Rhododendron Pflanzen – Geschichte und Herkunft

Der Rhododendron ist in Fossilien ab dem Tertiär zu finden und damit eine sehr alte Pflanzenart. Ursprünglich kommt er aus dem Himalaja. In Dresden pflanzte Herrmann Seidel im Jahr 1865 die ersten winterharten Rhododendron-Hybriden.

Rhododendron Pflanzen

Rhododendren zählen zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Weltweit gibt es 1150 Arten. Davon sind 10 in Deutschland heimisch und zählen zweifellos zu den schönsten Blütengehölzen.

  • Rhododendron ferrugineum
  • Rhododendron hirsutum
  • Rhododendron tomentosum
  • Rhododendron Caucasicum
  • Rhododendron Lapponicum
  • Rhododendron Luteum
  • Rhododendron Myrtifolium
  • Rhododendron Ponticum
  • Rhododendron smirnowii
  • Rhododendron ungernii

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Allein im Jahre 2000 produzierten deutsche Baumschulen 20 Millionen Rhododendron.

Rhododendron Standort – Sonne oder Schatten?

Wenn Du einen Rhododendron neu einpflanzt oder umsetzt, stellt sich die Frage: Wo ist der optimale Standort? Welchen Boden bevorzugt der immergrüne Zierstrauch?

Rhododendren lieben Licht und Schatten unter tief wurzelnden Bäumen, wie Eiche, Kiefer und Tanne. Lichtes Laub oder Nadeldach bietet Schutz vor direkter Mittagssonne und wirkt als ideale Kulisse der voluminösen Rhododendronblüten. Am besten gedeihen sie bei hoher Luftfeuchtigkeit auf dünnen, sauren Humusschichten mit einem pH-Wert von 4,0 bis 5,0.

Rhododendron Aussäen und Einpflanzen, was ist zu beachten?

Selbst gezogene Rhododendren kannst Du ab dem dritten Blattpaar auspflanzen. Aber Vorsicht! Die Sämlinge trocknen schnell aus und sind noch nicht besonders widerstandsfähig. Geringe Düngergaben fördernd das Wachstum. Mit Geduld wirst Du frühestens im zweiten Jahr mit ersten Blüten belohnt.

Beim Einpflanzen junger Rhododendron sollte das Pflanzloch etwa 3x so groß sein, wie der Ballen. Beachte dabei, dass Rhododendron Flachwurzler sind. Deshalb die Öffnung mehr breit als tief gestalten. Den Aushub zur Hälfte mit Torf mischen.

Gut angefeuchtet setzt Du den Rhododendron mittig ins Pflanzloch. Mit dem Aushub-Erde-Gemisch auffüllen und nur leicht andrücken. Anschließend eingießen – fertig.

Kann man Rhododendron aus Samen vorziehen?

Wer Rhododendren vorziehen will, sammelt im Herbst die voluminöseren, befruchteten Samenkapseln. An einem trocknen, warmen Platz öffnen sie sich nach ca. einer Woche.

Zum Vorziehen: spezielle Rhododendron Anzucht-Erde ca. 5 cm hoch in Anzuchtschale füllen. Darauf etwas fein gesiebten feuchten Torf verteilen. Rhododendron-Samen darüber aussäen und mit feinem Sprühnebel befeuchten. Als Ericaceengewächse sind Rhododendron Lichtkeimer und müssen nicht mit Erde bedeckt werden! Am hellen, warmen Ort ohne direkte Sonnen unter einer transparenten Haube feucht halten. Nach etwa vier Wochen sprießen die Sämlinge.

Rhododendron umpflanzen – wann ist die beste Zeit?

Ein Rhododendron bevorzugt einen halbschattigen Standort und sauren Boden mit einen pH-Wert von 4,0 bis maximal 5,5.

Für Rhododendren im Topf oder Garten sind der frühe Herbst oder das Frühjahr gleichermaßen zu empfehlen. Wie bei allen immergrünen Flachwurzel Gehölzen benötigen sie nach dem Umpflanzen genügend Zeit, um vor den ersten Minustemperaturen fest einzuwurzeln.

Rhododendron vermehren – lohnt sich das?

Rhododendron wecken bei vielen Hobbygärtnern die Sammelleidenschaft. Denn die Freude aus einer Pflanze zwei oder mehr erfolgreich zu kreieren, macht Spaß und ist preiswerter als kaufen. Benötigt aber Zeit und Geduld. Die meisten Rhododendron-Sorten lassen sich vermehren, indem man sie veredelt. Das Vermehren durch Ableger oder Stecklinge empfiehlt sich nur bei bestimmten Rhododendron-Sorten. Die 7 gängigsten Vermehrungspraktiken auf einen Blick findest Du hier.

Wann ist die beste Rhododendron Pflanzzeit

Um Rhododendren zu pflanzen ist, wie bei anderen Gehölzen, die beste Zeit der Herbst von Anfang September bis Mitte November. Die Frühjahrspflanzzeit beginnt Anfang März bis Mitte Mai bis zum Blattaustrieb. Vorausgesetzt es hat Plusgrade und der Boden ist nicht mehr gefroren.

Rhododendron Erntezeit und Blütezeit – nur Zierde oder ökologisch nützlich?

Du umgibst Dich im Garten gerne mit üppigen Blüten? Dann sind nicht nur die immergrünen, winterharten Rhododendren, sondern besonders die farbenfrohen in der Blütezeit von Januar bis August ein Blickfang für Deine Sinne. Auch die 3 bis 6 mm langen Kapselfrüchte taugen nur als Augenschmaus.

Denn diese sind für Mensch und Tier ungenießbar – aber jedes Gift ist zugleich Medizin. Asiatische Rhododendren werden als herzstärkende und blutdrucksenkende Droge verabreicht. Homöopathisch bei Gicht und Rheuma wird sibirischer Rhododendron chryseum empfohlen.

Rhododendron Substrat – macht das Sinn?

Generell lockert ein Substrat den Boden auf, sorgt für gute Luftdurchlässigkeit und optimale Nährstoffversorgung. Spezielles Rhododendron Substrat hat einen pH Wert von 4,0 bis 5,0.
Zudem kommt, dass die darin enthaltene Lava oder Tonschieferanteile Wasser speichern und Staunässe verhindern. Das verhindert auch Schimmelbildung in der Erde.

Im Gegensatz zur Blumenerde waschen sich Nährstoffe nicht aus, sondern sind fest in Lava und mineralisierten Algen für den Rhododendron verfügbar. Dadurch musst Du nicht ständig den Boden auswechseln oder übermäßig düngen — und das torffrei und damit ökologisch wertvoll!

Rhododendron – gute oder schlechte Nachbarn?

Rhododendren lieben schattige Bäume. Aber es müssen die Richtigen sein. Gute Nachbarn sind
Bäume mit tief gehenden Wurzeln – zum Beispiel Eichen, Zierkirschen, Obstbäume, Magnolien oder Goldregen.
Birke, Kastanie, Linde, Ahorn und Weide konkurrieren um Wasser und Nährstoffe und zählen zu den schlechten Nachbarn.

Tipps & Tricks

Eine ideale Partnerin für Deinen Rhododendron ist die Kalmia. Eine immergrüne Lorbeerrose und prächtig blühende Begleiterin.

Text: Regina Müller

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