Der letzte Spargelstich
Spargel wird bis Ende Juni geerntet

Der letzte Spargelstich – wie geht’s jetzt weiter?

Für alle Freunde dieses wohlschmeckenden Edelgemüses gibt es in diesem Monat einen besonders wichtigen Termin, genauer gesagt, am 24. Juni, dem alljährlichen Johanni(s)tag. Damit ist die Zeit gekommen, den allerletzten Spargel dieses Jahres zu stechen, um den Pflanzen danach ihre wohlverdiente Ruhe zu gönnen. Bei besonders frühen Sorten ist sogar schon zur Monatsmitte hin Schluss mit dem Ernten, denn die Spargelpflanzen – soll ihr Ertrag auch im nächsten Jahr wieder hoch sein – benötigen diese Zeit, um sich zu regenerieren. Wer gerade im ersten Jahr seinen eigenen Spargel gestochen hat, sollte die persönliche Gourmetsaison sogar bereits am 10. Juni beenden. Das klingt hart, ist aber nötig, damit sich die noch jungen Pflanzen ungehindert in ihrem natürlichen Wachstum entwickeln und kräftigen können. Sie dürfen länger stechen, wenn es sich um ein altes, bereits um die zehn Jahre existierendes Spargelfeld handelt, das ohnehin umgepflügt werden soll.

Assimilation und Fotosynthese müssen sein!

Bedingt dadurch, dass gerade ein wochenlanges Abstechen der stets nachwachsenden Sprossen von der Pflanze erfolgt ist, wurde der Spargel nicht nur in seinem Wachstum unterbrochen, sondern auch enorm geschwächt. Diesen Kraftverlust regelt die Natur für gewöhnlich selbst, sodass in den folgenden Wochen mit dem „Lebewesen Pflanze“ folgendes passiert: Da die Sprossen nun endlich auch über mehrere Tage ans Licht dürfen, beginnt die Entstehung von Laubblättern, die sich bald darauf in die sogenannten Scheinblätter zurückbilden und schließlich die Gestalt von schmalen Nadeln annehmen. Da sich unsere aus Südeuropa bzw. Vorderasien stammende Spargelpflanze ohnehin den sehr trockenen Standorten angepasst hat, werden große Mengen an Feuchtigkeit aber auch die aufgenommenen Nährstoffe per Fotosynthese in die Wurzeln weitergeleitet und dort eingelagert. Bei den besonders kräftigen Pflanzen, die schon einige Jahre stehen, geht’s dann schon mal bis zu sechs Meter tief unter die Erde.

Gut gepflegt bringt Spargel reichliche Erträge

Warum Ihre Spargelpflanzen regelmäßig gedüngt sein wollen, haben wir hier für Sie zusammengefasst. Synthetischer Dünger sollte allerdings besser vermieden werden und die echten Bio-Genießer nutzen für ihre Spargelpflanzen ohnehin nur Stallmist (vorzugsweise vom Pferd) oder Kompost. Im konventionellen Anbau dagegen werden teilweise Pestizide mit Kupferlösungen verwendet, die, über unterirdische Leitungssysteme an die Spargelstöcke gebracht, den Pilzbefall bekämpfen sollen. Dass es auch anders geht, zeigt sich am zertifizierten Demeter-Spargel, bei dem für die Düngung zu Kräutertee verarbeitete Ackerschachtelhalme verwendet werden.

Was sich Ihr Spargel sonst noch wünscht

Wenn Sie wenigstens zehn Jahre lang Freude an naturgesunden Spargel aus eigenem Bio-Anbau haben möchten, beherzigen Sie einfach unsere folgenden Tipps:

  • Die Beeterde von Zeit zu Zeit auflockern und feucht halten (Staunässe möglichst vermeiden).
  • Größeren Unkrautwuchs regelmäßig beseitigen und die Erde ab und an auflockern.
  • Auf mögliche Insekten bzw. Pilzbefall mindestens einmal monatlich kontrollieren.
  • Das abgestorbene Spargelkraut sollte erst im November abgeschnitten und verbrannt (!) werden. Bis dahin haben sich alle aufgenommenen Nährstoffe für die kommende Vegetationsperiode in den Wurzeln gespeichert.
Text: Gartenjournal.net

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