Erfolgreich Rosmarin vermehren

Rosmarin lässt sich sehr leicht vermehren. Doch welche Methode Sie auch auswählen, die Hygiene ist ein wesentliches Element der Vermehrung. Die feuchten Bedingungen im Anzuchtgefäß sind für die Entwicklung von Pilzkrankheiten ideal, weshalb sämtliche Utensilien und Werkzeuge vor der Anwendung gründlich gereinigt und desinfiziert gehören.

Rosmarin vermehren
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Rosmarin säen

Die Anzucht von eigenen Rosmarinpflanzen über Samen ist nicht ganz unkompliziert. Einerseits keimt Rosmarin nur sehr unzuverlässig – und auch ungleichmäßig – und andererseits wissen Sie nie genau, was Sie am Ende tatsächlich heraus bekommen, d. h. welche Eigenschaften die aus Samen vermehrten Pflanzen besitzen. Rosmarin ist, wie so viele Kräuter, ein Lichtkeimer. Sie sollten die feinen Samen also nur sehr dünn mit feiner Erde bedecken bzw. lediglich andrücken und an einen warmen und hellen, aber nicht vollsonnigen, Standort platzieren. Halten Sie das Substrat mittels einer Sprühflasche feucht. Die Samen werden, sofern alles gut geht, innerhalb von drei bis fünf Wochen keimen.

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Rosmarin durch Stecklinge vermehren

Am einfachsten und zuverlässigsten gelingt die Vermehrung des Rosmarins über so genannte Kopfstecklinge. Dabei handelt es sich um junge, noch nicht verholzte Triebe. Die Stecklingsvermehrung sollte etwa im späten Frühling bzw. frühen Sommer, ergo zu Beginn der Wachstumsperiode, erfolgen. Es ist nicht notwendig, die frisch abgeschnittenen Triebe in einem Glas mit Wasser wurzeln zu lassen – sie können stattdessen gleich in einen Topf mit einem Sand-Erde-Gemisch gesetzt werden. Stecklinge sollten stets nur von gesunden Pflanzen unter Verwendung eines sauberen, desinfizierten Messers abgeschnitten werden. Dies reduziert die Gefahr einer Pilzinfektion.

Kopfstecklinge vom Rosmarin schneiden und ziehen

  • Schneiden Sie einen etwa sieben bis zehn Zentimeter langen Steckling von der Mutterpflanze.
  • Entfernen Sie vorsichtig die Blätter von der unteren Hälfte des Stecklings.
  • Tauchen Sie die Unterseite in ein Bewurzelungspräparat.
  • Füllen Sie einen Anzuchtbehälter mit einem Sand-Erde-Gemisch im Verhältnis 1:1.
  • Bohren Sie mit einem Pikierholz oder Bleistift ein Loch in das Substrat.
  • Pflanzen Sie den Steckling hinein.
  • Drücken Sie die Erde an und bewässern Sie die Pflanze.

Sorgen Sie für eine warme und feuchte Umgebung, indem Sie eine transparente Plastiktüte über den Steckling stülpen. Die Tüte darf dabei die Blätter nicht berühren. Sie können den Steckling auch in einen Anzuchtbehälter stellen. Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort, ohne dass er direkt der Sonne ausgesetzt wird. Prüfen Sie ihn täglich auf Anzeichen von Krankheit oder Trockenheit hin und behandeln Sie ihn entsprechend. Topfen Sie ihn um, sobald sich nach einigen Wochen Wurzeln gebildet haben.

Vermehrung über Absenker

Im Gegensatz zu Stecklingen werden Absenker nicht sofort von der Mutterpflanze getrennt, sondern erst, wenn sich bereits Wurzeln gebildet haben. Die Vermehrung über Absenker funktioniert auf diese Weise:

  • Wählen Sie einen gesunden Trieb, der problemlos bis auf den Boden gebogen werden kann.
  • Heben Sie an einer geeigneten Stelle eine flache Mulde aus.
  • Schneiden Sie die Triebunterseite an dem Punkt, an dem er abgesenkt werden soll, kurz schräg an.
  • Diese Maßnahme erhöht die Chancen der Wurzelbildung.
  • Die können Sie Stelle auch zusätzlich mit einem Bewurzelungshormon behandeln.
  • Legen Sie den verwundeten Triebabschnitt in den Boden.
  • Verankern Sie ihn mit einer Metallklammer oder einem gebogenen Stück Draht.
  • Füllen Sie die Mulde wieder mit Erde auf.
  • Halten Sie die Stelle während der gesamten Wachstumszeit gut feucht.
  • Die neuen Wurzeln bilden sich innerhalb von etwa vier bis sechs Monaten.

Tipps & Tricks

Größere Rosmarinbüsche lassen sich auch sehr gut durch Teilung vermehren. Die Vorteile dieser Methode bestehen darin, dass ältere, verholzte Rosmarine so verjüngt werden und auch schneller anwachsen als Stecklinge.

IJA

Text: Ines Jachomowski

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