Pilze Vermehrung

Die Vermehrung von Pilzen

Pilze zählen weder zu den Pflanzen, noch zu den Tieren. Sie stellen wissenschaftlich die eigene Ordnung "Funga" dar. Ihre Vermehrung ist dabei aber nicht grundsätzlich verschieden von der Vermehrung verschiedener Pflanzenarten, da sie ihre Sporen wie winzige Samen durch die Luft verbreiten lassen.

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Die Ausbreitung der Sporen

Grundsätzlich funktioniert die Verbreitung von Pilzen wie bei einer Pflanze mit winzigen Samen. Wenn Sie Pilze züchten wollen, müssen Sie also Sporen der gewünschten Pilzart an einem geeigneten Platz ausbringen. Manchmal funktioniert dies auch mit ungewaschenen Pilzresten, an denen noch Sporen anhaften. Besser ist das Ergebnis aber mit professionell hergestellten Sporenstäbchen aus dem Fachhandel.

Das Myzel im Untergrund

Die von uns zum Verzehr gesammelten Speisepilze stellen eigentlich nicht den ganzen Pilz dar. Vielmehr handelt es sich nur um die Fruchtkörper eines Gewächses, welches sich als Myzel wie ein weit verzweigtes Wurzelwerk durch den Boden zieht. Somit können auch ohne die direkte Ausbreitung von Sporen weitere Pilze an der Oberfläche erscheinen, wenn es noch ein intaktes Pilzmyzel im Boden gibt. Bei der Ernte sollten Pilze daher nie mit dem Myzel aus dem Boden gerissen werden. Mit etwas Glück kann so noch in der gleichen Saison ein neuer Pilz am selben Platz nachwachsen.

Der Hallimasch als Pilz mit unterirdischer Vermehrung

Ein beeindruckendes Beispiel für die Vermehrung der Pilze durch das unterirdische Myzel ist der Hallimasch. Dieser auch als Speisepilz genutzte Pilz ist in einigen Gebieten der USA sehr verbreitet. Im US-Bundesstaat Orgeon gilt ein Riesen-Hallimasch als das größte Lebewesen der Erde mit Ausmaßen von etwa 1200 Fußballfeldern. Das unterirdische Geflecht dieses Riesen saugt Nährstoffe und Wasser aus Nadelbäumen ab und bildet an der Oberfläche honiggelbe Fruchtkörper aus.

Beim Sammeln an die Vermehrung der Pilze denken

Pilzsammler sollten immer auch an die Zukunft denken. Deshalb sollten Sie auch in pilzärmeren Jahren immer genügend Pilze im Wald stehen lassen, damit diese mit ihren Sporen für eine Ausbreitung ihrer Art sorgen können. Ohnehin sind größere Pilzexemplare meist nicht mehr schmackhaft oder an der Innenseite ihres Stiels bereits faulig.

Tipps

Werden Pilze durch holzhaltige Erden oder Rollrasen in die Grasdecke des heimischen Gartens eingeschleppt, hilft gegen deren Vermehrung oft nur eine Veränderung der Bodenbedingungen durch:

  • Änderung des pH-Werts durch Kalkgaben
  • Entwässerung des staunassen Bodens
  • Belüftung des Bodens durch Vertikutieren

Bleiben diese Pilze unbekämpft, so bilden sich oft schnell durch Sporenvermehrung die charakteristischen Hexenringe im Boden.

Text: Alexander Hallsteiner

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