Seerose

Seerosenblattkäfer erkennen: So schützen Sie Ihre Pflanzen

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Seerosenblattkäfer können erhebliche Schäden an Seerosen und anderen Wasserpflanzen verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die Lebensweise des Schädlings und gibt Tipps zur effektiven Bekämpfung.

Seerosen Schädlinge
Der Seerosenblattkäfer fügt Seerosen erheblichen Schaden zu

Aussehen des Seerosenblattkäfers

Der Seerosenblattkäfer misst etwa 6 bis 7 Millimeter und hat eine bräunlich-gelbe Grundfarbe mit schwarzen Flecken auf Kopf, Halsschild und Flügeldecken. Die Körperunterseite ist meist schwarz. Bei einigen Exemplaren bleibt nur ein schmaler gelber Rand an den Flügeldecken. Der rundliche Kopf weist schwarze Augen auf, während die Beine heller sind.

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Die Larven sind dunkelbraun bis schwarz, und im gestreckten Zustand sind die orange bis gelben Häute zwischen den Segmenten sichtbar. Sie sind walzenförmig, leicht abgeflacht, und vorne etwas breiter als hinten. Im Anfangsstadium sind die Larven etwa drei Millimeter lang.

Vorkommen des Seerosenblattkäfers

Der Seerosenblattkäfer ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von Skandinavien bis Nordspanien und Norditalien. Seine Verbreitung hängt stark vom Vorkommen seiner Futterpflanzen wie der Weißen Seerose, Gelben Teichrose, Wasserknöterich und Pfeilkraut ab.

Lebensweise des Seerosenblattkäfers

Der Seerosenblattkäfer ist oligophag und frisst bevorzugt an Pflanzen wie:

  • Weiße Seerose (Nymphaea alba)
  • Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
  • Wasserknöterich (Polygonum amphibium)
  • Gewöhnliches Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia)
  • Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris)
  • Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum)
  • Erdbeere (Fragaria spec.)

Alle Entwicklungsstadien dieses Käfers, von Eiern über Larven bis hin zu adulten Käfern, finden auf den Schwimmblättern der Seerosen statt. Die Larven fressen unregelmäßige Muster in die oberen Blattschichten, die untere Epidermis bleibt dabei intakt. Dies verhindert, dass die Blätter überflutet werden oder sinken. Im Winter verstecken sich die Käfer im Falllaub oder unter Rindenstücken auf dem Boden.

Fortpflanzung des Seerosenblattkäfers

Im Frühjahr bevölkern die überwinterten Käfer die jungen Seerosenblätter, sobald diese an der Oberfläche schwimmen, und paaren sich schnell. Weibchen speichern die Spermien und legen während der etwa fünf Wochen langen Eiablagephase täglich ein Eipaket ab. Nach der Eiablage sterben die Weibchen. Die neue Generation durchläuft das Puppenstadium innerhalb von 30 bis 40 Tagen, paart sich und setzt die Fortpflanzung im August und September fort. Weibchen der späten Generation legen keine Eier mehr und überwintern.

Die Eipakete bestehen aus etwa 12 hellgelben bis orangefarbenen Eiern, die auf die Blattoberseite der Seerosen gelegt werden. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven.

Schadbild des Seerosenblattkäfers

Seerosenblattkäfer und ihre Larven verursachen unterschiedliche Fraßschäden an Seerosen und ihren Wirtspflanzen. Dazu gehören:

  • Schabefraß: Die Oberhaut der Blätter wird abgeschabt, während die Mittelschicht intakt bleibt.
  • Lochfraß: Später werden Löcher in die Blätter gefressen.
  • Minierfraß: Die Larven fressen sich durch das Blattinnere und hinterlassen Miniergänge.
  • Befall an Blüten: In einigen Fällen werden auch die Blüten befallen.

Erste Anzeichen eines Befalls sind im späten Frühjahr sichtbar und dauern den Sommer über an. Stark befallene Blätter welken und sterben ab.

Bekämpfung des Seerosenblattkäfers

Der Einsatz von Insektiziden ist nicht möglich, da er andere Gartenteichbewohner gefährden würde.

So können Sie die Seerosenblattkäfer bekämpfen:

  • Manuelles Absammeln: Käfer, Larven und Puppen von den Schwimmblättern absammeln oder zerdrücken.
  • Wasserstrahl: Larven mit einem kräftigen Wasserstrahl von den Blättern abspritzen.
  • Beschädigte Blätter entfernen: Beschädigte Schwimmblätter vorsichtig abschneiden und in der Restmülltonne entsorgen.
  • Blätter beschweren: Schwimmblätter untertauchen, sodass sie mehrere Tage unter Wasser bleiben. Eigelege und Larven sterben ab.
  • Überwinterungsmöglichkeiten minimieren: Im Winter alle alten Stängel und zerfressenen Blätter entfernen, um Überwinterungsmöglichkeiten zu reduzieren.
Bilder: Henrik_L / iStockphoto