Pfeilkraut: Pflanzen und pflegen

Das heimische Gewöhnliche Pfeilkraut (bot. Sagittaria sagittifolia), manchmal auch als Pfeilblatt bezeichnet, ist eine beliebte Wasser- und Sumpfbeetpflanze. Besonders gern wird die mehrjährige Staude in der Flachwasserzone des Gartenteichs oder einer anderen künstlichen Gewässeranlage als Solitärpflanze gepflanzt. Die attraktive Art gilt als pflegeleicht und vermehrt sich schnell, zudem lässt sie sich sehr gut als natürlicher Filter verwenden.

Sagittaria sagittifolia
Das Pfeilkraut ist eine hübsche Wasserpflanze, vor allem, wenn sie blüht

Herkunft und Verbreitung

Ebenso wie die verschiedenen Arten des verwandten Froschlöffels gehört das Gewöhnliche Pfeilkraut (bot. Sagittaria sagittifolia) zur Familie der Froschlöffelgewächse (bot. Alismataceae). Die Art ist vor allem in den stehenden bis ruhig fließenden, kalk- und nährstoffreichen Gewässern der norddeutschen Tiefebene weit verbreitet, kommt aber auch im übrigen Mitteleuropa bis zu den Ausläufern des Kaukasus sowie in Sibirien und als Neophyt sogar in Nordamerika vor. Die Staude bevorzugt flach gelegene Regionen und ist in Höhenlagen ab 500 Metern nicht mehr zu finden.

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Verwendung

Das heimische und daher winterharte Pfeilkraut wird im Garten vor allem als pflegeleichte Zierpflanze in der Flachwasserzone des Gartenteichs und andere flache Wasserflächen gepflanzt. Sie ist vor allem als so genannte Repositionspflanze wertvoll. Dabei handelt es sich um Pflanzenarten, die das Wasser auf ganz natürliche Weise filtern und damit ohne chemische Zusätze gesund halten. Das Pfeilkraut kann sowohl als Solitär sowie in kleinen Tuffs von höchstens acht Pflanzen pro Quadratmetern gesetzt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von geeigneten Pflanzpartnern wie beispielsweise der Blutweiderich (bot. Lythrum), der Zwerg-Rohrkolben (bot. Typha minima) oder die Blaugrüne Binse (bot. Juncus inflexus). Des Weiteren harmoniert das Pfeilkraut auch sehr gut mit Arten wie etwa der Europäischen Seekanne (bot. (Nymphoides peltata) oder verschiedenen Seerosen (bot. Nymphaea).

Aussehen und Wuchs

Die ausdauernde, mehrjährige Wasserpflanze wächst horstig und bildet mit der Zeit zahlreiche Ausläufer aus. Durch die kräftigen, oberhalb der Wasseroberfläche wachsenden Blätter erreicht das Pfeilkraut Wuchshöhen zwischen 30 und 50 Zentimetern, wobei die oberirdischen Teile noch vor dem Winter eingezogen werden und die Pflanze in Form von kugelartigen Knollen am Gewässergrund überwintert. Diese Überwinterungsknollen bildet sie an ihren Ausläufern aus.

Steht die Pflanze an einem sonnigen Standort, richtet sie ihre Blätter stets in eine Nord-Süd-Richtung aus. Dieses Verhalten soll die Blätter vor der Sonne schützen, zudem können Sie es sich als natürlichen Kompass zu Nutze machen. Aus diesem Grund wird das Pfeilkraut gelegentlich auch als “Kompasspflanze” bezeichnet.

Blätter

Im Prinzip bildet das Pfeilkraut drei verschiedene Arten von Blättern aus, die jeweils unterschiedlich geformt sind. Die stets unter Wasser liegenden Schwimmblätter beispielsweise sind bandförmig und werden als erstes ausgebildet. Erst danach folgen die ersten, oval bis breit geformten Laubblätter oberhalb der Wasseroberfläche. Diese erinnern optisch stark an die des verwandten Froschlöffels. Ganz zum Schluss folgen schließlich die namensgebenden pfeilförmigen Laubblätter, die die Art so unverwechselbar machen. Die aufrecht in die Luft ragenden Blätter sind langgestielt und dreikantig. Im Herbst färben sich die sommergrünen Blätter gelb.

Blüten und Blütezeit

Die weißen, lediglich etwa zwei bis vier Zentimeter großen Blüten des Pfeilkrauts erscheinen zwischen Juni und August. Sie bestehen aus drei Kronblättern, die in etagenförmigen Quirlen an langen, dreikantigen Blütenstängeln angeordnet sind und haben eine rosafarbene Mitte. Dabei sitzen die weiblichen Blüten an den unteren Quirlen, die größeren, männlichen an den oberen. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch Schwebfliegen, aber auch durch andere Insekten.

Früchte

Im Anschluss an die Blütezeit entwickeln sich unscheinbare, kleine Nussfrüchte. Diese enthalten enthalten jeweils nur einen geflügelten Samen.

Giftigkeit

Das Gewöhnliche Pfeilkraut ist nicht giftig. Tatsächlich sind die an den Ausläufern der Pflanze befindlichen Knollen sogar essbar, weshalb die Art vor allem in China (sowie auch in anderen asiatischen Ländern) zum Verzehr kultiviert wird. Die stärkereichen, geschmacklich an Kartoffeln erinnernden Knollen müssen nach der Zubereitung allerdings geschält werden, da die Schale viele Bitterstoffe enthält. Besonders häufig werden Pfeilkrautknollen gekocht und zu Mehl verarbeitet, welches sich sowohl zum Kochen als auch Backen eignet.

Welcher Standort ist geeignet?

Das anpassungsfähige und äußerst robuste Pfeilkraut braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz am Ufer eines stehenden bis langsam fließenden Gewässers wie etwa eines Gartenteichs oder eines Bachlaufs. Hier sollte es an den Uferbereich bis in Tiefen von maximal 40 Zentimetern gesetzt werden. Außerdem sollte das Gewässer einen hohen Nährstoffgehalt haben, damit die Pflanze darin gedeihen kann.

Boden

Ideal ist ein dauerhaft nasser, humusreicher und lehmig-schlammiger Untergrund, in den Sie das Pfeilkraut in einer Wassertiefe zwischen fünf bis 30 Zentimetern pflanzen. Aufgrund der verschiedenen sowohl unter- als auch oberhalb der Wasseroberfläche vorkommenden Laubblätter kommt die Art auch mit schwankenden Wasserständen recht gut zurecht.

Pfeilkraut richtig pflanzen

Bei der Pflanzung legen Sie die Knollen des Pfeilkrauts direkt in den Flachwasserbereich des Gartenteichs und bedecken sie mit Kies. Auf diese Weise verhindern Sie ein Fortschwemmen. Für eine Gruppenpflanzen sollten pro Quadratmeter etwa sechs bis acht Exemplare ausgesetzt werden. Für eine Solitärpflanzung sowie in kleineren Gartenteichen ist es dagegen ratsam, die Knollen in speziellen Pflanzkörben auszupflanzen, um einer Ausbreitung von vornherein entgegenzuwirken. Die beste Jahreszeit zum Pflanzen der attraktiven Wasserpflanze ist das Frühjahr.

Gießen und Düngen

Pflegemaßnahmen wie Gießen und Düngen sind bei ausgepflanztem Pfeilkraut nicht notwendig, sofern der Nährstoffgehalt im Gewässer stimmt.

Pfeilkraut richtig schneiden

Auch Schnittmaßnahmen sind überflüssig. Lediglich die sich im Herbst gelb verfärbenden Pflanzenteile sollten Sie vor dem Winter von der Wasseroberfläche abfischen, sollten Sie aber nicht abschneiden. Die Knollen ziehen sich die für den Neuaustrieb im Frühjahr nötigen Nährstoffe aus den Stängeln und dem Laub, weshalb ein vorzeitiges Entfernen dieser zu einem Nährstoffmangel führt. In der Folge treibt das Pfeilkraut nicht mehr aus.

Pfeilkraut vermehren

Sagittaria sagittifolia muss oft schon bei seiner Pflanzung an einer übermäßigen Verbreitung gehindert werden, da sich die Art äußerst vermehrungsfreudig zeigt. Das Pfeilkraut vermehrt sich ganz von allein sowohl durch Selbstaussaat als auch durch seine Überwinterungsknollen, die sich an den zahlreichen Ausläufern entwickeln. Sie können die Pflanze aber auch gezielt durch Teilung vermehren, wobei Sie sie mitsamt ihrem Wurzelstock ausgraben und diesen in die gewünschte Anzahl der Teilstücke zertrennen. Dabei sollte jedes Teilstück mindestens einen Austrieb besitzen und kann anschließend an einen neuen Standort wieder eingesetzt werden. Eine Teilung nehmen Sie am besten im Frühjahr vor, wenn die Zeichen ohnehin auf einen Neuaustrieb stehen. Daneben können Sie – ebenfalls in Frühjahr – die Überwinterungsknollen von der Mutterpflanze abtrennen und ebenfalls separat an einen neuen Platz auspflanzen.

Überwintern

Spezielle Überwinterungsmaßnahmen sind nicht notwendig, da das Pfeilkraut als heimische Pflanze ausreichend winterhart ist. Sie zieht im Herbst ihr Laub ein und lagert die darin befindlichen Nährstoffe in den Knollen, die sich über den Sommer an den Ausläufern bilden und schließlich auf den Gewässergrund sinken. Im Frühjahr treibt die Pflanze aus diesen Knollen neu aus.

Krankheiten und Schädlinge

Im Grunde ist das Pfeilkraut hinsichtlich Krankheiten und Schädlinge unproblematisch und gegenüber beidem resistent. Problematisch können insbesondere auf größeren Teichen lediglich hungrige Enten werden, die die stärkehaltigen Knollen ebenfalls sehr schmackhaft finden und praktisch über Nacht ganze Bestände wegfressen.

Tipps

Nicht alle Arten des Pfeilkrauts entwickeln essbare Knollen. Wenn Sie Interesse an exotischen Gemüsen haben, probieren Sie doch einmal die Wassernuss (bot. Trapa natans). Diese breitet sich ebenfalls großflächig auf größeren Gartenteichen aus. Die Art wird manchmal fälschlicherweise auch als Wasserkastanie bezeichnet, wobei es sich hierbei eigentlich um die Art Eleocharis dulcis handelt.

Arten und Sorten

Botaniker unterscheiden etwa 40 verschiedene Arten des Pfeilkrauts, die sowohl in den klimatisch gemäßigten bis tropischen Regionen der Erde beheimatet sind. Je nach Herkunft lassen sich die diversen Pfeilkraut-Arten für die Bepflanzung von künstlich angelegten Gewässern im heimischen Garten oder auch in der Aquaristik verwenden. Im Gegensatz zu den heimischen Pfeilkräutern sind die aus tropischen Gefilden stammenden Varietäten nicht winterhart. Die Gattung (bot. Sagittaria) zählt zu der Pflanzenfamilie der Froschlöffelgewächse (bot. Alismataceae).

Veränderliches Pfeilkraut (bot. Sagittaria latifolia)

Diese von Kanada bis nach Mexiko heimische Art wird auch als Breitblättriges Pfeilkraut bezeichnet und ist mittlerweile selbst in Europa als Neophyt heimisch. Die winterharte, aufrecht wachsende Staude entwickelt auffallend breite, pfeilförmige und grün glänzende Blätter. Sie erreicht Wuchshöhen zwischen 40 und 60 Zentimeter und zeigt zwischen Juni und August hübsche weiße, leicht rosa angehauchte Blütenrispen. Die Pflanze kann in bis zu 40 Zentimeter tiefes Wasser gesetzt werden und überwintert mit Hilfe ihrer so genannten Überwinterungsknollen. Doch Vorsicht: Diese werden mit Vorliebe von Enten verspeist.

Grasblättriges Pfeilkraut (bot. Sagittaria graminea)

Auch diese Art stammt aus Kanada sowie den USA und ist gut frostverträglich. Die mittelgrünen Laubblätter der Staude sind lanzettlich geformt und schmaler als die der anderen Pfeilkraut-Arten. Die Pflanze wird ungefähr bis zu 40 Zentimeter hoch und kann sowohl in Kübeln als auch am oder im Gartenteich oder einem anderen künstlich angelegten Gewässer kultiviert werden. Die hübschen, weißen Blüten erscheinen zwischen Juni und September.

Flutendes Pfeilkraut (bot. Sagittaria subulata)

Diese auch als Kleine Pfeilkraut bezeichnete Art hat ihre Heimat in den warmen Regionen des Südens der USA sowie in West Java. Die bis zu 60 Zentimeter hoch wachsende Wasserpflanze ist nicht winterhart, aber eine beliebte Zierpflanze in der Aquaristik. Sie gilt als pflegeleicht und eignet sich daher auch gut für Anfänger. Im Gegensatz zu in Gartenteichen und anderen Gewässern ausgepflanzten Exemplaren sollten Sie in Aquarien kultivierte Pfeilkräuter regelmäßig düngen – die Pflanzen haben einen hohen Nährstoffbedarf.


Text: Ines Jachomowski

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