Rhododendron

Rhododendron: 5 häufige Schädlinge und wie man sie bekämpft

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Rhododendren sind beliebte Gartenpflanzen, die jedoch anfällig für verschiedene Schädlinge sein können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die häufigsten Schädlinge, die Rhododendren befallen, und stellt effektive Methoden zur Bekämpfung und Vorbeugung vor.

Rhododendron Schädlinge

Dickmaulrüssler: Der gefräßige Blattrandzerstörer

Der Dickmaulrüssler, insbesondere der Gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus), stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für Ihre Rhododendren dar. Die nachtaktiven Käfer hinterlassen charakteristische halbmondförmige Fraßspuren an den Blatträndern, die tagsüber gut sichtbar sind. Die Larven des Dickmaulrüsslers leben im Boden und schädigen die Wurzeln. Dies beeinträchtigt die Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanzen, was zu Welkeerscheinungen und im schlimmsten Fall zum Absterben führen kann.

Bekämpfung:

Um den Dickmaulrüssler effektiv zu bekämpfen, müssen sowohl die erwachsenen Käfer als auch die Larven im Boden bekämpft werden. Hier sind zwei bewährte Methoden:

  • Absammeln der Käfer: Nutzen Sie die Nachtaktivität der Käfer, indem Sie sie abends mit einer Taschenlampe absammeln und entfernen.
  • Einsatz von Nematoden: Fadenwürmer (Nematoden) sind natürliche Feinde der Larven und können diese gezielt im Boden bekämpfen.

Rhododendron-Zikaden: Verursacher des Knospensterbens

Die Rhododendron-Zikade (Graphocephala fennahi) ist leicht an ihrer auffälligen grün-orangen Färbung und den rot gestreiften Flügeln zu erkennen. Diese Insekten sind von Juli bis September aktiv und übertragen den Pilz Pycnostysanus azaleae, der das Knospensterben verursacht. Die Knospen verfärben sich braun und sterben ab, wodurch die Blüte im nächsten Jahr ausbleibt.

Bekämpfung:

Um einem Befall der Rhododendron-Zikade entgegenzuwirken und die Gesundheit Ihrer Pflanzen zu schützen, können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen:

  • Entfernung betroffener Knospen: Entfernen Sie im Frühjahr abgestorbene oder verfärbte Knospen, um die Ausbreitung des Schadpilzes zu verhindern.
  • Biologische Bekämpfung: Gelbtafeln können eingesetzt werden, um die erwachsenen Zikaden und Larven anzulocken und zu fangen.
  • Chemische Bekämpfung: In Fällen von starkem Befall können Sie spezielle Pflanzenschutzmittel einsetzen, die für saugende Insekten zugelassen sind. Achten Sie dabei auf die Umweltverträglichkeit der Produkte.

Rhododendronwanzen: Flecken und Kottropfen auf den Blättern

Rhododendronhautwanzen (Stephanitis rhododendri) sind kleine Insekten, die auf der Blattunterseite saugen und ein charakteristisches Schadbild verursachen. Sie hinterlassen helle, später bräunliche Flecken auf der Blattoberseite und braunschwarze, lackartige Kotflecken auf der Blattunterseite. Die Wanzen legen ihre Eier ab Ende Juli an der oberen Blattseite entlang der Mittelrippe ab, wo sie überwintern.

Bekämpfung:

Um Rhododendronwanzen effektiv zu bekämpfen, empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  1. Entfernung befallener Blätter: Entfernen Sie im Frühsommer befallene Blätter und Larven vorsichtig, um die Ausbreitung zu verhindern.
  2. Entfernung von Triebenden: Im Winter können Sie Triebenden mit eiertragenden Blättern entfernen, um die Population im nächsten Jahr zu reduzieren.

Blattläuse: Honigtau und Ameisen als Indikatoren

Blattläuse: Honigtau und Ameisen als Indikatoren

Gesunder Rhododendron ist widerstandsfähiger gegen Blattläuse

Blattläuse sind saugende Insekten, die junge Triebe und Blütenknospen von Rhododendren befallen. Sie können deformierte, verschrumpelte Blätter verursachen. Ihre Ausscheidungen, der klebrige Honigtau, bilden einen Nährboden für Rußtaupilze und locken Ameisen an. Dies beeinträchtigt die Photosyntheseleistung der Blätter und schwächt die Pflanzen zusätzlich.

Bekämpfung:

  • Pflanzenstärkung: Gesunde Rhododendren sind weniger anfällig für Schädlinge. Eine angepasste Düngung und gute Pflege stärken die Pflanzen und erhöhen ihre Widerstandskraft.
  • Brennnesselsud: Brennnesselsud ist ein natürliches Bekämpfungsmittel gegen Blattläuse und wirkt abschreckend auf die Schädlinge.

Thripse: Silberne Sprenkel und winzige Insekten

Thripse sind winzige Insekten, die an Rhododendronblättern saugen und silbrig-weiße Flecken hinterlassen. Auf den Blattunterseiten können millimetergroße Larven oder die erwachsenen, transparenten Insekten sichtbar werden.

Bekämpfung:

Eine wirksame Bekämpfung von Thripsen kombiniert direkte Maßnahmen mit dem Einsatz natürlicher Feinde:

  • Abduschen mit Öl-Spüli-Wasser-Emulsion: Besprühen Sie die Pflanzen kräftig mit einer Mischung aus 2 EL Rapsöl und einem Spritzer Spülmittel auf 1 Liter Wasser, um die Thripse zu bekämpfen.
  • Schmierseifenlösung: Besprühen Sie die Pflanzen tropfnass mit einer Lösung aus 15 g Schmierseife in 1 Liter warmem Wasser, um die Thripse effektiv zu reduzieren.
  • Einsatz von blauen Klebetafeln: Fangen Sie fliegende Thripse mit blauen Klebetafeln, um den Befall zu minimieren.
  • Natürliche Fressfeinde: Setzen Sie biologische Schädlingsbekämpfer wie Raubmilben (Amblyseius cucumeris), Blumenwanzen (Gattung Orius) oder Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea) ein, um die Thripsepopulation zu reduzieren.

Vorbeugung von Rhododendron-Schädlingen

Vorbeugung von Rhododendron-Schädlingen

Starke Rhododendren sind durch optimale Pflege weniger anfällig für Schädlingsbefall

  • Optimale Pflege: Starke Rhododendren sind widerstandsfähiger gegenüber Schädlingsbefall. Achten Sie auf eine bedarfsgerechte Düngung, eine gleichmäßige Wasserversorgung und den passenden Standort.
  • Früherkennung: Regelmäßige Inspektionen der Pflanzen ermöglichen ein frühzeitiges Eingreifen und vermindern das Risiko eines massiven Befalls.
  • Förderung der Biodiversität: Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen sind natürliche Feinde vieler Rhododendron-Schädlinge. Fördern Sie diese durch eine diversifizierte Gartenbepflanzung und das Anbieten von Versteckmöglichkeiten.
  • Einsatz biologischer Mittel: Bei ersten Anzeichen eines Schädlingsbefalls können Sie biologische Bekämpfungsmittel wie Nematoden oder Raubmilben effektiv und umweltschonend einsetzen.