Rindenmulch – ein Paradies für Schnecken

Sie fühlen sich dort wohl, wo sie der Umwelt nicht schutzlos ausgeliefert sind. Im Garten finden Schnecken einige Versteckmöglichkeiten, aus denen sie am Abend entkommen und auf Nahrungszug gehen. Rindenmulch gehört dazu.

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Schnecken lieben Rindenmulch

Wie Schnecken leben

Die Allesfresser benötigen ein feuchtes Mikroklima, da sie in zu trockenen Umgebungen Wasser verlieren und austrocknen. Die im Beet ausgebrachten Rindenhäcksel bieten ein ideales Milieu für die Weichtiere, wenn sich Feuchtigkeit ansammelt. Je feuchter die Bodenauflage ist, desto wohler fühlen sich die unerwünschten Gartenbesucher. Daher kommen sie häufiger in älteren Mulchauflagen vor. Hier finden die Tiere ideale Versteckmöglichkeiten und Gelegenheiten zur Eiablage. Die Gelege überwintern zwischen den schützenden Rindenstücken, sodass im nächsten Frühjahr die neue Generation schlüpfen kann.

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Typische Arten

Etwa 90 Prozent aller Fraßschäden, die am Gemüse und in Blumenbeeten auftreten, stammen von der Spanischen Wegschnecke. Sie hat kaum natürliche Feinde, da sie große Mengen an Schleim absondert. Äußerlich unterscheidet sie sich kaum von der heimischen Roten Wegschnecke. Der Tigerschnegel gehört zu den nützlichen Nacktschnecken, denn er frisst Schneckeneier.

Vorbeugen

Ein Schneckengelege kann mehr als hundert Eier umfassen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sind vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig. Diese Vorgehensweisen empfehlen sich bei gemulchten Flächen, um ein schneckenunfreundliches Milieu zu erschaffen.

Boden auflockern

Um Eigelege abzutöten und den Lebensraum unattraktiv für Schnecken zu gestalten, sollten Sie die Mulchschicht regelmäßig umschichten. Diese Maßnahme ist zur Eindämpfung der Weichtiere im zeitigen Frühjahr und späten Herbst nach den ersten Frösten besonders effektiv. Die offen gelegten Eier werden durch natürliche Umwelteinflüsse zerstört.

Tipps

Bringen Sie Rindenmulch nur vorgetrocknet und bei regenfreier Witterung aus. Dadurch verhindern Sie, dass sich direkt Nässe in das Material eindringt.

Richtig gießen

Um eine Vernässung zu vermeiden, sollten Sie Beete am frühen Morgen und nicht in den Abendstunden bewässern. Schnecken sind dämmerung- und nachtaktiv, sodass sie durch diese Vorgehensweise suboptimale Lebensbedingungen vorfinden. Verzichten Sie auf eine flächige Bewässerung. Grundsätzlich ist es besser, die Gewächse alle zwei bis drei Tage durchdringend und einzeln direkt an der Basis zu gießen. So finden die Wirbellosen keine größeren feuchten Flächen vor.

Alternative Mulchmaterialien verwenden

Mulchsubstrate aus aromatisch duftenden Pflanzen wie Thymian, Lavendel und Rosmarin sollen Schnecken abschrecken. Allerdings verflüchtigen sich die ätherischen Duftstoffe schnell und sind in getrockneten Pflanzenteilen in geringeren Konzentrationen erhalten. Nutzen Sie daher Varianten, die weniger zum Vernässen neigen. Stroh oder Miscanthus sind gute Alternativen, die keine idealen Bedingungen für Schnecken gewährleisten.

Regelmäßig absammeln

Bieten Sie den Kriechtieren gezielt Versteckmöglichkeiten in der Umgebung an, in die sie sich während des Tages zurückziehen. Geeignet sind alte Dachziegel, Blumentöpfe aus Ton oder die Hälften von Orangenschalen. Kontrollieren Sie diese Verstecke jeden Morgen und entfernen Sie die ungebetenen Gäste.

Text: Christine Riel
Artikelbild: szatmazs/Shutterstock

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