Plumeria: Pflege und Sorten

Die Plumeria, sortenabhängig auch unter dem Namen Frangipani bekannt, spielt nicht nur in der Gärtnerkultur, sondern auch in der Parfümerie schon lange eine herausragende Rolle. Warum sich ihre Kultivierung in der heimischen Pflanzenoase lohnt, lesen Sie im Folgenden.

plumeria
Die Plumeria stammt aus den warmen Tropen

Herkunft

Für die hiesige Zimmerpflanzenkultur spielen im Grunde nur die als Frangipani bezeichneten Arten der Plumeria eine Rolle. Die Gattung umfasst allerdings noch einige weitere Arten (an die 20), die allgemein in der Neotropis, also im mittel- und südamerikanischen, tropischen bis subtropischen Raum von den südlichen USA bis in die südlichen Anden, heimisch sind. Das Verbreitungsgebiet einzelner Arten erstreckt sich auch bis zu den Westindischen Inseln.

Die für uns in Mitteleuropa relevanten Arten, die Duftende oder die Rote Frangipani, sind ausschließlich in den tropischen Gebieten vom südlichen Florida über Mexiko bis nach Puerto Rico heimisch. Ihr originäres Habitat ist also ein feuchtwarmes Regenwaldklima, weswegen sie sich hierzulande nur in ganzjähriger Zimmer- bzw. Gewächshauskultur halten lässt.

Das taten auch schon die Österreicher Ende des 18. Jahrhunderts in den Kaiserlichen Wiener Gärten. Die Pflanze wird also schon seit langem in unseren Breiten als Zier- und Duftpflanze geschätzt.

Herkunft im Überblick:

  • Verschiedene Arten der Plumeria sind in der ganzen Neotropis (Süd-USA bis südliche Anden) verbreitet
  • Für hiesige Gärtnerkultur eher nur die aus dem tropischen Raum Mittelamerikas stammende Frangipani-Arten relevant
  • Lässt sich hier nur in ganzjähriger Zimmerkultur halten

Wachstum

Die Frangipani wächst als großer Strauch mit stattlichem, ausladendem Habitus. Andere Plumeria-Arten bilden sich auch zu großen, dickstämmigen Bäumen aus. Die Frangipani-Arten können in ihrem Heimatgebiet etwa 7 Meter Höhe und an die 5 Meter Breite erreichen. Hierzulande in der Zimmerkultur ist aber meist nach maximal 3 Metern Schluss.

Die reich verzweigten Zweige haben eine fleischige, sukkulente Konsistenz von etwa 2 bis 3 Zentimetern Dicke. In allen Pflanzenteilen ist ein giftiger Milchsaft enthalten.

Wuchseigenschaften in Kürze:

  • Hierzulande kultivierte Frangipani bilden strauchartigen, ausladenden Habitus aus
  • Am Naturstandort bis zu 7 m hoch und bis zu 5 m breit, hier maximal 3 m Höhe
  • Andere Plumeria-Arten wachsen als große Bäume
  • Reich verzweigtes Strauchwerk mit fleischigen Zweigen
  • Enthält giftigen Milchsaft

Blätter

Die Blätter der Frangipani setzen wechselständig und meist gehäuft an den Triebenden an. Sie haben eine elliptische bis verkehrt lanzettliche Form und erreichen eine Länge von 20 bis 40 Zentimetern bei einer maximalen Breite von 15 Zentimetern. Ihre Farbe ist ein sattes Dunkelgrün. Die ausgeprägte, säuberliche Äderung und die markante Mittelrippe geben den Blättern ein stringentes Erscheinungsbild.

Blatteigenschaften in Stichworten:

  • Setzen wechselständig und an den Triebenden gehäuft an
  • Längliche, elliptische bis verkehrt lanzettliche Form
  • Länge 20 bis 40 cm, Breite bis zu 15 cm
  • Satte, dunkelgrüne Farbe
  • Markante Äderung

Blüten

Die Blüten der Frangipani haben der Parfumerie seit langen Zeiten schon einen beliebten Rohstoff geliefert. Die Duftende Frangipani enthält Duftstoffe, die von einer cremigen Feinheit, einer gardenienartigen Blumigkeit und einer leicht fruchtigen, pfirsichartigen Nuance geprägt sind. Vor allem in Kombination mit anderen exotischen Geruchsrichtungen wie Kokos wird der Frangipani-Odeur in Duftwässern verwendet.

Aber auch die optische Erscheinung der Frangipaniblüten ist äußerst reizvoll. Die scharf konturierte Form ihrer 5 spitz zulaufenden, schalenartigen Blütenblätter und ihre wachsige Konsistenz verleihen ihnen einen sehr eleganten, exotischen Charakter. Auch die prachtvolle Farbgebung macht die Blüte sehr dekorativ: Es gibt Sorten in leuchtendem Rosarot bis Rot oder auch gelbe oder gelb-cremeweiße Varianten.

Die Blütenblätter sind trichterförmig miteinander verwachsen, sodass die Blüten sich wie ein edler Kelch darbieten.

Blüteneigenschaften im Überblick:

  • Außergewöhnlich starker, cremig-blumig-fruchtiger Duft
  • Fünf schalenförmige, wachsige Blütenblätter, trichterartig verwachsen
  • Prächtige Farbvarianten von Rosarot bis Rot oder Gelb und Weiß

Blütezeit

Die Frangipani zeigt ihre schönen Blüten über die ganzen Sommer hinweg, etwa zwischen Juni und September.

Frucht

Die Blüten bilden jeweils zwei Balgfrüchte aus, die viele Samen enthalten.

Welcher Standort ist geeignet?

Beim Kapitel Standort beziehen wir uns wieder auf die hierzulande meistkultivierten Frangipani-Arten, die ja aus tropischen Gebieten stammen. Ihr Ursprungshabitat legt freilich auch schon ihre benötigten Umgebungsanforderungen fest: wie alle Tropenpflanzen benötigt sie ganzjährig Wärme, Helligkeit und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Am besten gedeiht sie in einem Zimmer oder Gewächshaus bei dauerhaft ca. 20°C.

Anders als andere aus den Tropen stammende Zimmerpflanzen hat die Frangipani allerdings nichts gegen direkte Sonneneinstrahlung. Im Gegenteil, sie ist eine wahre Sonnenanbeterin und möchte an die 6 Stunden Sonne am Tag.

Eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit müssen Sie dennoch aufrechterhalten.

Im Winter kommt die Frangipani angesichts des schwindenden Lichtangebots in eine Zwangspause. Sie kann dann auch etwas kühler stehen, 12°C sollte die Temperatur aber nicht unterschreiten.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Als Substrat braucht die Frangipani eine mittelmäßig nährstoffreiche Erde mit einer guten Drainageschicht in Form von Sand oder Blähton. Denn auf Staunässe reagiert sie ziemlich empfindlich. Der ph-Wert sollte im eher hohen Bereich liegen.
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Plumeria gießen

Beim Gießen sollten Sie relativ behutsam vorgehen. Die Frangipani ist zwar ziemlich durstig und braucht vor allem im Sommer kräftige Wassergaben. Allerdings ist sie, wie schon erwähnt, empfindlich auf Staunässe. Achten Sie also immer darauf, dass vor jedem Gießen das Substrat gut abgetrocknet ist und der Wurzelballen nie dauerhaft im Wasser steht. Eine überaus regelmäßige Gießpraxis ist hier also vonnöten – nichts für Leute, die seltener zuhause sind.

Während der Winterruhe sollten Sie allerdings deutlich weniger gießen, damit die Pflanze im Frühjahr wieder ordentlich austreibt und Knospen bildet.

Gießregeln in Stichworten:

  • Vor allem im Sommer kräftig, aber in wohldosierten Abschnitten gießen
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Im Winter Wassergabe deutlich reduzieren

Plumeria richtig düngen

Gemäß des mittleren Nährstoffbedarfs kann die Frangipani über die Hauptvegetationsphase hinweg regelmäßig mit zusätzlicher Nahrung versorgt werden. Dafür eignet sich ein einfacher, universeller Flüssigdünger, den Sie im Abstand von 2 Wochen dem Gießwasser beimischen. Allerdings sollte die Dosis allenfalls halb konzentriert sein.

Plumeria richtig schneiden

Je nachdem, wie viel Platz Sie der Frangipani einräumen möchten oder zur Verfügung stellen können, lässt sie sich entweder frei wachsend kultivieren oder in Form und Größe zügeln. Allerdings bildet sie von Natur aus eine sehr formschöne, wenn auch auslandende Krone aus – wenn Sie Platz haben, sollten Sie ihr also Raum geben. Die Schnittstellen bieten außerdem Pilzen einen Nährboden zur Ansiedlung.

Ansonsten können Sie auch problemlos regelmäßig einen Rückschnitt vornehmen, am besten im zeitigen Frühjahr. Längere, störende Triebe lassen sich ohne weiteres einkürzen und in die gewünschte Form bringen. An den Schnittstellen verzweigt sich die Pflanze dann unmittelbar erneut.

Schnittregeln in Kürze:

  • Frangipani kann, muss aber nicht geschnitten werden
  • Wegen der natürlicherweise schön wachsenden Krone möglichst nur bei wirklichem Platzmangel schneiden
  • Ansonsten Trimmen der Triebe problemlos möglich

Überwintern

Der zwangsläufige Lichtschwund im Herbst verlangt bei der Frangipanikultur in unseren Breiten eine Winterruhe. Das heißt, alle sonstigen Pflegemaßnahmen müssen parallel zum geringeren Lichtangebot ebenfalls heruntergefahren werden. Eine etwas kühlere Umgebungstemperatur ist durchaus sinnvoll allerdings darf sie nicht unter etwa 12°C fallen. Dazu können Sie sie etwa in ein nicht zu sehr beheiztes Gewächshaus stellen. Das, was an Licht zu bekommen ist, sollte der Frangipani aber auch in den Wintermonaten nicht vorenthalten werden. Ein verglastes Dach ist also anzuraten.

Das Gießen reduzieren Sie ebenfalls recht stark. Geben Sie nur so viel Wasser, dass der Topfballen nie gänzlich austrocknet.

Nicht erschrecken: Die Plumeria verliert in der Winterpause ihre Blätter. Das ist angesichts des Lichtmangels und der dadurch allgemein heruntergefahrenen Vegetation normal. Sobald es im Frühjahr wieder heller wird, treibt die Pflanze ohne weiteres frisch aus.

Plumeria vermehren

Die Frangipani lässt sich am besten über Stecklinge oder über Samenaussaat vermehren.

Stecklinge

Bei dieser Methode schneiden Sie aus der oberen Strauchkrone einen an die 20 cm langen Trieb ab, der möglichst noch keine Blätter angesetzt hat. Um den austretenden Milchsaftfluss zu stoppen, ist ein Abtrocknen oder Anflämmen der Schnittstelle sinnvoll. Den Steckling stecken Sie in ein Pflanzgefäß mit Anzuchterde und einem guten Sandanteil. Bei warmer Umgebungstemperatur, etwa 25°C, und gleichmäßiger Feuchthaltung wurzelt der Steckling am besten an. Unter Folie ziehen sollten Sie ihn allerdings nicht.

Sie können auch versuchen, nachdem die Schnittstelle des Stecklings gut abgetrocknet ist, ihn im Wasserglas anwurzeln zu lassen.

Samenanzucht

Aus selbst gesammelten oder gekauften Samen können Sie auch eine neue Frangipani ziehen. Dabei ist allerdings nicht gewährleistet, dass Sie auch eine sorten- und farbgleiche Tochterpflanze erhalten. Die Samen werden in Anzuchterde bei einer Bodentemperatur von 20 bis 25°C und unter gleichmäßiger Feuchthaltung zum Keimen gebracht. Bei einer Größe von 5-10 Zentimetern können die Jungpflanzen umgetopft und artgerecht weiterkultiviert werden.

Krankheiten

Krankheiten bekommt die Frangipani glücklicherweise nur selten – eher Pflegefehler, die mit der Wasserversorgung zu tun haben, können ihr zusetzen. Dazu gehört vor allem Staunässe, die zur Wurzelfäule führen kann und eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Letztere zieht die üblichen trockenheitsliebenden Parasiten wie Spinnmilben und Wollläuse an.

Schädlinge

Spinnmilben und Wollläuse sind die häufigsten Plagegeister, die feuchtigkeitsliebende Tropenpflanzen im beheizten Zimmer heimsuchen. In Wohnräumen lässt sich eine ausreichende Luftfeuchtigkeit nicht leicht aufrechterhalten. Eine Kultivierung im Wintergarten ist bei der Frangipani daher nicht nur aus Lichtgründen empfehlenswert.

Spinnmilben

Diese Schädlinge erkennen Sie leicht an den feinen Gespinsten, die sie um die Blattachseln und die Zweige ihrer Wirtspflanze ziehen. Gerade wenn sie von rot oder gelblich gefärbter Sorte sind, können Sie die Milben auch mit bloßem Auge erkennen.

Spinnmilben sind recht einfach zu bekämpfen, indem Sie ihnen mit Wasser zu Leibe rücken: Erst, indem Sie sie mit einem feuchten Tuch abwischen und anschließend die Pflanze mit dem Disperser gründlich besprühen und unter Folie einwickeln. In diesem feuchten, luftarmen Klima sterben die Milben innerhalb einer Woche ab.

Wollläuse

Auch Wollläuse verraten sich durch ein deutlich sichtbares Sekret an der Wirtspflanze: beim Saugen an den Blättern sondern sie wollige Knäuel ab, von denen sie auch ihren Namen haben. Wollläuse sollten Sie auch zunächst einmal mechanisch entfernen, indem Sie sie mit einem nassen Lappen abwischen. Anschließend wenden Sie eine Sprühkur mit einem Wasser-Spiritus-Kernseifen-Gemisch an. (Mengenverhältnis: 1l – 15ml – 15ml)

Ist Plumeria giftig?

Als Mitglied des Hundsgiftgewächse ist die Frangipani und alle anderen Plumeria-Arten giftig – sie enthält einen Milchsaft mit toxischen Saponinen in den Zweigen und Blättern. Daher ist sie nicht unbedingt geeignet für Haushalte, in denen Kleinkinder und neugierige Haustiere leben. Auch wenn Sie die Plumeria schneiden, sollten Sie am besten Handschuhe anziehen.

Sorten

Innerhalb der Frangipani-Arten, insbesondere der Roten Frangipani, werden im Pflanzenhandel einige verschiedene Zuchtsorten angeboten, die sich vor allem in den Blütenfarben voneinander unterscheiden. Zuweilen auch ein wenig im Wuchs.

Plumeria rubra Divine

Diese Sorte der Roten Frangipani besticht durch ihre besonders hübschen und zahlreichen Blüten. Die wachsartigen, kunstvollen Gebilde erscheinen in den Sommermonaten in einem wundervoll exotischen Farbenspiel: Ihr Herz präsentiert sich in warmem Gelborange, das nach außen hin in klares Weiß und schließlich an den Blütenblatträndern in frisches Rosa übergeht. Der Duft der P. r. Divine ist betörend blumig-fruchtig.

Vom Wuchs her ist die Sorte durch ihre intensive Verzweigung recht kompakt und eignet sich dadurch auch für Exotikpflanzenfans, die weniger Platz zur Verfügung haben. Als Standort sollte ihr ein sonniger Platz gegönnt werden, ideal ist ein Wintergarten, in dem auch eine gute Luftfeuchtigkeit herrscht.

Plumeria rubra Gina

Bei dieser Sorte heben sich die Blüten im Sommer in einem Scharlachpink mit rosaroten und gelblichweißen Rändern vom mittelgrünen Laub ab. Sie wirken sowohl von der etwas homogeneren Farbgebung, als auch von der etwas tellerformigeren Öffnung etwas flächiger als die Blüten der P. r. Divine. Ihr Duft ist ebenfalls sehr intensiv.

Vom Wuchs her entwickelt sie sich recht breit, aber dennoch mit kompaktem, reich verzweigtem Strauchwerk. Sie wird in etwa 2-3 m hoch.

Plumeria rubra Inca Gold

Die Sortenbezeichnung dieser Variante legt schon ihre Blütenfarbe nahe: In der Tat erstrahlen sie ab Juni in einem satten Goldgelb mit zarten hellgelben Rändern und verströmen dadurch ein warmes, südliches Flair. Ihr Duft ist süß und leicht würzig. Bei einem sonnigen, warmen Standort zeigt sich die P. r. Inca Gold auch äußerst blühwillig.

Ihr Wuchs ist buschig und reich verzweigt, an Höhe erreicht sie an die 2,50 m.

Plumeria rubra Dulcemia

Wer ein Fan von kräftigen Rottönen ist, dem sei diese Variante ans Herz gelegt: Die Sorte blüht, je mehr Sonne sie abbekommt, in intensivem Rot. Bei geringerem Lichtangebot bleibt die Blütenfarbe blasser, eher im rosaroten bis pastellrosanen Bereich. Ihr Duft ist feinfruchtig.

Die P. r. Dulcemia wächst buschig und erreicht eine Höhe von etwa 2,50 Metern.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Cynthia Shirk/Shutterstock

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