Bäume

Schneebruch bei Bäumen: Kleine Handgriffe für starke Äste und sichere Krone

Schneebruch ist einer der häufigsten und schwersten Winterschäden an Bäumen. Besonders gefährlich ist schwerer, nasser Schnee, der sich auf Ästen und Kronen sammelt und durch sein Gewicht zum Abbrechen von Ästen oder sogar zum Umstürzen ganzer Bäume führen kann. Mit der richtigen Vorbereitung im Herbst lässt sich das Risiko deutlich verringern.

Warum Schneebruch entsteht

Schnee ist nicht immer gleich gefährlich. Nasser Schnee ist besonders schwer und haftet gut an Ästen und Nadeln, während trockener Pulverschnee meist leichter abfällt oder vom Wind weggeweht wird.

Besonders gefährdet sind:

  • Windgeschützte Standorte
  • Höhenlagen zwischen etwa 400 und 900 Metern
  • Bäume mit großer Krone und relativ dünnem Stamm
  • Bäume in der Wachstumsphase zwischen 6 und 15 Metern Höhe

In diesen Fällen ist das Verhältnis zwischen Kronengewicht und Stammstabilität ungünstig.

Welche Bäume besonders betroffen sind

Nadelbäume

Nadelbäume wie Fichten, Tannen und Kiefern behalten ihre Nadeln im Winter und bieten dem Schnee viel Fläche zum Anhaften. Besonders Fichten aus tieferen Lagen mit waagerechten Ästen sammeln viel Schnee. Fichten aus Hochlagen haben meist steilere Äste, von denen Schnee besser abrutscht.

  • Fichten aus Tieflagen: hohe Schneebruchgefahr
  • Kiefern: etwas stabiler als Fichten

Laubbäume

Laubbäume verlieren im Herbst ihr Laub und tragen im Winter daher kaum Schneelast. Junge Birken können dennoch empfindlich sein, ältere Laubbäume gelten meist als stabil.

Tipp

Laubbäume wie Ahorn oder Linde sind in schneereichen Regionen oft die sicherere Wahl.

Vorbereitung im Herbst

Kronenpflege

Zwischen September und Oktober ist der beste Zeitpunkt für die Kronenpflege. Ziel ist es, die Krone leicht auszulichten, damit Schnee weniger Halt findet.

  • Sich kreuzende Äste entfernen
  • Zu dicht stehende Triebe auslichten
  • Totes oder beschädigtes Holz herausschneiden

Wichtig ist, die natürliche Wuchsform des Baumes zu erhalten und nicht stark zu kappen.

Wässern und düngen

Auch im Herbst benötigen Bäume ausreichend Wasser und Nährstoffe.

  • Gießen, bis der Boden dauerhaft unter 4 °C fällt
  • Etwa 5–10 Liter Wasser pro Zentimeter Stammumfang
  • Eine Mulchschicht schützt vor Frost und Austrocknung
  • Kaliumbetonter Dünger stärkt die Frostfestigkeit

Junge Bäume sichern

Junge Bäume mit noch schwachem Wurzelsystem sollten gestützt werden.

  • Ein einzelner Pfahl auf der Westseite
  • Drei-Pfahl-System bei größeren Jungbäumen
  • Schräge Abstützung bei mehrtriebigen Gehölzen

Tipp

Befestigungen regelmäßig kontrollieren, damit sie nicht einschneiden.

Was tun bei Schneebruch?

Wenn es zu Schäden kommt, sollte ruhig und überlegt gehandelt werden.

  1. Beschädigte Äste nur bei Temperaturen über –5 °C schneiden
  2. Immer sauber am Astansatz schneiden
  3. Keine Wundverschlussmittel verwenden

Beschädigtes Holz sollte möglichst bis Ende März entfernt werden, um Schädlinge nicht anzulocken.

Langfristig richtig vorbeugen

Am stabilsten sind:

  • Standortgerechte Mischbestände
  • Bäume, die zu Klima und Boden passen
  • Naturnahe Strukturen mit verschiedenen Altersstufen

Monokulturen und stark gekappte Bäume sind deutlich anfälliger.

Überblick: gefährdete und robuste Baumtypen

Baumtyp Schneebruchrisiko Besonderheit Empfehlung
Fichte (Tieflage) Hoch Waagerechte Äste Nur eingeschränkt pflanzen
Fichte (Hochlage) Mittel Steile Äste Besser geeignet
Kiefer Mittel Flexiblere Äste Gut geeignet
Laubbäume Gering Kein Laub im Winter Sehr gut geeignet

Schneebruch lässt sich nicht völlig verhindern, aber deutlich reduzieren. Wer seine Bäume richtig pflegt, standortgerecht auswählt und frühzeitig vorbereitet, schützt sie wirksam vor Winterschäden und erhält langfristig gesunde, stabile Bäume.

Bilder: Evoque Arte / Shutterstock