmlich auf trockenen Wiesen, an Wegrändern sowie – wie der Name schon vermuten lässt – in den weiten Steppenlandschaften zu Hause ist. Des Weiteren ist die Pflanze auch in höheren Berglagen zu finden.

Verwendung

Besonders gut kommt der Steppen-Salbei als Lückenfüller oder Vordergrundbepflanzung in sonnigen Rabatten zur Geltung. Besonders wohl fühlt sich die oft breite Kissen ausbildende Pflanze in Stein- oder Präriegärten, wo sie sich sehr gut mit anderen Kräutern und Stauden sowie mit Ziergräsern kombinieren lässt. Des Weiteren gilt der Ziersalbei als perfekter Rosenbegleiter, zumal die Blütezeiten der beiden Arten zusammenfallen.

Aussehen und Wuchs

Botanisch gesehen zählt der Steppen-Salbei zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Gemeinsam mit etwa 900 anderen, fast auf dem gesamten Erdball verbreiteten Arten bildet er zudem die äußerst artenreiche Gattung des Salbeis (bot. Salvia). Der Wuchs des Steppen-Salbeis ist kompakt und mit einer Wuchshöhe von – je nach Sorte – zwischen 20 und 60 Zentimetern vergleichsweise niedrig. Die Pflanzen wachsen horstig bis buschig, wobei manche Varietäten dichte Kissen ausbilden können. Die auch bei uns ausdauernde und winterharte Staude besitzt eine bodenständige Rosette, aus der die mit zahlreichen, kurzen Härchen besetzten Triebe und Blätter straff aufrecht emporwachsen.

Blätter

Die attraktiven, bis zu 18 Zentimeter langen und grünen Blätter des Ziersalbeis haben eine lanzettliche Form. Ihr Rand weist eine leichte Zähnung auf, die Blattspreite ist runzlig bis grob.

Blüte und Blütezeit

Die meisten Sorten des Steppen-Salbeis zeigen ihre attraktive Blütenpracht zwischen Juni und Juli, wobei diese mit durchschnittlich acht Wochen sehr lange anhält. Manche Varietäten des nicht ohne Grund so genannten Blüten-Salbeis starten bereits ab Mitte bis Ende Mai in die Blütensaison. Sofern Sie die verblühten Triebe stark zurückschneiden, entwickelt der Ziersalbei bis zum September hinein eine zweite Blüte, deren Stärke zwischen den einzelnen Sorten differiert. Die winzigen und meist sehr dicht stehenden Einzelblüten sind zu schlanken, ährenförmigen Blütenkerzen angeordnet, die aufrecht in die Höhe streben. Die Farbpalette der Blütenstände reicht vom Weiß über verschiedene Rosatöne bis hin zu hellen oder auch dunklen Violett- und Blautönen.

Früchte

Sofern die verblühten Blütenstände nicht abgeschnitten werden, entwickeln sich unscheinbare, kleine Nüsschen. Diese enthalten die winzigen Samen des Steppen-Salbeis, die sich nach der Reife selbstständig öffnen. Die Staude hat eine starke Neigung zur Selbstaussaat, allerdings können die Früchte mitsamt Samen auch gesammelt und für eine gezielte Nachzucht verwendet werden.

Giftigkeit

Der Steppensalbei ist nicht giftig, allerdings auch nicht in der Küche oder für die Hausapotheke verwendbar. Für diesen Zweck sollten Sie besser den aromatischen Echten Salbei anbauen.

Standort und Boden

Am wohlsten fühlt sich der Ziersalbei an einem vollsonnigen und trockenen Standort mit einem gut durchlässigen Boden. Optimalerweise setzen Sie die Staude in einen mäßig nährstoffreichen bis sandigen, kalkhaltigen und lockeren Untergrund mit einem pH-Wert zwischen 6 und 8. Wichtig ist nur, dass Regen- und Gießwasser schnell abfließen kann und sich nicht staut, da der Steppen-Salbei nasse Füße so gar nicht schätzt.

Steppensalbei richtig pflanzen

Grundsätzlich kann der meist als Ballen- oder Containerware verkaufte Steppen-Salbei während der gesamten Vegetationsperiode gepflanzt werden. Setzen Sie die Stauden bereits im Frühjahr ein, blühen sie noch im selben Jahr, später gepflanzte Exemplare zeigen ihre Blütenpracht dagegen erst im Folgejahr. Heben Sie im Pflanzbeet vor der Pflanzung reichlich gut verrotteten Stallmist oder auch Kompost unter und sorgen Sie bei lehmigen Böden für eine gute Drainage, beispielsweise durch eine Auflockerung des Bodens mit Sand. Der ideale Pflanzabstand zwischen Einzelpflanzen beträgt auch bei einer Gruppen- bzw. flächigen Bepflanzung etwa der Hälfte der zu erwartenden Endhöhe. Steppen-Salbei, der bis zu 60 Zentimeter hoch wird, sollte also im Abstand von etwa 30 Zentimetern ins Beet gesetzt werden.

Steppensalbei gießen

Zusätzlich gießen müssen Sie den Steppen-Salbei nur bei längeren Trockenphasen während der Sommermonate, ansonsten sind zusätzliche Wassergaben nicht notwendig.

Steppensalbei richtig düngen

Auch düngen müssen Sie die Staude nur dann, wenn sie auf mageren, sandigen Böden steht. Verabreichen Sie ihr in diesem Fall im Frühjahr einen Anschubdünger, beispielsweise mittels Kompost oder eines Universaldüngers. Auch nach dem sommerlichen Rückschnitt ist eine zweite Düngung sinnvoll, um die Pflanzen zu einer zweiten Blüte anzuregen.

Steppensalbei richtig schneiden

Schneiden Sie den Steppen-Salbei direkt nach dem Verblühen um etwa ein Drittel zurück und verabreichen Sie ihm anschließend einen mineralischen Universaldünger sowie einen extra Schwapp aus der Gießkanne. Nach einigen Wochen blüht die Staude ein zweites Mal, wenn auch nicht so stark wie bei der Frühjahrsblüte. Der zweite Rückschnitt erfolgt möglichst erst im Frühjahr, da die vertrockneten Triebe als Winterschutz an der Pflanze verbleiben sollten.

Steppensalbei vermehren

Im Abstand von etwa drei Jahren ist es sinnvoll, den Steppen-Salbei zu teilen. Diese Maßnahme dient nicht nur der Vermehrung des Pflanze, sondern erhält außerdem ihre Blühfreudigkeit und Gesundheit. Anderenfalls neigen ältere Exemplare zum Vergreisen und bilden dadurch deutlich weniger Blüten aus. Nehmen Sie die Teilung möglichst im Frühjahr vor. Graben Sie die Pflanzen vorsichtig aus und achten Sie auf die meist entstandenen Wurzelausläufer, die Sie einfach nur abschneiden und separat einpflanzen müssen.

Wer mit der Vermehrung nicht so lange warten möchte, kann im Spätsommer etwa zehn bis 15 Zentimeter lange Stecklinge schneiden und diese direkt ins Beet setzen. Halten Sie die Erde leicht feucht, dann wurzeln die Stecklinge innerhalb von wenigen Wochen. Des Weiteren ist auch eine Vermehrung über selbst gesammelte oder gekaufte Samen problemlos möglich, wobei Sie das Saatgut ab Ende Februar in einem Anzuchtgefäß auf der Fensterbank aussäen und die jungen Pflänzchen so rechtzeitig vor dem Frühjahr vorziehen können. Die Direktaussaat ins Beet kann ab Ende April erfolgen.

Krankheiten und Schädlinge

Hinsichtlich Krankheiten und Schädlingsbefall ist der Steppen-Salbei erfreulich robust und wird nur selten befallen. Problematisch können allenfalls ein zu dunkler und / oder feuchter Standort sowie eine zu dichte Pflanzung werden. Ersteres zieht Pilzkrankheiten nach sich, die den gesamten Bestand vernichten können, bei nicht eingehaltenem Pflanzabstand drohen dagegen ein Mehltaubefall oder eine Blattlaus-Invasion.

Tipps

Nicht alle Sorten des Steppen-Salbeis sind hierzulande ausreichend winterhart. Allerdings genügt es in den meisten Fällen, die Pflanzen im Herbst nicht zurückzuschneiden und sie gegebenenfalls mit Reisig zu bedecken.

Arten und Sorten

Die Wildart des Ziersalbeis spielt im Garten kaum eine Rolle. Dafür allerdings gibt es ein großes Sortiment unterschiedlichster Zuchtsorten mit violetten, rosafarbenen oder auch weißen Blüten. Die Sorten bilden alle dichte Horste aus, unterscheiden sich jedoch in Wuchsform und -höhe. Die hier vorgestellten Sorten sind nur eine kleine Auswahl aus der breiten Angebotspalette.

  • ‘Adrian’: zahlreiche weiße Blütenähren zwischen Juni und September, ausgeprägte herbstliche Nachblüte, kompakter und buschiger Wuchs, niedrige Wuchshöhe zwischen 30 und 40 Zentimetern
  • ‘Blauhügel’: einfache, violettblaue Blütenähren zwischen Juni und September, ausgeprägte Nachblüte, dichtbuschiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter
  • ‘Caradonna’: einfache, dunkelviolette Blüten, schlanker, buschiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, Blütezeit zwischen Juni und September, sehr reiche Nachblüte
  • ‘Compact White’: zahlreiche weiße Blüten zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, buschiger, sehr kompakter Wuchs bis maximal 35 Zentimeter Höhe
  • ‘Dear Anja’: einfache, violettblaue Blüten, buschiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, Blütezeit zwischen Mai und Juni, reiche Nachblüte
  • ‘Marcus’: sehr dunkle, tiefviolette Blütenähren zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, kissenbildender, niedriger Wuchs zwischen 20 und 30 Zentimeter Höhe
  • ‘Merleau Blue’: einfache, dunkelblaue Blüten, buschiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, Blütezeit zwischen Mai und September, herbstliche Nachblüte
  • ‘Merleau Rose’: einfache, rosafarbene Blüten, horstiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, Blütezeit zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte
  • ‘Negrito’: einfache, tief violettblaue Blüten, dunkle Triebe und Stängel, buschiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, Blütezeit zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte
  • ‘Ostfriesland Kompakt’: einfache, dunkelblaue bis violette Blüten, Blütezeit zwischen Juni und September, Nachblüte im Herbst, horstiger Wuchs, Wuchshöhe zwischen 20 und 40 Zentimeter
  • ‘Pusztaflamme’: einfache, aber sehr dichte violett-purpurfarbene Blüten, Blütezeit zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, horstiger Wuchs, Wuchshöhe zwischen 30 und 40 Zentimetern
  • ‘Rosakönigin’: einfache, rosafarbene Blüten, Blütezeit zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, buschiger Wuchs, Wuchshöhe zwischen 30 und 40 Zentimetern
  • ‘Rügen’: einfache, violettblaue Blüten, Blütezeit zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, buschiger Wuchs, Wuchshöhe zwischen 30 und 40 Zentimeter,
  • ‘Schwellenburg’: dicht wachsende, intensiv purpurrote Blütenstände, Blütezeit zwischen Juni und September, Nachblüte im Herbst, horstiger Wuchs, Wuchshöhe bis 50 Zentimeter
  • ‘Sensation Deep Rose’: zahlreiche violettrosa Blütenähren zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, kissenartiger, sehr kompakter Wuchs bis maximal 30 Zentimeter Höhe
  • ‘Sensation White’: einfache, weiße Blüten zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, buschiger Wuchs, niedriger Wuchs bis maximal 30 Zentimeter Höhe
  • ‘Tänzerin’: einfache, rotviolette Blüten zwischen Juni und September, herbstliche Nachblüte, horstiger, lockerer Wuchs, Wuchshöhe bis 60 Zentimeter
  • ‘Viola Klose’: einfache, tiefviolette Blütenähren zwischen Mai und September, starke Nachblüte im Herbst, horstiger Wuchs, Wuchshöhe bis 40 Zentimeter
  • ‘Wesuwe’: einfache, dunkelviolette Blütenähren, dunkle Triebe und Stängel, buschiger, starker Wuchs, Wuchshöhe zwischen 50 und 60 Zentimeter, Blütezeit zwischen Juni und September, ausgeprägte herbstliche Nachblüte
Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Robert Felcan/Shutterstock

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